Braunschweig. Outdoor-Influencer Anna Jesse und Mario Frigge über wundervolle Harz-Wanderstrecken, naturnahe Campingplätze und die besten Tools.

  • Wanderstrecken im Harz: Mit dem Zug zu erreichen, mit beeindruckender Kulisse und eher unbekannt.
  • Wie Sie selbst schöne Wanderstrecken und Campingplätze finden und ihre Harz-Route planen können.
  • Welche Tools und welche Verpflegung die beiden Outdoor-Influencer aus Braunschweig nutzen.

Wenn das Dachzelt zum zweiten Zuhause wird: Anna Jesse und Mario Frigge sind Outdoor-Influencer und verbringen viel Zeit damit, die schönsten Ecken im Harz zu entdecken. In unserem Braunschweig-Podcast „Yes BS“ geben sie Tipps, wie Tagesausflüge im Harz, aber auch Roadtrips durch Skandinavien am besten gelingen.

podcast-image

1. Wanderstrecken im Harz: Von leicht zu erreichen über abenteuerlich bis zum Geheimtipp

Auch für Harz-Urlauber ohne Auto kann der Wanderspaß sofort losgehen: Bad Harzburg ist gut mit dem Zug zu erreichen und als Ausgangspunkt für viele Wanderungen geeignet: So führt etwa ein 15 Kilometer langer Wanderweg vom Radauwasserfall über die Rabenklippe zum Luchsgehege. Der Startpunkt ist von Braunschweig aus mit Bahn und Bus gut zu erreichen. „Wir haben zwar diesmal keinen Luchs gesehen, aber genau deshalb lohnt es sich den Weg öfter zu gehen“, sagt Anna Jesse

Eine der wohl schönsten Wanderungen, aus Sicht von Jesse und Frigge, wenn auch keine unbekannte Strecke, sei der Weg vom Hamburger Wappen zum Großvaterfelsen auf der Teufelsmauer. Der Weg kann sowohl von Timmenrode als auch Blankenburg in beide Richtungen begangen werden. „Das ist einfach ein spektakulärer Wanderweg und über den Kamm der Teufelsmauer zu wandern ist sehr abwechslungsreich“, sagt Frigge.

Wer einsame Wanderungen, auf denen nur wenige andere Menschen unterwegs sind, liebt, dem empfiehlt Jesse den thüringischen Südharz. „Wir waren neulich bei der Ruine der Burg Hohnstein bei Neustadt im Harz, da war kein Mensch unterwegs, aber es ist sehr schön.“ Die Ruine liegt etwa anderthalb Autostunden von Braunschweig entfernt.

Beliebte Stempelstelle im Harz: An den drei Zinnen der Teufelsmauer.
Beliebte Stempelstelle im Harz: An den drei Zinnen der Teufelsmauer. © HK | Michael Paetzold

2. So finden Harz-Wanderer die besten Strecken

Generell empfehle es sich, auch abgelegenere Orte der Harzer Wandernadel mit ihren 222 Stempelstationen anzufahren. „Da sind durchaus auch Orte dabei, wo man sonst nie hinkommen würde. Da haben wir schon viele schöne Ecken entdeckt“, sagt Mario Frigge.

Drei Apps seien bei dem Entdecken und der Planung von Touren besonders nützlich: Instagram, Google Maps und die Wander-App Komoot: Bei Instagram finde Jesse über Hashtags mit Harz-Bezug Bilder von schönen, unbekannten Ecken, die Nutzer veröffentlichen. Auch bei Google Maps lohne es sich einfach auf der Karte zu suchen und bei Sehenswürdigkeiten, die von Nutzern hochgeladenen Bilder zu durchstöbern. Wer einen Google-Account hat, kann sich bei Maps auch Punkte auf der Karte markieren und abspeichern. „Mit Komoot kann man dann mehrere Punkte auf einer Karte zu einer Strecke zusammenfassen, da sind auch schon viele schöne Strecken angelegt“, sagt Frigge. Unter anderem der Harzer Hexenstieg und andere bekannte Wanderwege sind ebenfalls dort mit den Sehenswürdigkeiten an der Strecke hinterlegt. Auf ihren Instagram-Accounts „annayeees“ und „supaer_mario“ veröffentlichen die beiden Outdoor-Influencer regelmäßig Fotos und Videos mit Impressionen von Harz-Wanderungen.

