Kreis Nienburg: Pferde von Wölfen aus Rodewalder Rudel gerissen

Hannover.  Jetzt steht es fest: Die beiden Pferde wurden von Wölfen aus dem Rodewalder Rudel getötet. Pferdehalter sprechen von einer „neuen Eskalationsstufe“.

Europäische Grauwölfe halten sich in einem der weitläufigen Gehege des Wolfscenters von Dörverden in Niedersachsen auf.

Europäische Grauwölfe halten sich in einem der weitläufigen Gehege des Wolfscenters von Dörverden in Niedersachsen auf.

Foto: Ingo Wagner / dpa

Zwei im Landkreis Nienburg getötete Pferde sind von Wölfen aus dem Rodewalder Rudel gerissen worden. Bei DNA-Analysen seien Speichelspuren von jeweils mindestens zwei Tieren des Rudels nachgewiesen worden, teilte ein Sprecher des Umweltministeriums in Hannover am Freitag mit. Ein direkter Nachweis einzelner bestimmter Wölfe wie etwa des Rodewalder Rüden GW717m sei dagegen nicht möglich gewesen.

Der Leitwolf des Rudels war monatelang zum Abschuss freigegeben, weil er Schutzzäune überwunden und auch Rinder gerissen hatte. Er konnte aber nicht erlegt werden. Nun sei das Befürchtete eingetreten, meinte Umweltminister Olaf Lies.

„Der Rodewalder Rüde hat sein problematisches Jagdverhalten nicht eingestellt, sondern übt offenkundig seine Techniken zur Tötung großer Huftiere mit seinen Nachkommen weiter ein“, sagte der SPD-Politiker. „Nicht zuletzt durch die vielfältigen Behinderungen der Entnahme durch falsch verstandene Wolfsfreunde im letzten Jahr konnte der Problemwolf nicht getötet werden“, kritisierte er.

Weiteres Pferd nach Wolfsrissen verletzt – Pferdehalter sind schockiert

Die beiden getöteten Pferde standen mit acht weiteren Tieren auf einer Weide im Territorium des Rodewalder Wolfes. „Von diesen wurde ein weiteres Pferd verletzt, sodass noch unklar ist, ob es eingeschläfert werden muss“, sagte der Ministeriumssprecher. Pferdehalter hatten von einer neuen Eskalationsstufe gesprochen. Erstmals seien auch Großpferde betroffen, beklagte die Deutsche Reiterliche Vereinigung.

Im September soll die niedersächsische Wolfsverordnung erlassen werden. Dabei geht es um Regelungen zum erleichterten Abschuss der Tiere und zur Prävention von Rissen. Tierschützer fordern eine bessere Förderung für Schutzzäune. In Niedersachsen gibt es nach Angaben der für die Beobachtung der Tiere zuständigen Landesjägerschaft 25 nachgewiesene Rudel. Mit den Welpen von diesem Jahr dürften es samt der umherziehenden Einzeltiere insgesamt mehr als 350 Wölfe sein.

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