Primitivstes Macho-Gehabe

Ein beschädigtes Schaufenster eines Bekleidungsgeschäfts nach den schweren Ausschreitungen in Stuttgart in der Nacht zum Sonntag.

Ein beschädigtes Schaufenster eines Bekleidungsgeschäfts nach den schweren Ausschreitungen in Stuttgart in der Nacht zum Sonntag.

Foto: Silas Stein / dpa

Zu: „Woher kommt die Gewalt gegen die Polizei“ vom 23. Juni:

Was am Wochenende über Stuttgart hereinbrach, war nichts anderes als primitivstes Macho-Gehabe. Es waren Wohlstands-Kids, die sich an den massiven Verletzungen von Polizisten und der Zerstörung persönlichen Eigentums der Einzelhändler strafbar gemacht haben. Der Versuch einiger Akteure im Netz, diesen kriminellen Akt in ein Versagen einer vermeintlich niemals stattgefundenen Integration von Flüchtlingen umzumünzen, ist ein Schlag ins Gesicht der deutschen Gesellschaft. Die, die das gemacht haben, sind meiner Meinung nach Schwerkriminelle. Ich hoffe, das die Justiz sehr empfindlich auf diese Taten reagiert. Und natürlich auch auf die Spanner. Sie haben das Geschehene gefilmt, bejubelt und ins Netz gestellt.

Karsten Eckelt, Schöningen

Endlich weg mit den Samthandschuhen

ebenfalls dazu:

Was sich seit langem schon in unseren Städten an Widerstand gegen die Staatsgewalt, Behinderung von wichtigen Einsatzkräften wie Sanitätern, Ärzten und Feuerwehr, Gewalt, Zerstörung und Plünderung fremden Eigentums abspielt, ist ganz eindeutig politisch motiviert, denn darin zeigt sich eine absolute Ablehnung gegenüber unserer gesellschaftlichen Grundordnung! Ich sehe darin vielfach sogar die Höchststufe inakzeptablen Protestes: Terrorismus! Und genau so sollten es unsere Richter auch bewerten! Schluss mit jedem verbalen Beschwichtigen: Bürger die unsere Grundgesetze derart mit Wut, Hass und Respektlosigkeit missachten wie jüngst in Stuttgart und Göttingen geschehen, sind Gesetzesbrecher! Will der Staat seine Achtung zurück, Polizei, Ordnungskräfte und Helfer in der Not wirklich schützen, muss er seiner törichten Samthandschuh-Politik endlich abschwören!

Rüdiger Reupke, Isenbüttel

Verbraucher haben Mitschuld

zu: „Tönnies soll für Schäden haften“ vom 23. Juni:

Wir Verbraucher sollten uns vielleicht auch mal fragen, ob uns an dem ganzen Dilemma nicht eine Mitschuld trifft. Seit der Zeit wo „Geiz ist geil“ zum Schlagwort wurde, ging es doch nur darum, Konsumgüter so billig wie nur möglich zu produzieren, ohne Rücksicht auf die Umwelt und ihren Schäden. Gerade in der Schweinehaltung und Aufzucht kommt es bis heute zu Handlungen, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. So ist die Produktion von Turbo-Mastfutter in Deutschland verboten. Nicht aber das Verfüttern. Dieses Turbo-Mastfutter wird mit großen Silo-LKW von Holland eingeführt, ohne dass beim Verfüttern eine strafbare Handlung vorliegt. Die Mastzeit verkürzt sich erheblich. Somit kann gerade Schweinefleisch billiger produziert werden, sehr zur Freude der Verbraucher, denen es sehr häufig nicht um Qualität geht, sondern nur um den Preis. Solange wir Konsumenten unsere Einstellung dazu nicht ändern, wird der Produzent und der Handel immer wieder Wege und Mittel suchen, um seine Produkte zu Lasten dieser Tiere und auch vieler Menschen so preiswert wie möglich anzubieten.

Karl Kurz, Salzgitter

Fleischesser helfen Landwirten

zum Leserbrief „Die Tiere sind dem Menschen gnadenlos ausgeliefert“ vom 18. Juni:

Es kann nicht sein, dass nur immer dieselben Personen Fleischesser mit Leserbriefen verteufeln. Wir müssen unbedingt die Viehwirtschaft der Landwirte unterstützen indem wir mehr Fleisch essen. Leute esst Fleisch – es ist gesund.

