„Was ist aus unserem Rechtssystem geworden?“

Unsere Leser können das Urteil gegen einen 48-Jährigen, der den Sohn seiner Freundin misshandelte, nicht nachvollziehen.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Unsere Leser können das Urteil gegen einen 48-Jährigen, der den Sohn seiner Freundin misshandelte, nicht nachvollziehen.

Zu: „Kind misshandelt: Bewährungsstrafe“ vom 24. August:

Man kann es gar nicht glauben.

Da wird ein Kind jahrelang misshandelt, und die Mutter sieht zu. Dann erscheint der Täter nicht vor Gericht. Und er wird zu einer neunmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, zusätzlich muss er 1000 Euro an den Kinderschutz zahlen. Und die Mutter, die als Zeugin vorgeladen wurde, erscheint auch nicht. Sie hat wohl immer weggesehen und bleibt straffrei. Da frage ich mich, was aus unserem Rechtssystem geworden ist.

Manfred Hölscher, Wolfenbüttel

Ebenfalls dazu:

Ich bin kein Jurist, aber für dieses Urteil fehlt mir jegliches Verständnis. Der Mann muss doch mindestens für zwei Jahre ins Gefängnis. So lange war der Junge dem Schreckensregiment durch den Freund der Mutter ausgesetzt. Am besten wäre es, ihn ganz wegzusperren.

Bodo Wutschel, Sickte

Zu: „Ein Bundesland kommt nicht zur Ruhe“ vom 24. August:

Worin besteht genau die besondere Lebensleistung der Ostdeutschen, die offenbar einer besonderen Anerkennung bedarf? Keiner spricht von der Lebensleistung der Westdeutschen. Haben die denn keine? Als ich 1984 zusammen mit meiner Familie aus der DDR ausgereist bin, hatte ich immerhin fast 40 Jahre Lebensleistung hinter mir, die bis heute weder anerkannt noch wertgeschätzt wurde, was ich im Übrigen bis jetzt noch nicht vermisst habe. Worin besteht eigentlich diese Entwertung der Lebensleistung im Osten? In materiellen Dingen ja wohl nicht.

Rolf P. Martin, Wolfsburg

Zu: „Abschiedsstimmung in der „Wegwarte““ vom 24. August: Zunächst einmal möchte ich ergänzen, dass die Wegwarte nicht nur ein Treffpunkt für viele Menschen aus der Region von Goslar bis Helmstedt ist, sondern für etliche mittlerweile ein zweites Zuhause. Als Bürger der Samtgemeinde Sickte und erst recht als Ratsmitglied bin ich froh und stolz, so eine Oase der Kultur in der Nähe zu haben. Sie ist Anziehungspunkt unterschiedlicher Alters- und Interessengruppen. Und nun soll das alles rein kommerziellen Interessen weichen? Und damit der Protest nicht zu groß wird, dürfen noch ein paar wenige Tanzpartys stattfinden. Das tut weh und macht einen fassungslos.

Michael Boos, Hötzum

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