„Chefin bringt den Sack selbst raus“

In Susanne Jaspers Kolumne „Kinder, Kinder“ ging es neulich um das Befüllen des gelben Sackes. Unsere Leser greifen das Thema auf.

In Susanne Jaspers Kolumne „Kinder, Kinder“ ging es neulich um das Befüllen des gelben Sackes. Unsere Leser greifen das Thema auf.

Foto: Marijan Murat / dpa

Zur Kolumne „Kinder, Kinder: Wundersame Müllvertilgung“ vom 15. Juli:

Der Artikel hat mich an die Zeit mit unseren Kindern erinnert. Das Thema geht mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiter. Einfach cool – das Thema heißt, schau am gelben Sack vorbei und es geht dir gut. Bloß keine Verantwortung übernehmen. Noch nicht mal für einen gelben Sack. Es gibt auch noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die reagieren, doch die sterben langsam aus. Woran liegt diese Problematik? Auch der Vorführeffekt, sprich, Chefin bringt den Sack selbst raus, hat keine Nachahmer. Der gelbe Sack steht eigentlich für viele Dinge, die gemeinschaftlich genutzt werden. Hat jemand eine Idee, wie wir es positiv verändern können? Mich hat der Artikel köstlich amüsiert.

Renate Steinert-Kreisel, Salzgitter

Jesus muss für einen Lacher herhalten

Ebenfalls dazu:

Bis jetzt hatte ich die Kolumne immer sehr gerne gelesen. Die alltäglichen Familienszenen sind gut beobachtet, spritzig und humorvoll geschrieben. Besonders Mütter von Halbwüchsigen können sich gut darin wiederfinden. Wie gesagt, bis jetzt, doch nun stört mich eine Kleinigkeit in ihren Formulierungen außerordentlich: Ist es schick geworden, biblische Inhalte an den unpassendsten Stellen um den Preis eines billigen Gags zu verramschen? Oder warum muss „good old Jesus“ hier für einen Lacher herhalten?

Es ist so unglaublich schade, dass eine oberflächliche Bibelkenntnis offensichtlich vorhanden ist, ein tieferes Verständnis dieser wundervollen Lehren jedoch nie erlangt wurde. Auch wenn die religiöse Entwicklung zu irgendeinem Zeitpunkt stehen geblieben ist und der tiefere Sinn nicht verstanden wird, wünsche ich mir mehr Respekt vor Inhalten biblischer Erzählungen. Fragen Sie doch mal ihren Pastor, er wird ihnen bestimmt gerne weiterhelfen.

Charlotte Jakob, Braunschweig

Mehr öffentliche Verkehrsmittel

Zu „Lohnvergleich: In Wolfsburg verdient man mit Abstand am meisten“ vom 23. Juli:

Wenn bei der Betrachtung der Einkommensverteilung der Wohnsitz zugrunde gelegt wurde, bleibt außer Betracht, dass durch das hohe Pendleraufkommen auch die umliegenden Regionen von den hohen Löhnen in Wolfsburg profitieren. Viele Helmstedter und Gifhorner pendeln nach Wolfsburg, wenige in die andere Richtung. Eine Fusion, die der Kleinstaaterei ein Ende macht, ist überfällig! An vielen Stellen bringen die Landkreis-Grenzen nicht nur jeden Tag Nachteile für betroffene Bürger mit sich, sondern stehen zum Beispiel durch die ungenügende Vernetzung der öffentlichen Verkehrsmittel auch einer ökologischen Verkehrswende im Wege. Wenn ich mit dem Auto 18 Minuten bis in Wolfsburgs Innenstadt brauche, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aber eine Stunde und 49 Minuten – außer ich laufe zwei Kilometer zu Fuß durch Feld und Wald – ist die Antwort einfach.

Roland Schalles, Königslutter

Es wird ein herrlicher Sommer

Zu „Freibäder wappnen sich für Glutofen-Tage“ vom 23. Juli:

Also liebe Leute was soll das? Es ist Sommer, wie in unserer Kindheit. Das war doch so herrlich, barfuß gehen, Kornfelder, Baden gehen. Warum diese Horrornachrichten – es wird heiß. Warum nicht positive Nachrichten, herrlicher Sommer. Es ist zum Glück nicht November. Der kommt ganz bestimmt, mit Nebel und Kälte. Das wollte ich nur mal sagen, denn bisher hatten die zuhause gebliebenen Kinder keine richtigen Sommerferien.

Hannelore Schulz, Salzgitter

Plastikmüll sollte verboten werden

Zu „Klage gegen Werbung der Post in Plastikhülle“ vom 22. Juli:

Wenn es die Post nach eigener Aussage nicht schafft, die Werbung ohne Plastikhüllen „vollständig und nicht verdreckt oder nass“ zuzustellen, dann müßte sie doch konsequenterweise sämtliche Briefsendungen und Zeitschriften in Plastikhüllen zustellen. Denn alle anderen Sendungen kommen doch auch ohne Plastikhülle in aller Regel in gutem Zustand an. Also Schluss mit überflüssigem Plastikmüll.

