Wird an der falschen Stelle gespart?

Ein kurzer Solobus fährt auf der Linie 422 nach Lehndorf.

Foto: Stachura

Ein kurzer Solobus fährt auf der Linie 422 nach Lehndorf. Foto: Stachura

Zu „15 neue Busse rollen an“ vom 30 Dezember: In dieser Ankündigung für neue (Diesel-)Busse der Braunschweiger Verkehrs GmbH vermisse ich einen Hinweis zur Antriebstechnik. Ich hatte angenommen, dass nach dem Prototyp „Emil“, der ja wohl störungsfrei auf der Linie 419 fährt, nun in Zukunft alle neuen Busse elektrisch angetrieben werden. Wie soll denn die Luft in der Stadt sauberer werden, wenn weiterhin Diesel-Abgase aus den Auspuffen der Busse kommen? Wird hier nicht an falscher Stelle gespart? Man könnte auf die teuren Mooswände verzichten, die auch aufwendige Pflege erfordern.

Brigitte Kähler-Bock, Braunschweig

Buttermarken gegen Bohnenkaffee

Zu „Die Geschichte des Muckefucks“ vom 22. Dezember :

Mein Wohnsitz 1945 war in der DDR bei Pflegeeltern in Leipzig Mockau. Die Pflegemutter war so gierig nach Bohnenkaffee, der nicht regulär erhältlich war, dass sie die Buttermarken und auch Milchmarken der Kinder gegen Kaffee eintauschte.

Im Siedlungshaus gegenüber wohnte eine Familie, die wir Kinder als reiche Leute ansahen, da sie nach unserer Meinung alles hatten, was es in der DDR nicht gab. Mutter tauschte gegen unsere Butter- und Milchmarken die grünen Kaffeebohnen ein. Später roch es – vom Rösten in der Bratpfanne – im ganzen Haus nach Kaffee. Nach dem Aufguss hatte Mutter die Ginsche (Kannenausguss) der Kanne mit Papier verstopft, dass der Duft nicht entweichen konnte. Keinesfalls sollte die Nachbarin durch den Kaffeeduft angelockt werden.

Wie konnte sie nur? Kein Wunder, dass wir Kinder unterernährt waren – und das nur wegen Kaffee.

Übrigens hat Dieter Zimmer ein lustiges Buch über Muckefuck geschrieben. Wir gingen beide in Leipzig-Gohlis in die „Rote Schule“ ...

Charlott Ruth Kott, Braunschweig

Es war der Steinsetzerweg

Zu „Fahrerin (80) prallt gegen Hauswand“ vom 2. Januar:

Sie berichten von einem Unfall in der „Steinsetzerstraße“. Diesen Straßennamen gibt es in Braunschweig noch nicht, sondern nur den Steinsetzerweg in der Braunschweiger Südstadt.

Also, liebe Stadt Braunschweig, bei der Findung von Straßenneubenennungen einfach die Braunschweiger Zeitung fragen!

Thomas Menzel, Braunschweig

Anmerkung der Redaktion: Unsere Leserin hat Recht. Es muss richtigerweise Steinsetzerweg heißen. Wir bitten dafür um Entschuldigung.

Mooswände sind doch nur ein Alibi

Zu „Auf dem Weg zum grünen Braunschweig“ vom 28. Dezember:

Zuerst werden sämtliche Blätter und Reisig (Heimstatt für Igel) aus den Parkanlagen entfernt, also mit massiver Gewalt mit Laubpustern zusammen ge„fegt“und entfernt und dann werden, zum Beispiel vor dem Hauptbahnhof, sämtliche Stauden bis über den Boden abrasiert. Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten in ihren Entwicklungsstadien – und das Singvogelsterben bemerken wir dann erneut im Frühjahr mit Bedauern. Doch, keine Insekten, keine Nahrung für insektenfressende Vögel und Igel. Aber, wo bleibt das Positive? Mooswände! Die sehen doch schön grün aus!

Rolf Gramm, Braunschweig

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