„Gretas Wutrede ist nachvollziehbar“

„Ihr habt mir meine Träume gestohlen“, klagte Klimaaktivistin Greta Thunberg die Teilnehmer des UN-Klimagipfels an.

„Ihr habt mir meine Träume gestohlen“, klagte Klimaaktivistin Greta Thunberg die Teilnehmer des UN-Klimagipfels an.

Foto: Jason DeCrow / dpa

Zu „Klimakanzlerin trifft Klimakämpferin“ vom 24. September und der Rede von Greta Thunberg beim New Yorker UN-Gipfel:

Die Wutrede der Klimaaktivistin Greta Thunberg ist absolut verständlich und nachvollziehbar. Das sogenannte Klimapaket der GroKo ist ein Witz. Wir mündige Bürgerinnen und Bürger lassen den Staats-und Regierungschefs nicht durchgehen, dass Sie nicht nur die Zukunft der jungen, sondern auch der älteren Generation zerstören. Es muss deutliche Nachbesserungen vor dem nächsten UN-Klimagipfel im Dezember geben, sonst gehen Mensch, Tier und Pflanzen unter. Und das will ich nicht.

Karl-Heinz Schmidt, Helmstedt

Liebe Greta, bitte beruhige Dich!

Zum selben Thema:

Was ist nur mit Greta los? Sie will, dass wir alle in Panik geraten. Ihre Kindheit und ihre Träume wurden ihr gestohlen, die Menschheit ist immer nur auf der Jagd nach dem schnöden Mammon und wird über kurz oder lang aussterben – selbst verschuldet. Kann ja sein. Alles ist möglich, sagten schon kluge Leute vor uns. Aber liebe Greta, bitte beruhige Dich und bleibe sachlich. Denk an die Generationen vor uns. Die wurden zum Beispiel in den 1930 und 40er Jahren wirklich um Jahre ihres Lebens betrogen und verführt unter anderem durch fanatisches Gebrüll. Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, viel Radfahren und zu Fuß gehen, ganz wenig fliegen, nicht kreuzfahren, selten das Auto benutzen – ich habe schon keines mehr – und möglichst nicht heulen und keine Hysterie verbreiten.

Erika Fischer, Leiferde

Die Klimabewegung radikalisiert sich

Ebenfalls dazu:

Ich habe immer mehr das Gefühl, dass die Klimadiskussion, aber auch die Demonstranten, immer mehr radikalisiert werden, so nach dem Motto: Wer nicht mitdemonstriert oder die Bewegung in Frage stellt, der wird sofort beschimpft oder diskriminiert. So wie es zum Beispiel den SUV-Fahrern oder -Käufern gegangen ist, die an den Pranger gestellt werden. Es war richtig, dass Greta den Politikern einen Tritt in den Hintern verpasst hat und als Einzelkämpferin den Start zur Klimadiskussion gab, doch dieser Weckruf hat inzwischen radikale Formen angenommen, und man sollte aufpassen, dass das nicht aus dem Ruder läuft und man Andersdenkende, die auch mal die Klima-Demonstranten in Frage stellen, durch Beleidigungen oder Diffamierungen bloßstellt.

Björn Hammerer, Braunschweig

Thunbergs Rede hat etwas verändert

Zum selben Thema:

Da war doch mal was, ich erinnere mich: Vor zirka 2000 Jahren ritt ein Mensch auf einer Eselin in die Stadt Jerusalem und ging in den Tempel des Herrn – und sah, wie Händler, Zöllner, Pharisäer aus Profitgründen das Gotteshaus entweihten. Er schrie: „Ihr macht aus dem Hause meines Vaters eine Räuberhöhle“, und kippte alle Tische um, auf denen Handel betrieben wurde. 2000 Jahre später fährt eine 16-jährige Schülerin auf einem Segelboot über den Atlantik und geht in das Haus der Vereinten Nationen und spricht unter Tränen: „How dare you – wie könnt ihr unseren Planeten töten, nur weil ihr Profit für den einzigen Lebensinhalt betrachtet, und für eure Kinder eine Erde zurücklasst, auf der man nur noch über Müllberge laufen kann?“

Ich muss zugeben, noch vor einem Jahr hatte ich auch eine andere Meinung zu Greta Thunberg und ihren Aktionen. Aber am 23. September und ihrer Rede vor der UN sah sogar ich, wie diese weinende junge Frau uns alle auffordert, etwas zu ändern!

Günther Fischer, Wasbüttel

Der Klimawandel ist nicht zu verleugnen

Zu den Leserbriefen vom 25. September zum Artikel „Die Erderwärmung ist das Beste, was passieren konnte“ und dem Leitartikel „Befangene Bauern“ vom 20. September:

Am Weltklimatag gingen deutschlandweit zirka 1,4 Millionen Bürger gegen die Ignoranz der Politiker und Klimawandel-Leugner auf die Straße. Und ausgerechnet an diesem Tag veröffentlicht die Braunschweiger Zeitung einen Artikel mit der provozierenden These eines Agrarwissenschaftlers, der offensichtlich die erdgeschichtlich bekannten geophysikalischen Zusammenhänge der vergangenen Eis- und Warmzeiten nicht begriffen hat oder nicht begreifen will. Gleichzeitig bescheinigt er einem Großteil der Gesellschaft „einen Realitätsverlust gigantischen Ausmaßes“. Die Mehrzahl der Bevölkerung hat inzwischen verstanden, dass wir einen dramatischen Anstieg des CO2-Wertes erleben, der weit über dem bisher bekannten Schwankungsbereich der vergangenen Eis- und Warmzeiten liegt. Dieser Anstieg ist in den letzten 60 Jahren eingetreten. Und über den verheerenden ökologischen Fußabdruck von Pestiziden, Pflanzenschutzmitteln und Antibiotika in Teilen der Landwirtschaft und Viehzucht brauchen wir wohl nicht zu streiten. Wir sollten uns nicht weiter mit seinen Thesen befassen, sondern die Erkenntnisse der weit überwiegenden Mehrheit der Wissenschaftler mit Nachdruck vertreten.

Achim Spethmann, Braunschweig

Eine Frage der Verhältnismäßigkeit

Ebenfalls dazu:

Das Klima ändert sich, soviel ist sicher. In welche Richtung genau, ist noch unklar. Ob menschengemacht oder nicht, weiß ich nicht. Aber sogar wenn Deutschland die geplanten CO2-Ziele erreichen sollte, wird sich das Weltklima hierdurch nur um wenige hundertstel Grad ändern. Da stellt sich mir die Frage der Verhältnismäßigkeit, wenn wir dafür zig Milliarden ausgeben und den Wirtschaftsstandort Deutschland aufs Spiel setzen.

Hartmut Wand, Wolfsburg

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