Tischgespräche

Die Kartoffel der Indianer

Die Knolle gibt es in Bio-Läden. 90 Prozent der Ernte aber verschwinden in Schnapsbrennereien.

Topinambur ist eine essbare Wurzelknolle und heutzutage nicht mehr vielen Menschen bekannt. Dabei gehört Niedersachsen zu den drei Bundesländern, in denen Topinambur überhaupt angebaut wird. Die Knolle gibt es in Bio-Läden. 90 Prozent der Ernte aber verschwinden in Schnapsbrennereien. Am bekanntesten ist der „Rote Rossler“ mit 40 bis 45 Vol.-Prozent Alkohol. Im frühen 17. Jahrhundert waren französische Auswanderer in Nordamerika allerdings erst einmal froh, diese Knolle im Erdreich entdeckt zu haben, mit der als Hauptnahrungsmittel sie eine Hungersnot überlebten. Sie schickten später diese „Indianer-Kartoffel“ unter anderem nach Paris. Dort hatte man keine Ahnung, wie das Gemüse hieß, und weil gerade ein paar Vertreter des indigenen Volkes der Tupinamba aus Brasilien zu Gast in Paris waren, fand man es wohl amüsant und einfach, die Knolle Topinambur zu nennen. In den zurückliegenden Jahren wurde die Knolle natürlich ausführlich untersucht und so wissen wir heute, dass die Pflanze reich an Inolin ist, das wiederum ausgezeichnet für die Darmflora ist. Homöopathen erklären ganz genau, welche Wohltaten Topinambur zu verdanken sind.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder