Person Calin war die Erfolgsgrundlage

Zu den Berichten  über die Kooperation zwischen der SG Baskets Braunschweig und den Herzögen Wolfenbüttel vom 22. und 23. Mai .

Die Verantwortlichen der SG Baskets Braunschweig und der Herzöge Wolfenbüttel haben eine Kooperation beschlossen, die das Format einer „Hochzeit“ haben soll. Es handelt sich offenbar nicht um eine Liebesheirat. Das Konstrukt ist vielmehr aus der finanziellen Not der Brautleute entstanden. Hier tun Partner ihren Mangel zusammen , um sich dadurch zu stärken?

Die Basketball-Löwen Braunschweig übernehmen den Geschäftsführer der Herzöge, um eine Pro B-Mannschaft zu managen, die es in Braunschweig nicht mehr geben wird. Ich kann hier keine Einsparung erkennen.

Die größte Ungereimtheit ergibt sich für mich allerdings in Bezug auf die Förderung von jungen Basketballern, für die die Pro B-Mannschaft als Farm-Team der Löwen mit ihrem Trainer Liviu Calin ein bundesweit renommierter Anziehungspunkt war. Hier wurde über 25 Jahre hinweg eine Vielzahl von bundesliga-, nationalmannschafts- und sogar NBA-tauglichen Spieler entwickelt. Die Grundlage für diese erfolgreiche Arbeit ist in der Person Liviu Calin zu sehen. Seinem hohen Ansehen und seiner Wertschätzung ist es zu verdanken, dass immer wieder junge Spieler zur Ausbildung nach Braunschweig gekommen sind. Dass Liviu Calin nun im Zusammenhang mit der Kooperation von seinem Traineramt mit der Begründung entbunden wurde, er trage „die Aufschrift Braunschweig auf der Stirn“, ist persönlich abwertend für jemanden, der immer mit höchster Fachkompetenz ausgestattet, sachorientiert, engagiert, loyal und höchst erfolgreich für die SG gearbeitet hat. Die Professionalität des Trainers zeigt sich auch im gelassenen Umgang mit dieser Personalentscheidung. Meine Bewertung: Lieber das Markenzeichen SG Braunschweig auf der Stirn als ein Brett vor dem Kopf!

Klaus Wichmann, Braunschweig

Armutszeugnis

Zum gleichen Thema:

Die Zerschlagung der Pro-B-Basketball-Mannschaft und der Zusammenschluss mit den Herzögen Wolfenbüttel wird in Kreisen der Braunschweiger Verantwortlichen gefeiert, als hätten man einen großen Coup gelandet. „Win-Win-Lösung“ heißt es da. Aber mal ehrlich, es ist doch eine absolute Notlösung aus wirtschaftlichen Gründen und daher doch eher ein Armutszeugnis im eigentlichen Wortsinne.

Man hat es nicht geschafft, das Konstrukt Basketball Löwen und auf gesunde Füße zu stellen, nachdem Friedrich Knapp mit New Yorker die Reißleine gezogen hat. Warum tut ein Unternehmen das? Es sieht in der Kooperation keinen Image-Gewinn mehr. Kein Wunder, ist der Bundesliga-Basketball in Braunschweig und das „Event Heimspiel“ ein Paradebeispiel für Stagnation.

Jetzt propagiert man, dass das System „Aus zwei mach eins“ so

gar Zuschauer generiert. So ein Quatsch. Unter den Alte-Waage-Gängern sind viele alte Weggefährten des Klubs, viele, die den Kult-Ort Alte Waage mitgeprägt haben, als Stein, Ackermann und Bembenek noch für die SG punkteten. Von denen haben die wenigsten den Umzug in die Tunica Halle mitgemacht– diese Menschen werden auch garantiert nicht nach Wolfenbüttel fahren. Lars Vickendey, Braunschweig

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder