Eine absurde Investition

Mit dem neuen Ägidienmarkt, hier abends eindrucksvoll illuminiert, beschäftigt sich unser Leser.

Foto: Norbert Jonscher

Mit dem neuen Ägidienmarkt, hier abends eindrucksvoll illuminiert, beschäftigt sich unser Leser.

Zu „Ein neuer Platz, der viele nicht begeistert“ vom 13 Januar: Selten habe ich etwa so Absurdes gesehen wie die Umgestaltung des „Ägidien-Marktes“. Ganz abgesehen von den Ausgaben und der Zerstörung so vieler Parkplätze, die besonders für ältere Menschen mit Rollstuhl und auch für jüngere Ehepaare mit Kindern sehr wichtig gewesen wären, sind diese Bänke, die dort angebracht wurden, so niedrig, dass ältere Menschen kaum wieder auf die Beine kommen können, ohne dass ihnen jemand dabei behilflich ist. Wer will sich aber auch dort niederlassen ? Was soll man dort betrachten? Den Verkehr? Die Straßenbahnen? Anstatt den Zugang für die Kirchgänger zu erleichtern, hat man den gerade erschwert. Ein absoluter Fehlschlag und eine absurde Investition.

Barbara Borrmann, Braunschweig

Defizit ist nicht hinzunehmen

Zu „Wie groß darf das Defizit sein?“ vom 18. Januar:

Mit einer weiterhin defizitären Entwicklung des Stadthaushaltes kann man als Steuerbürger nicht mehr einverstanden sein. Angesichts sprudelnder Steuereinnahmen ist es nicht richtig, erneut ein

strukturelles Defizit hinzunehmen. Die fehlenden 35 Millionen Euro sollten vielmehr eingespart werden. Bei aufmerksamer Verfolgung des städtischen Haushalts fallen immer wieder zweifelhafte Ausgaben auf. Zuletzt die Kosten einer Beleuchtungsanlage für das Gauß-Denkmal mit laufenden Nachfolgekosten. Die Anlage widerspricht auch den Klimazielen.

Ulrich Neddermeier, Braunschweig

Etwas verbieten, woran viele Spaß haben?

Zu „Böller – Braucht es Verbote und Sperrzonen?“ vom 12. Januar:

Jetzt sind auf dem Schlossplatz einige Besucher mit unkontrollierten Böllern beworfen worden, was natürlich überhaupt nicht hinzunehmen ist – und schon kommt der Ruf nach totalem Böllerverbot. Es soll etwas verboten werden, woran viele Menschen einmal im Jahr Spaß haben, weil einige Menschen mit Feuerwerk nicht umgehen können. Niemand will Alkohol verbieten, der jeden Tag von Menschen, die damit nicht umgehen können, getrunken wird. Da werden durch Alkohol ungehemmt Menschen beschimpft, verprügelt, im schlimmsten Fall umgebracht, es wird sich ans Steuer gesetzt, betrunken gefahren, schlimme Unfälle verursacht ... Und nicht nur, dass niemand Alkohol verbieten will, es gibt ihn auch noch spottbillig überall zu kaufen. Vielleicht sollte man erstmal über Verhältnismäßigkeiten nachdenken.

Heike Bender, Braunschweig

Idioten in die Schranken weisen!

Ebenfalls dazu:

Die einen wollen das private Feuerwerk gleich ganz verbieten, die anderen zucken mit den Schultern, Verletzte seien selbst schuld. Keines davon erscheint mir sinnvoll und richtig. Im ersten Fall bestehen bereits Verbote, mit Feuerwerk andere zu gefährden. Mit noch mehr Verboten wird hier nichts erreicht, wenn nicht auch gleichzeitig die Verstöße erfasst und geahndet werden. Und das wäre auch ganz ohne neue Regelungen möglich. Im zweiten Fall wird ein sogenannter rechtsfreier Raum erzeugt, der sonst gern von Verbotsbefürwortern im Munde geführt wird. Das will hoffentlich niemand von uns! Ich denke, es sollte auch heutzutage möglich sein, dass sich ein paar Besonnene zusammentun, um die Idioten in die Schranken zu weisen.

Bodo Wenzel, Braunschweig

Braunschweig liegt doch nicht in Kalifornien

Zu „Viele Braunschweiger würden ihre Burgpassage gern behalten“ vom 15. Januar:

Die Entscheidung der Investoren, das Glaskuppeldach komplett zu entfernen, kann nur mit „ Stirnrunzeln“ zur Kenntnis genommen werden. Andere Städte freuen sich darüber, überdachte Einkaufsflächen zu schaffen, und hier glaubt man offensichtlich, noch mehr Kunden anzulocken, indem alles geöffnet wird. Das könnte man ja durchaus verstehen, wenn wir hier klimatische Verhältnisse wie in Kalifornien hätten, immer schönes Wetter und sehr angenehme Temperaturen. Die Braunschweiger Realität sieht aber anders aus: viel Regen, kühle Witterung etc., was nicht gerade dazu einlädt, draußen zu wandeln. Da freut man sich doch, wenn man gut überdacht einkaufen kann und vielleicht auch noch einen guten Kaffee trinken kann. Man mag über die Schloss-Arkaden denken , wie man will: Gerade bei schlechtem Wetter strömen die Kunden dort hin. Ich glaube, dass künftig auch die Geschäfte in den Schloss-Arkaden davon profitieren werden, wenn erst einmal die Burgpassage in der jetzigen Form der Vergangenheit angehört. Schade um die bisherige Anlage, die vielleicht nur besser oder anders vermarktet werden müsste.

Henning Mühlke, Braunschweig

Burgpassage – Nicht aus den Fehlern gelernt

Ebenfalls dazu:

Ein altes Gebäude wird aus einem Gesamtgefüge heraus abgerissen und die angrenzenden Gebäudeseiten werden „im Sinne des Denkmalschutzes“ und im Vorbild vorhandener Fassaden nachempfunden. Die historische Fassade eines anderen Gebäudes wird durch Erhöhung des Durchgangs zur neuen Burggasse zerstört, indem man Teile einer Etage entfernt. Man hat anscheinend nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und lässt erneut die Vernichtung erhaltenswerter Bausubstanz zu. Dabei werden durch Unterstützung dieser Zeitung im selben Bezug sogar die Fehler der Vergangenheit eingeräumt und vor Augen geführt! Die aus heutiger Sicht rücksichtslose Zerstörung der alten Maria-Magdalenen-Kapelle, aufgrund der zur damaligen Zeit scheinbar erforderlichen baulichen Veränderungen, die im Vergleich zum Alter des Kirchengebäudes nicht von langer Haltbarkeit waren. Kann man die Attrak- tivitätssteigerung einer Innenstadt nicht besser mit erhaltenswerter Bausubstanz in Einklang bringen!? Was am Ende bleiben könnte, ist die Trauer um erneut zerstörte Gebäude.

Matthias Dießel, Braunschweig

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