VW: Name der VW-Halle beim AfD-Parteitag verhüllen

Braunschweig.  VW will ein Zeichen setzen: Während des Bundesparteitags der AfD in Braunschweig sollte der Name der VW-Halle verdeckt werden, so die Forderung.

Die Volkswagen-Halle in Braunschweig ist ein beliebter Ort für Veranstaltungen.

Die Volkswagen-Halle in Braunschweig ist ein beliebter Ort für Veranstaltungen.

Foto: Archivfoto: Rudolf Flentje

Wenn die AfD Ende November wie geplant ihren Bundesparteitag in der Braunschweiger Volkswagen-Halle abhält, soll nach Willen des VW-Betriebsrats der Name Volkswagen an der Halle verdeckt werden. Ein VW-Sprecher bestätigte am Mittwoch unserer Zeitung, dem Wunsch der Belegschaft entsprechen zu wollen und den Betreiber der Halle aufzufordern, die Kennzeichnung der Halle während der Veranstaltung unkenntlich zu machen.

„Wir verurteilen die völkisch-nationalistischen Positionen der sogenannten ,Alternative für Deutschland’“, erklärte dazu ein Sprecher des Konzernbetriebsrats gegenüber unserer Zeitung. Die Partei stelle sich eindeutig gegen Werte des Konzerns wie Respekt, Vielfalt, Toleranz und partnerschaftliches Miteinander. „Wir dulden keine AfD-Versammlung in einer Halle, die als ,Volkswagen-Halle’ ersichtlich ist. Ihre Bezeichnung muss also zum Zeitraum der Versammlung von der Bildfläche verschwinden.“

Bei VW gibt es seit längerem eine lebhafte Diskussion über den Umgang mit der Partei. In einem internen Diskussionsforum wurden zuletzt Forderungen laut, ein deutliches Zeichen zu setzen. „Ich bin dafür, dass Volkswagen als Namensgeber ein symbolisches Zeichen setzt“, heißt es in einem Beitrag. Die Halle dürfe während des Zeitraums, in dem die AfD ihren Parteitag in Braunschweig abhält, nicht Volkswagenhalle heißen. Und es gibt Vorschläge für alternative Bezeichnungen: „Wie wäre es mit Open-Minded-Halle? Halle der Vielfalt?“

Auch die Gewerkschaft Verdi hatte vor einigen Tagen auf die Vermietung der VW-Halle an die AfD mit Unverständnis reagiert . Die Außenwirkung sei verheerend. Die Volkswagen-AG ist nicht Eigentümerin der Volkswagen Halle. Für deren Verwaltung ist die Stadthallen-Betriebsgesellschaft zuständig, an der VW nicht beteiligt ist. Die Betriebsgesellschaft hatte erklärt, dass sie als hundertprozentiges Tochterunternehmen der Stadt Braunschweig dem sogenannten Kontrahierungszwang unterliege. Das heißt, als öffentlich-rechtliches Unternehmen sei man verpflichtet, allen rechtsstaatlichen, nicht verbotenen Parteien Räumlichkeiten zu vermieten. „Das müssen wir nicht in jedem Fall gut finden, aber wir müssen professionell arbeiten“, hatte Geschäftsführer Stephan Lemke vor einigen Tagen der „Braunschweiger Zeitung“ gesagt. Zu der Forderung von VW, die Kennzeichnung der Halle während des Bundesparteitags der AfD unkenntlich zu machen, wollte er am Mittwoch keine Stellung beziehen. Das müsse zunächst geprüft werden.

Die AfD-Bundespartei war für eine Stellungnahme am Mittwochnachmittag nicht erreichbar.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (44)