F. Weber, Lengede

Lehrkräfte sind an der Belastungsgrenze

zum Leserbrief „Lehrer entfernen sich“ vom 22. Juni:

Sicher gibt es wie in jedem Beruf „solche und solche“. Sicher kann man darüber streiten, für eine gewisse Zeit den Unterricht auch samstags stattfinden zu lassen. Aber die Aussage, dass sich die Lehrkräfte entfernen, kann ich – auch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen – nicht so stehen lassen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass viele Lehrkräfte zurzeit an der Belastungsgrenze arbeiten. Vielleicht ist es für Außenstehende nicht sichtbar, aber die Corona-„Pause“ war für uns keine Freizeit, und die derzeitigen Umstände sind ebenso herausfordernd. Es ist nicht gerade einfach, eine Hälfte der Schüler in der Schule und die anderen parallel zu Hause zu beschulen. Zudem gibt es Kinder, die zur Risikogruppe gehören und komplett zu Hause sind, aber auch etwas lernen wollen. Es war nicht gerade einfach, ohne jegliche Vorbereitung mit meinen Schülern ausschließlich online und über Videokonferenzen zu kommunizieren, für sie virtuell da zu sein, (machbare) Aufgaben zu stellen, zu erklären und zu kontrollieren, Kontakt zu völlig abgetauchten Schülern aufzunehmen und zu halten und vor allem: technische Probleme zu lösen, obwohl sie teilweise nicht lösbar sind. Überstunden gibt es nicht. Ich will ausdrücklich nicht jammern, es gab auch viele interessante und lehrreiche Erkenntnisse (zum Beispiel, dass dringendst in die digitale Infrastruktur investiert werden muss) – aber inwiefern wir uns von der Gesellschaft entfernen, erschließt sich mir nicht.

Jonas Swelim, Braunschweig

Es gibt noch andere GEW-Mitglieder

zum Interview mit der GEW-Chefin Pooth „Lehrer hochmotiviert, aber hochbelastet“ vom 18. Juni:

Frau Pooth hat sicher Recht, wenn sie die Lehrerschaft verteidigt. Die GEW sollte aber auch nicht vergessen, dass sie noch andere Mitglieder hat, die auch an Schulen beschäftigt sind und auch um ihre Lehrerfolge oder therapeutischen Erfolge bangen: therapeutische und pädagogische Mitarbeiter.

A. Pachonick, Braunschweig

Planeten beeinflussen den Sonnenwind

zu: „Grundwasser sackt ab“ vom 19. Juni:

Seit einigen Jahren haben wir Dürresommer. Wird das so weitergehen, oder ist das ein vorübergehendes Phänomen? Es ist wohlverstanden, dass die Wolkenbildung (und damit Regen) vom Sonnenwind behindert wird. Der Sonnenwind seinerseits wird nach neuesten Veröffentlichungen der Solarforschung von der Gravitationswirkung der Planeten beeinflusst. Stehen die schwersten Planeten von der Sonne aus gesehen in einer Linie hintereinander, dann addiert sich ihre Gravitationswirkung auf die Sonne. Stehen sie sich gegenüber, dann kompensiert sich ihr Einfluss zum größten Teil. Nun stehen im Jahr 2020 die schwersten Planeten Jupiter und Saturn genau in einer Linie – von der Sonne aus gesehen. Ihr Gravitationseinfluss ist also besonders stark, der Sonnenwind deshalb besonders stark, und damit sind die Wolkenbildung und der Regen besonders schwach. Die beiden Planeten standen schon in den Vorjahren nahe an einer Linie und werden es auch in den jetzt folgenden Jahren tun. Danach ist mit weiterer Dürre vielleicht für die nächsten drei Jahre zu rechnen. Nach dieser, wissenschaftlich belegten Kausalkette zwischen Planetenstellung und Dürre, wäre es sinnvoll, jetzt an Maßnahmen zu denken, die die Dürre der nun folgenden Jahre abmildern könnten.

Carl Otto Weiss, Braunschweig

Ich bekomme das kalte Grausen

zum Leserbrief: „Rassen entstehen durch Zucht“ vom 19. Juni:

Wenn ich diese Rassendiskussion verfolge, bekomme ich das kalte Grausen. Zur Klarstellung: Vom Menschen gezüchtete Rassen heißen Zuchtrassen. Daneben gibt es aber eben auch noch Rassen, die die Natur „gezüchtet“ hat. Sie entstehen durch Isolation. Das sind geografische Rassen. Wie will man denn sonst Unterschiede beim Menschen klassifizieren, wenn nicht durch Rassen? Etwa durch die Begriffe Formen, Unterformen oder gar Arten? Dann könnten Menschen auch nach hochentwickelten sowie nach minderwertigen unterentwickelten Arten unterschieden werden. Das wäre ja noch schlimmer. Ansonsten meine ich ebenfalls, dass generell jede Diskriminierung verboten gehört. Denn meines Wissens nach steht die Diskriminierung nach der körperlichen Konstitution nicht im Grundgesetz. Ich als betroffener, übergewichtiger Mensch weiß wovon ich rede.

Thomas Dietrich, Wolfsburg

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