„Verstaatlichung klappt nicht“

Bernd Riexinger, Parteivorsitzender von Die Linke.

Bernd Riexinger, Parteivorsitzender von Die Linke.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Zu „Fluggesellschaften in staatliche Hand“ vom 27. Juli:

Liest man das umfangreiche Interview mit Bernd Riexinger, dem Vorsitzenden der Links-Partei, so fragt man sich, wenn man auch nur über etwas Geschichtskenntnisse verfügt, warum unsere Medien die Erben des Kommunismus so viel besser behandeln als die Erben des Nationalsozialismus. Es ist inkonsequent, so zu tun, als gäbe es die zirka 100 Millionen nicht, die Mordopfer kommunistischer Staaten geworden sind. Wie sehr Riexinger vom sozialistischen oder kommunistischen Paradies träumt, wird deutlich, wenn er preisgibt, dass er Fluggesellschaften, Energieversorgung und Bahn verstaatlichen will. Er hat vergessen, dass in den kommunistischen Ländern Wirtschaft und Wohlstand meilenweit unter dem vergleichbarer nichtkommunistischer Länder lag. Das wird deutlich sichtbar, wenn man Golf und Trabbi vergleicht. Es ist unerträglich, dass sich die Angehörigen der Linken, die sich nicht überzeugend vom Kommunismus distanziert haben, als Moralhüter aufführen.

Hans Ochmann, Braunschweig

Wie kommt man auf Verstaatlichung?

Zum selben Thema:

Ich habe das Gefühl, dass Herr Riexinger uns wieder in eine DDR führen möchte. Wie kommt man sonst auf den Gedanken, Fluggesellschaften zu verstaatlichen?
In der DDR ist alles verstaatlicht gewesen, und man hat ja gesehen, was daraus geworden ist. Und jetzt sollen wir auch Klimaflüchtlinge aufnehmen. Kann mir Herr Riexinger vielleicht mal sagen, wo diese dann alle wohnen sollen? Wir haben in Deutschland schon zu wenig bezahlbare Wohnungen. Oder bekommen diese wieder einen Sonderstatus?

Manfred Hölscher, Wolfenbüttel

Die Realität weicht von den Zahlen ab

Zu „Lohnvergleich: In Wolfsburg verdient man mit Abstand am meisten“ vom 22. Juli:

Hurra, endlich mal eine Statistik in der Salzgitter mit vorne ist! Die Löhne in Salzgitter liegen niedersachsenweit auf dem zweiten Platz hinter Wolfsburg. Dann müsste es den Menschen und dem Einzelhandel in Salzgitter ja hervorragend gehen. Doch die Realität zeichnet ein anderes Bild: Das verfügbare Einkommen der Bürger von Salzgitter liegt eher am unteren Ende und auch der Einzelhandel schaut nur neidisch in die umliegenden Zentren. Warum ist das so? Könnte es sein, dass diejenigen, die in unseren Industriebetrieben gutes Geld verdienen, nicht in Salzgitter wohnen möchten? Vielleicht weil es kaum attraktive Wohnungen gibt? Oder weil die City von Lebenstedt zum Einkaufen wenig attraktiv ist? Ein Teufelskreis.
So lange wir hier lieber Neiddebatten führen – sei es bei Neubaugebieten oder der Entwicklung des Salzgittersees – und dem Nachbarn nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gönnen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir keine gesunde Durchmischung der Bevölkerung bekommen und sich damit auch keine hochwertigeren Einzelhändler in der Innenstadt halten können.
Ja, wir sind eine familienfreundliche Stadt, haben schöne Neubaugebiete für Klein- oder Großfamilien – aber hochwertige Wohnungen für zahlungskräftiges Klientel sind Fehlanzeige.
Und noch einmal zum Salzgittersee: Ich kann die polemischen Kommentare der „Ich-bin-gegen-alles“-Fraktion nicht mehr hören, die dann auch noch behaupten, sie sprächen für die Mehrheit der Bevölkerung. Die Wasserskianlage, das Café del Lago oder die Beachbar sind große Bereicherungen für den See. Was spricht dagegen, diese Entwicklung fortzuführen?

Volker Thörmann, Salzgitter

Rabatte für faire Produkte für Schulen

Zu „Gemeinden sollen Ressourcen schonen“ vom 27. Juni:

Es ist erfreulich, dass so ausführlich und mit Bild über die Aktion „Faire Gemeinde“ berichtet wird. Für den Erfolg der Aktion wäre es weiterhin sinnvoll gewesen, den Ort zu nennen, an dem das Bild aufgenommen wurde: Es ist ein Regal im Weltladen im evangelischen Stadtjugenddienst, auf dem man das breite Angebot erahnt.
Der Laden bietet ausschließlich fair gehandelte Waren, die auch fast alle „bio“ sind. Sie stammen von hundertprozentigen Fairhandelsunternehmen. Für Kirchengemeinden, Jugendgruppen oder Schulen bietet der Laden Rabatte bis zu zirka 13 Prozent. Außerdem werden – nach Anmeldung – Verkostungen und Informationsveranstaltungen durchgeführt. Dafür gibt es extra eine pädagogische Mitarbeiterin. Natürlich sind auch Einzelkunden zum Schauen, Diskutieren oder Konsumieren willkommen.

Magdalene Lichte-Dierks,

Braunschweig

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (5)