Andreas Rothkegel, Wolfsburg

Kein Müll gehört in die Natur

Zu „Sind Rauchverbote zu lasch?“ vom 22. Juli:

Abgesehen von der Rauchbelästigung für Kinder und Nichtraucher werfen Raucher oft die Zigarettenstummel in die Natur – diese sind nachweislich sehr schadstoffbelastet. Grundsätzlich sollte niemand mehr Müll in die Natur werfen, sondern diesen einfach wieder mit nach Hause nehmen. In Singapur gibt es 195 Euro Strafe für Schnipsen mit Gummibändern.

Regina Altkemper, Braunschweig

Bildung ist Grund für Abkehr von Religion

Zum Kommentar „Verstaubte Taufbecken“ vom 20. Juli:

Der Redakteur sinniert in seinem Kommentar über die Gründe für die Austritte aus den christlichen Kirchen. Einen Grund sieht er in der Freiheit der Jugend, die Religion zu wählen. Wohl wahr, denn früher übertrugen die Eltern ihre Religion nahtlos auf ihre Kinder. Die Frage ist doch aber, warum treten so viele Jugendliche nicht in die Kirche ein? Meiner Meinung nach hat es mit der immer besseren Bildung zu tun, mit der heutigen Selbstverständlichkeit, Dinge in Frage zu stellen. Wer kann denn noch an einen Gott glauben, der Meere teilt und mit seinem Finger Gebote auf Tafeln schreibt? Das ist, neben anderen Aspekten, der wichtigste Grund für die Abkehr von einer Religion, die Mythen erzählt, die vor 2000 Jahren von den Menschen geglaubt werden konnten. Sich das einzugestehen und nach dem Sinn hinter den Mythen zu forschen, dazu sind die christlichen Kirchen noch nicht bereit.

Wolfram Buchwald, Gifhorn

Salzgitter zwischen Harz und Hartz

Zu „Salzgitter ist kein Hort des Verbrechens“ vom 17. Juli:

Die Salzgitteraner sollen sich subjektiv so sicher fühlen, wie es in Salzgitter objektiv möglich ist, sagt Innenminister Pistorius allen Ernstes. Da können wir ja beruhigt sein. Salzgitter sei kein Hort des Verbrechens, denn die aktuellen Kriminalfälle würden innerhalb abgeschlossener Milieus stattfinden. Wenn Pistorius mit Milieu das bundesweit bekannte Salzgitter zwischen Harz und Hartz meint, hat er recht. Also kein Hort, sondern nur ein Ort.

Aber wenn er mit dem Sicherheitspartner der Stadt ein Stück Papier unterzeichnet und meint, dass sich in Salzgitter etwas ändern würde, weil bis zum Nachmittag fünf zusätzliche Streifenpolizisten und ein paar Köpfe vom zentralen Ordnungsdienst umherlaufen, wird die Realität sehenden Auges verdrängt. Wenn am Wochenende ganze zwei Polizeiautos im Stadtgebiet unterwegs sind, zufällig im Süden, sind es nur lächerliche 25 Kilometer Landstraße, um im Norden im Notfall eingreifen zu können. Da könnte der Freund und Helfer subjektiv schon mal zu spät kommen.

Justus Becker, Sauingen

Wählerwille hatte keinen Vorrang

Zum Leserbrief „Es ist ein klarer Betrug am Wähler“ vom 19. Juli:

Der Leserbriefschreiber fragt, wo der Wählerwille bleibt bei der Besetzung des Spitzenamtes in Brüssel durch Frau von der Leyen. Er hat wahrscheinlich die Vorgänge in Bremen bei der Bürgerschaftswahl nicht verfolgt. Da war die CDU die stärkste Partei, gefolgt von der SPD auf dem zweiten und den Grünen auf dem dritten Platz. Trotzdem wurde die CDU nicht an der Regierung beteiligt, weil der Spitzenkandidat der SPD, Carsten Sieling, ein Bündnis mit den Grünen und der Linkspartei vorzog.

Kaum hatte man das rot-grün-rote Bündnis in trockenen Tüchern, trat der Spitzenkandidat der SPD zurück. Und plötzlich war ein Herr Bovenschulte, der nicht zur Wahl stand, als Oberbürgermeisteraspirant da und wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wählen lassen. Sowohl als CDU- als auch als SPD-Wähler in Bremen würde ich mich schwer getäuscht fühlen, weil auch hier der Wählerwille nicht Vorrang hatte.

Stefanie Grasmann, Braunschweig

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