Niedersachsens Autobahn-Projekte werden teurer – auch die A 39

| Lesedauer: 2 Minuten
Noch ist die Autobahn 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg unterbrochen. Die Kosten für dieses Projekt können noch deutlich steigen. Ähnlich sieht es für die Autobahnen 20 und 33 aus.

Noch ist die Autobahn 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg unterbrochen. Die Kosten für dieses Projekt können noch deutlich steigen. Ähnlich sieht es für die Autobahnen 20 und 33 aus.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa (Archivfoto)

Hannover.  Die Kosten für die A 39 von Lüneburg bis Wolfsburg könnten um 135 Millionen auf fast 1,5 Milliarden Euro steigen, so das Verkehrsministerium.

Die geplanten Autobahn-Neubauprojekte in Niedersachsen könnten deutlich teurer werden als geplant. Die A 20 von Westerstede bis zur Elbe bei Drochtersen könnte sich um 357,5 Millionen Euro verteuern, die A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg um 135 Millionen Euro . Das berichtete der Bremer „Weser-Kurier“ am Montag unter Berufung auf eine Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Hannoveraner Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler (Grüne). Die A 33 zwischen Osnabrück und Belm könnte demnach um 25,8 Millionen Euro teurer werden als geplant.

Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) beziffere in der Antwort die genehmigten Mittel für die acht Bauabschnitte der Küstenautobahn auf knapp 2,6 Milliarden Euro, berichtete die Zeitung. Hochgerechnet sei für die A 20 von Kosten von über 2,9 Milliarden Euro auszugehen. Wie auch bei den beiden anderen Projekten argumentierte das Ministerium mit steigenden Baupreisen. Die Gesamtkosten für die A 39 klettern demnach laut Prognose auf 1,47 Milliarden Euro , die für den neun Kilometer langen Lückenschluss im Norden Osnabrücks auf 168 Millionen Euro.

Kindler: Autobahnen seien unnötig, unwirtschaftlich und eine „verkehrspolitische Geisterfahrt“

Kindler sagte der Zeitung, die Projekte seien „von Anfang an brutal schöngerechnet“ worden. Er nannte es eine „verkehrspolitische Geisterfahrt“ von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Die Kosten würden zu niedrig, der Nutzen dagegen künstlich zu hoch angesetzt: „Nur so schafften es diese sinnlosen Prestigeprojekte überhaupt in den Bundesverkehrswegeplan.“ Die A 20, die A 33 und die A 39 seien weder wirtschaftlich noch für den Verkehr notwendig.

Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann wies die Kritik zurück. Die Autobahnprojekte trügen dazu bei, den Logistik- und Wirtschaftsstandort Niedersachsen leistungsfähiger und attraktiver zu machen, betonte der CDU-Politiker im „Weser-Kurier“. „Auch die Menschen vor Ort profitieren von einer besseren Verkehrsanbindung.“ Kostensteigerungen wegen höherer Baupreise hätten keinen Einfluss auf den Fortgang der Projekte. Laut Ministerium habe Niedersachsen für die Planung der neuen sowie den Erhalt und Ausbau bestehender Autobahnen beim Bund 667 Millionen Euro beantragt.

Lesen Sie auch:

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de