Renaturierung

Aller bei Grafhorst wird naturnäher durch neues Stillgewässer

| Lesedauer: 2 Minuten
Der angelegte Altarm (rechts) schließt weiter unterhalb an die neu strukturierte Aller an.

Der angelegte Altarm (rechts) schließt weiter unterhalb an die neu strukturierte Aller an.

Foto: Aller-Ohre-Verband

Grafhorst.  Der Lebensraum Fließgewässer soll verbessert werden. Dazu wurde ein etwa 50 Meter langer Altarm angelegt. Die Baumaßnahme kostet rund 50.000 Euro.

Der Aller-Ohre-Verband (AOV) und der Landkreis Helmstedt setzen gemeinsam einen weiteren Baustein zur Renaturierung der Aller zwischen Grafhorst und Vorsfelde um. Bereits 2018 wurde in der Aller oberhalb des Dükers unter den Mittellandkanal auf insgesamt 1,9 Kilometern eine Renaturierungsmaßnahme durch den Aller-Ohre-Verband und die Volkswagen AG vorgenommen, wie es in einer Mitteilung heißt. Nun sei der nächste Abschnitt realisiert worden.

Die Aller hat laut Aller-Ohre-Verband als prägendes Fließgewässer im Schutzgebiet Wendschotter und Vorsfelder Drömling eine wichtige ökologische Funktion. Dennoch bestehe ein enormes Entwicklungspotenzial, da der Fluss aus Hochwasserschutzgründen auf ganzer Strecke begradigt und ausgebaut wurde. Wichtige Strukturen des Lebensraums Fließgewässer und der Aue fehlen gänzlich.

Lückenschluss zu einer Renaturierungsmaßnahme im Katharinenbach

Aufbauend auf die 2018 eingebauten Kiesbänke und Holzstrukturen wurde durch den weiteren Einbau von Kies und Strömungslenkern ein Lückenschluss zu einer ebenfalls 2018 umgesetzten Renaturierungsmaßnahme im Katharinenbach geschaffen. Insgesamt soll auf diese Weise der Lebensraum Fließgewässer in seinen Substraten, Strukturen und Strömungsgeschwindigkeiten verbessert werden. Ansiedlungen und Ausbreitungen von Kleinstlebewesen wie Libellen und Wasserkäfer, Fische, Amphibien und Wasserpflanzen sind ein Ziel der Maßnahme.

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Das Herzstück der diesjährigen Maßnahme bildet die Anlage eines etwa 50 Meter langen Altarmes: Dieses an die Aller angeschlossene Stillgewässer biete einen wichtigen Lebens-, Schutz- und Reproduktionsraum für viele Arten und verbessere die Verbindung des Gewässers mit seiner Aue. Der Hochwasserschutz der angrenzenden Flächen sei durch die Verlegung des Damms entlang der Aller berücksichtigt worden.

Finanzierung zu 90 Prozent durch EU- und Landesfördergelder

Mit dem Bau wurde die Firma Otto Schulze Tief- und Landeskulturbau beauftragt, die die Maßnahme vom 25. Oktober bis zum 2. November umgesetzt hat. Die Finanzierung der insgesamt etwa 50.000 Euro teuren Baumaßnahme erfolgte zu 10 Prozent durch den Landkreis Helmstedt und zu 90 Prozent durch Fördergelder der europäischen Union und des Landes Niedersachsen im Förderprogramm „Fließgewässerentwicklung“.

Weitere Unterstützungen bei der Ausführung erfolgten durch die anliegenden Feldmarksinteressentschaften, die Kanalverwaltung des Bundes und die Niedersächsischen Landesforsten. Betreut, gesteuert und konzipiert wurde die Verbesserung der Aller in diesem Abschnitt durch den Aller-Ohre-Verband.

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