Tiddischer Erntedankfest mit Drillmaschine und Schlepper

Tiddische.  Der Gottesdienst wurde unter freiem Himmel beim Landhandel Goes gefeiert. Und es durfte aus vollem Herzen gesungen werden.

Pastor Arne Christian Sawall hielt die Predigt und spendete am Ende den Segen.

Pastor Arne Christian Sawall hielt die Predigt und spendete am Ende den Segen.

Foto: Burkhard Ohse / BZV

Entgegen der Wettervorhersage gab es am Sonntag keinen Regen. Gut für die Besucher des Erntedankgottesdienstes der Landeskirchlichen Gemeinschaft Tiddische, die traditionell am letzten Sonntag im September dieses Fest feiern.

Erstmals fand der Gottesdienst beim Landhandel Goes anstatt im Gemeindehaus statt, der dazu seine offene, aber überdachte Halle zur Verfügung stellte. So waren die Gäste fast ganz an der frischen Luft, und es durfte unter Einhaltung aller Hygieneregeln auch gesungen werden. Zudem hatten mehrere Landwirte ihr Lieblingsgerät vom Hof mitgebracht, zu dem sie während des Gottesdienstes von Jens Röhl, ebenfalls Landwirt, interviewt wurden.

So hatte Michael Bertling, Angestellter bei einem Landwirt, einen 270 PS-starken Trecker mitgebracht, Marco Vogel kam mit einem Gespann samt Mulde. Max Fricke dagegen hatte ein kleines Exemplar eines Schleppers dabei, der aber sehr vielseitig ist und auf dem Hof die meisten Stunden macht, wie er sagte. Und Aaron Hermes fuhr mit Trecker samt Drillmaschine vor, dem „wichtigsten Gerät“ auf dem Hof. Für ihn sei es ein Privileg, an der frischen Luft und mit Menschen zu arbeiten, und dann sei da noch die jahrhundertealte Tradition. Alle Interviewten hatten gemeinsam, mit Herz und Seele Landwirt zu sein, wie sie bekannten. „Mich kann man nachts für die Arbeit auf dem Trecker sogar jederzeit wecken“, sagte Bertling. Trotz aller Tradition sei gerade die Landwirtschaft in einem steten Wandel, erklärte Fricke. Eine große Herausforderung sei es, Wasser zu sparen und breit aufgestellt zu sein und sich so für die Zukunft auszurichten.

Pastor Arne Christian Sawall verwies in seiner Predigt darauf, dass er selber Gott in der Natur am nächsten sei. „In Metropolen kann ich nicht länger als zwei Tage sein“, bekannte er sich zum Dorfleben. Und auch, wenn man vieles durch die Evolution erklären könne, finde er einen Platz für Gott. „Denn ich will kein Zufall sein“, bekräftigte er. Zudem sei Zufall nicht wahrscheinlicher, als dass ein Gott hinter der gesamten Natur stehe.

Von der Jugend gab es gegen Ende des Gottesdienstes jeweils ein selber hergestelltes Geschenk für alle anwesenden Landwirte.

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