Kinder, Kinder

Mein Kabel gehört mir

„Spätestens am Kamener Kreuz Totalzusammenbruch auf der Rückbank.“

Leute, die sich von einem Fuß auf den anderen hampelnd durchsichtige Ausreden abstammeln, warum sie dir partout nicht den Vertikutierer leihen können, der an 364 Tagen im Jahr im Gartenkabuff vor sich hin gammelt, sind mir suspekt. Frag mich, ich leih’ Dir. Auf eine Frage meiner Söhne hingegen werde ich zukünftig, wenn ich das mir selbst auferlegte Nein-Sagen-für-Anfänger-Trainingslager absolviert habe, mit einem standfesten Nein antworten: KannichmadeinLadekabelham. Das muss ich so lautmalerisch aufschreiben, weil Sie sonst nicht die beiläufig geknödelte Selbstverständlichkeit dieser rhetorisch gewordenen Fragefloskel im Gehörgang haben. Warum ich’s nicht mehr verleihe? Weil ich nicht schnalle, wie man ein offensichtlich lebensnotwendiges Teil, das im Grunde nur vergleichbar mit der Nabelschnur im Mutterleib ist, bei jeder Urlaubsreise zu Hause vergessen kann. Spätestens am Kamener Kreuz Totalzusammenbruch auf der Rückbank. Das von mir geliehene wird umgehend in der Hotelsteckdose vergessen. Mit den abgängigen Kabeln könnte ich den Okerumflutgraben auslegen und mich mit anderen gebeutelten Müttern zur Mahnwache wider das Liegenlassen verschwestern. Es ist zum Mäusemelken! Wieder daheim, haben sie dann wieder ihre Kabel. Und meins baumelt irgendwo zwischen Neapel und Brenner. Nein, nein, und nochmals Nein!

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