„Eine umweltunfreundliche Reise“

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) absolvierte ihren ersten Truppenbesuch nach der Vereidigung als Verteidigungsministerin in Celle

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) absolvierte ihren ersten Truppenbesuch nach der Vereidigung als Verteidigungsministerin in Celle

Foto: Christophe Gateau / dpa

Zu „Zur Demokratie gehören Kosten“ vom 25. Juli über die Vereidigung von Annegret Kramp-Karrenbauer als Ministerin während der Parlamentsferien :

Welch eine unsinnige, umweltunfreundliche Dienstreise unserer neuen Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer: 460 Kilometer Inlandsflug für zwei Stunden von Berlin nach Celle und zurück. Ankunft um 16.48 Uhr, Rückflug um 18.50 Uhr. Reine Symbolik – gibt es nicht genügend Bundeswehrstandorte nahe Berlin? Die Antwort: Ja, gibt es. Da hätte sie locker mit dem E-Fahrrad hinfahren können. Wo bleibt da der Aufschrei der Grünen und der von Greta? Das Szenario, dass für sie am gleichen Tag in Berlin 709 Abgeordnete aus dem In- und Ausland aus den Ferien geholt werden, stufe ich nicht anders ein. Die Rechtfertigung „Zur Demokratie gehören Kosten“ finde ich erbärmlich, da man diese Kosten leicht hätte sparen können und dabei noch die Umwelt geschont hätte. Der Normalbürger muss schon auf den Euro schauen um zurechtzukommen. Unsere sogenannten Vorbilder brauchen das scheinbar nicht.

Helmut Krüger, Fallersleben

Komplexe Gründe für Säkularisierung

Zum Leserbrief „Bildung ist Grund für Abkehr von Religion“ vom 24. Juli:

In seinem Leserbrief sieht der Autor die Zunahme der Kirchenaustritte in der besseren Bildung der Menschen von heute angesichts der nicht (mehr) glaubwürdigen mythischen Erzählungen der Bibel begründet. Offenbar hat er keinen oder nur einen sehr schlechten Religionsunterricht gehabt, denn sonst hätte er den „Schuss“ gehört, der im Zuge der europäischen Aufklärung mit der historisch-kritischen Bibelauslegung – beginnend mit Martin Luther bis hin zu Dietrich Bonhoeffer und Rudolf Bultmanns Programm der Entmythologisierung abgegeben wurde. Mit anderen Worten: Es gibt heute wohl kaum einen theologisch Informierten, der noch glaubt, dass beispielsweise Adam und Eva historische Gestalten sind, oder dass Christus in Analogie zu Apollo11 in den Himmel aufgefahren sind. Insofern fällt die Argumentation dem Verfasser auf seine eigenen Füße. Vielmehr sind die Gründe für die Säkularisierung sehr komplex: Sie reichen – um nur einige Gründe zu nennen – von dem materialistischen Zeitgeist (“Warum muss ich für meinen Glauben bezahlen?“) und einem unreflektierten Atheismus bis hin zu Defiziten in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit und zu den kirchlichen Missbrauchsfällen, wobei die evangelische Kirche gleichermaßen mit in „Sippenhaft“ genommen wird.

Hellmut Winkel, Braunschweig

Voraussetzungen haben gestimmt

Zu „Batterieforschung: Rot-schwarz-grüne Koalition gegen die Standort-Wahl“ vom 3. Juli:

Ja, es ist schon schade, dass die Batterieforschung nicht in unsere Region vergeben wurde. Trotz fraglos guter Voraussetzungen. Diese haben aber wohl auch an anderen Bewerberstandorten vorgelegen, die den Zuschlag nicht erhalten haben. Ob für die Entscheidung zugunsten Münster die Nähe zur Heimat und dem Wahlkreis der Minister den Ausschlag gegeben hat, mag sein, man kann viel vermuten.

Im Grunde wird von der Wählerschaft und Öffentlichkeit vor Ort erwartet, dass sich die Abgeordneten für ihre Wahlheimat einsetzen und Projekte an Land ziehen. Entsprechend positiv wird dann berichtet. Siehe auch den Bau der sehr teuren, unterirdischen Stromtrasse, die Minister Gabriel in seinem Wahlkreis halte. Und dafür gibt es überall Beispiele. Die einen feiern, die anderen fühlen sich auf den Schlips getreten. Die zur Schau getragene Empörung halte ich für überzogen.

Thomas Martin, Wendeburg

Es wird Zeit für ein anderes Auftreten

Zum Leserbrief „Ist dem Kulturminister unsere Region egal?“ vom 15. Juli:

Was glauben wir denn eigentlich? Warum wohl werden Fördermittel und dergleichen immer offensichtlicher an Braunschweig vorbei fließen? Hinzu kommt noch, dass die städtische Verwaltung das alte Lied der Harfen-Agnes, „Mensch sei helle“, seit langem nicht mehr beachtet. Wie sonst ist es möglich, dass bei fast allen Bewerbungen, wie zuletzt bei dem Bundesförderungsprojekt „Smart Cities“, Braunschweig in die Röhre guckt und Wolfsburg – natürlich durch Vitamin B – den Zuschlag erhält? Als man aber, wie bei der „5G-Modellregion“, eine Bewerbung mit Wolfsburg gemeinsam einreichte, wurde sie – oh Wunder – gleich akzeptiert. Jede Kleinstadt wird von der Landesregierung besser als Braunschweig gestellt, weil bekannt ist, dass man mit dieser Stadtverwaltung alles machen kann. Anstatt, dass sich die Stadt durch Zusammenschlüsse vergrößert, sieht diese zu, wie Sickte sich mit Cremlingen zusammenschließt und wohl anschließend mit Wolfsburg zusammengelegt wird. Der Braunschweiger Oberbürgermeister scheint blind für diese Probleme zu sein, denn er ist gegen Zusammenschlüsse und kümmert sich lieber um Ehrenbürger – wozu auch immer! Es wird Zeit für ein anderes Auftreten bei Bewerbungen und Anträgen, denn sonst wachen alle erst auf, wenn auch auf unseren Nummernschildern „WOB“ steht!

Dieter Fricke, Braunschweig

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (2)