Sassenburg. In der Gemeinde Sassenburg im Kreis Gifhorn brannte am Donnerstagvormittag ein Wohnhaus. Das wissen die Ermittler zur Brandursache.

Der folgenschwere Dachstuhlbrand in einem Grußendorfer Wohnhaus im Kreis Gifhorn ist durch einen technischen Defekt ausgelöst worden. Zu diesem abschließenden Ergebnis kamen die Brandermittler der Polizei Gifhorn. Nach dem Feuer vom vergangenen Donnerstag gilt das Haus im Wacholderring als Totalschaden. Ein Gutachter wird laut Sprecher Christoph Nowak die Schadenhöhe ermitteln, die Polizei hatte anfangs 350.000 Euro angenommen, doch ein Wiederaufbau dürfte teurer kommen.

Bis zu Sassenburger 80 Feuerwehrleute waren einen halben Tag im Löscheinsatz gewesen, nachdem in dem Wohnhaus in Grußendorf am Donnerstagvormittag ein Feuer ausgebrochen war.

Wie die Feuerwehr berichtet, war im Wacholderring der Ortschaft im Kreis Gifhorn der Dachstuhl in Brand geraten. Die Feuerwehrleitstelle alarmierte alle sechs Ortsfeurwehren der Gemeinde Sassenburg. Nach rund sieben Stunden meldete die Feuerwehr gegen 17.55 Uhr „Feuer aus“.

Als die ersten Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Grußendorf unter Leitung ihres Ortsbrandmeisters Patrick Pahl an der Einsatzstelle eintrafen, bestätigte sich die Alarmierungsmeldung: „Aus dem Dachstuhl war eine starke Rauchentwicklung zu sehen, die bereits auf der Anfahrt sichtbar war. Flammen waren zuerst nur vereinzelt zu erkennen, da die Dachhaut des Brandobjektes noch geschlossen war. Die Bewohner hatten das Gebäude glücklicherweise schon verlassen“, so Einsatzleiter Pahl. Der Bewohner, der selbst die Feuerwehr alarmiert hatte, versuchte noch Löschmaßnahmen mittels Gartenschlauchs zu unternehmen. Diese blieben jedoch erfolglos, wie die Feuerwehr Gifhorn berichtet.

Löschen des Brandes in Grußendorf war zunächst schwierig

Die Brandbekämpfung sei anfangs nicht problemlos möglich gewesen. „Durch die geschlossene Dachhaut des Brandobjektes, konnte zunächst keine Brandbekämpfung von außen erfolgen“, erklärt Pahl. Aus diesem Grund wurde die Drehleiter der Ortsfeuerwehr Gifhorn nachgefordert. Parallel begonnen Trupps unter schwerem Atemschutz die Brandbekämpfung von innen.

Der durch den Brand entstandene Schaden wird auf 350.000 Euro geschätzt.
Der durch den Brand entstandene Schaden wird auf 350.000 Euro geschätzt. © FMN | Michael Uhmeyer

Mit Eintreffen der Gifhorner Drehleiter wurde auch die Brandbekämpfung von außen aufgenommen. Hierzu wurde das Dach des Brandobjektes vom Drehleiterkorb aus mit einem Einreißhaken geöffnet und die darunterliegenden Brandherde abgelöscht. Hierbei kamen auch weitere Trupps, die sich mit Steckleitern Zugang auf das Dach verschafften, zum Einsatz. Um die Brandherde gezielt abzulöschen, wurde das Dach koordiniert mittels mehrerer Wärmebildkameras abgesucht. Das berichtet Bjarne Wegmeyer, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Gifhorn in einer Pressemitteilung.

Feuer in der Gemeinde Sassenburg: Bevölkerungswarnung ausgegeben

Wie auch bei der Innenbrandbekämpfung kamen beim Außenangriff aufgrund des starken Brandrauches nur Trupps unter schwerem Atemschutz zum Einsatz. Auch eine Bevölkerungswarnung wurde rausgegeben. Um für die Brandbekämpfung genügend Kräfte vorhalten zu können, wurden Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren Bokensdorf und Ehra frühzeitig nachalarmiert. Für die Versorgung mit neuen Atemschutzflaschen und Schlauchmaterial sorgte der Bereitschaftsdienst der Feuerwehrtechnischen Zentrale.

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Der Einsatz der Feuerwehr zieht sich bis in die Nachmittagsstunden, da unter der stückweise aufgenommenen Dachhaut immer wieder Glutnester zum Vorschein kommen, die von den Atemschutztrupps abgelöscht werden müssen. Problematisch erweist sich auch die Lage des Gebäudes. Durch die umliegende Bebauung konnte die eingesetzte Drehleiter nur auf der Gebäudevorderseite tätig werden. Rückseitig musste das Dach über Steckleitern begangen und abgedeckt werden. Um auch die letzten Glutnester löschen zu können, wurde dem Löschwasser nun Schaummittel beigemischt, um einen besseren Löscherfolg zu erzielen.

Dachstuhlbrand in Grußendorf: Rund 80 Feuerwehrkräfte im Einsatz

Am späten Nachmittag konnte die Anzahl der Einsatzkräfte von 80 auf 30 Feuerwehrkräfte reduziert werden. Diese wurden durch zwei Rettungswagen sowie die Schnell-Einsatz-Gruppe des DRK, welche sich neben der medizinischen Absicherung auch um die Verpflegung der Einsatzkräfte kümmerte, unterstützt. Zudem waren mehrere Streifenwagenbesatzungen der Polizei und der Energieversorger LSW, welcher das Gebäude strom- und gasfrei schaltete, im Einsatz. Auch der Brandabschnittsleiter Nord, Olaf Müller, machte sich vor Ort ein Bild von der Einsatzlage.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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