Tischgespräche

Warten auf bessere Zeiten

„Bereits ein Tag nach dem Einkauf beginnen die Kräuter zu welken.“

Frisch und vor allem selbst zu kochen – unter Verzicht jeglicher Konserve – ist in diesen Wintermonaten zuweilen eine Herausforderung. Gäbe es den globalen Welthandel nicht, wäre unser heimisches Gemüseangebot ein wenig eintönig. Allerdings – wollten wir wirklich auf Importgemüse verzichten, unter anderem wegen des umweltschädlichen Importes und möglicher Monokulturen ­ – dann müssten wir die hohe Kunst der heimischen und regionalen Küche pflegen und gerne Braunkohl, Wirsing, Rosenkohl oder Steckrüben, in Mengen essen wollen. Gut gewürzt sollte das eine gewisse Vielfalt bringen. Nur ­– selbst frische Kräuter sind in dieser Jahreszeit eher untypisch. Es sei denn, sie kommen aus Gewächshäusern. Ein Ärgernis sind dabei Kräuter aus dem Topf. Sie sehen prima aus, schön grün und appetitanregend. Schnell ist solch ein Topf mitgenommen. Beispielsweise Basilikum für Mozzarella-Tomate, glatte Petersilie für Kartoffelsuppe, Schnittlauch für Speisequark ­ – bereits ein Tag nach dem Einkauf beginnen die Kräuter zu welken, gelb zu werden. Da ist nichts zu machen. Man muss wirklich auf bessere Zeiten warten. Auf den Frühling.

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