Anna Jesse und Mario Frigge zeigen unter ihren Accounts
Anna Jesse und Mario Frigge zeigen unter ihren Accounts "anna_yeees" und "supaer_mario", die schönsten Wanderstrecken und Campingspots im Harz. © Mario Frigge | Anna Jesse

3. So findet man im Harz naturnahe Campingplätze

Wildcampen ist sowohl im Harz als auch in ganz Deutschland verboten, doch wer im Harz lieber im Grünen campen will, statt auf einem Groß-Campingplatz, dem empfehlen die beiden Outdoor-Influencer Webseiten wie hinterland.camp, landvergnuegen.com oder park4night.com. Dort sind nicht nur normale Campingplätze vermerkt, auch Bauernhöfe oder Privatleute mit großem Grundstück bieten dort Stellplätze für Zelt, Wohnmobil und Co. an. „Wir haben so im Südharz einen Stellplatz mitten auf einer Streuobstwiese bekommen für 10 Euro pro Nacht“, sagt Frigge.

4. Diese Tools gehören bei jedem Outdoor-Roadtrip auf die Packliste

Die Packliste ist bei jedem individuell, essenziell sind bei längeren Campingreisen sicherlich ein Schlafsack, der auch bei niedrigen Temperaturen warmhält, und robuste Kochutensilien. „Wir verreisen nie, ohne ganz altmodisch eine Packliste Stück für Stück abzuhaken“, sagt Anna Jesse. Gerne vergessen werden zum Beispiel Badelatschen, die jedoch in Campingplatzduschen unverzichtbar sind. Ein Multifunktionswerkzeug wie ein Schweizer Taschenmesser oder ein „Leatherman“ könne zudem in vielen Situationen nützlich sein.

Anna Jesse und Mario Frigge beim Outdoor-Urlaub am Vulkan Maelifell auf Island
Anna Jesse und Mario Frigge beim Outdoor-Urlaub am Vulkan Maelifell auf Island © floatontheroad | Anna Jesse

Was hingegen oft mitgenommen, aber selten genutzt werde auf Roadtrips mit Camping ist ein klassischer Grill. „Es gibt an vielen Campingplätzen gar keine Möglichkeit, den Grill aufzubauen, und letztlich ist man mit einem Gaskocher dann meist doch schneller. Durch spezielle Kochplatten oder Dreibein-Konstruktionen lassen sich Gaskocher auch zu Grills umfunktionieren.

Ihr Newsletter für Braunschweig & Region

Kostenlosen Newsletter bestellen und täglich das Neueste aus der Region im Postfach lesen.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Darüber hinaus gebe es viel an Ausstattung, die zwar optional ist, jedoch den Camping-Alltag erleichtern und verschönern kann. „Für mich sind das zum Beispiel Lichterketten, weil eine schöne Lichtstimmung im Dachzelt einfach ein Wohlfühlfaktor ist“, sagt Jesse. Für Frigge ist es der auf das Kochen von Wasser und anderen Flüssigkeiten spezialisierte Gaskocher „Jetboil“, der innerhalb von 90 Sekunden einen Liter Wasser zum Kochen bringen kann. Auch andere Marken wie „Alpin Loacker“ oder „Primus“ bieten solche Lösungen an. Wer länger in der Wildnis unterwegs ist, aber nicht auf Akkuladung für Kamera, Kühlbox und Co. verzichten will, dem empfehlen die Outdoor-Influencer eine Akkubox, eine Art große Powerbank, die bis zu 700 Watt Leistung ausgeben kann.

5. Verpflegung beim Wandern und Campen: Einfach und trotzdem lecker

Auch interessant

Beim Campingessen stehen bei den beiden nicht nur Klassiker wie Nudeln mit Pesto hoch im Kurs, sondern auch die italienischen Gnocchi. „Gnocchi mit Gemüse lassen sich in einer Pfanne zubereiten, was bei Camping einfach praktisch ist.“ Wenn es eine Feuerstelle gibt, empfiehlt es sich, einen speziellen Feuertopf, den sogenannten „Dutch Oven“ einzupacken, denn darin lassen sich über dem Feuer nicht nur Eintöpfe, sondern auch Pizzen leicht selbst zubereiten. „Man stellt den Ofen mit dem Pizzateig drin ins Feuer, und das dauert keine vier Minuten, bis die Pizza fertig ist“, schwärmt Frigge. Auf Tagesausflügen darf es auch gerne einfach sein: „Wir nehmen aktuell gerne einfach Laugengebäck und Obazda mit auf Wanderung und machen dann eine schöne Brotzeit im Grünen“

Mehr Geheimtipps im Harz und was Anna und Mario bei ihren Outdoor-Urlauben in Skandinavien erleben, erfahren Sie im Podcast „Yes BS“, jetzt in der E-Paper-App, auf Spotify und Apple Podcasts.

podcast-image