Helge Schneider überzeugt in Braunschweig

Braunschweig.  Der bekannte Jazzmusiker spielt ein Konzert und redet viel vor einer großen Menschenmenge in der Stadthalle.

Mit seinem neuen Programm „Die Wiederkehr des blaugrünen Smaragdkäfers“ gastierte Helge Schneider am Sonntag auch in der Braunschweiger Stadthalle.

Mit seinem neuen Programm „Die Wiederkehr des blaugrünen Smaragdkäfers“ gastierte Helge Schneider am Sonntag auch in der Braunschweiger Stadthalle.

Foto: Rüdiger Knuth

Der Musiker und Entertainer Helge Schneider hat am Sonntagabend ein Konzert in der Braunschweiger Stadthalle gegeben. Es waren viele Leute da, große und kleine, Menschen aller Hautfarben und Religionen, aber auch Andersgläubige. Alte und Junge, Dicke und Floristinnen, aber auch Handwerker, vom Baugewerbe, vom Innenausbau, und Nagellackentferner.

Wenn Nagellack auf deinem Sitz klebt, ist das unangenehm. Man kann sich nicht aussuchen, wer neben einem Platz nimmt. Neulich war das ein Nachbar. Das ist der Klaus. Er hat sieben Söhne. Alle sind nach Südamerika ausgewandert, bis auf den achten, der lebt in New York in der belgischen Hauptstadt Antwerpen. Da spielen sie einen guten Jazz, in der Stadthalle in Braunschweig, Helge Schneider und Die Helges.

So hat der 84-jährige Bandleader seine Band genannt, da es ein einleuchtender Name ist. Die Band ist klein und nicht groß, ein Quartett vielmehr, mit Henrik Freischlader an der Gitarre, Thomas Alkier am Schlagzeug und Bodo Oesterling am Brummbass. Und Helge Schneider, der ist der fünfte.

Zum Glück spielen sie nicht nur langweiligen Jazz, das aber sehr gut, sondern Schneider erzählt viel. Er plaudert ein wenig, er hat ja Zeit. Hin und wieder schaut er auf die Uhr. In Südamerika ging es Peters Söhnen eher schlecht, von Mexiko-City bis Mexiko-Stadt, vor allem aber den Töchtern. Die hatten es nicht leicht. So sagt Helge. Vielleicht auch nicht, wer weiß das schon?

Er jazzt halt ein bisschen mit Worten herum, fitz fatz, dudeldidum, wie auch mit diversen Instrumenten, die er virtuos bedient, insbesondere das Vibraphon und das Piano, aber auch ein bisschen die Gitarre. Das ist anstrengend, deshalb kommandiert Schneider gelegentlich den Bodo heran, der bringt Tee. Pfefferminztee. Hmmmmm, der tut wohl. Guter Pfefferminztee. Schenk noch mal ein Tässchen ein.

Dieser Helge Schneider, der sich doch sehr in den Mittelpunkt seiner Show stiehlt, ist stolz, noch weitere Gäste zu präservieren. Zum Beispiel Carlito, den schüchternen Trötenvirtuosen aus Südamerika. Und Sergej Gleithmann, den edlen Ausdruckstänzer. Grauer Vollbart und Hotpants, das sind seine Insignien. Er tanzt schön, man will nicht sagen ungelenk.

Schneiders Band ist gut, das haben wir schon geschrieben. Sie darf manchmal spielen, wenn Schneider einen Einsatz gibt. Das geschieht überraschend, aber das dreiköpfige Trio ist auf Zack. Sie können auch solistisch in Erscheinung treten, vor allem der Freischlader, der dann das Griffbrett hoch- und runter spielt. Aber auch der Bassist und ganz zum Schluss der Trommler überzeugen mit solistischen Einlagen.

So ist es ein unterhaltsamer Abend. Vielleicht auch ein bisschen langatmig, aber insgesamt doch wenig überzeugend – also super. Es ist nicht jedermanns Geschmack, aber schon originell und toll. Finden einige, aber nicht alle, außer morgen.

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