In der Manege

Der Familienzirkus ist auf dem Braunschweiger Schützenplatz

| Lesedauer: 4 Minuten
Esel und Ziegen gehören zu der Show des Zirkus Karl Altoff Köllner, der in Braunschweig gastiert. 

Esel und Ziegen gehören zu der Show des Zirkus Karl Altoff Köllner, der in Braunschweig gastiert. 

Foto: Katharina Keller

Braunschweig.  Zirkus Altoff Köllner gastiert in Braunschweig. Es ist eine Mischung aus Artistik, Akrobatik, Tiershow und Spaß für die Kleinen.

„Ich war ja schon ewig nicht mehr im Zirkus“, platzt es aus einer Besucherin heraus, als sie die Plane zur Seite schiebt und das riesige Zelt betritt, sich umblickt und den klassischen Duft von Sägespänen aus der Manege wahrnimmt. Vorstellungen dürfen wieder stattfinden - und so gastiert bis zum Sonntag, 27. März, der Zirkus Altoff Köllner mit seinem Programm auf dem Braunschweiger Schützenplatz.

Viele Familien sind an diesem Nachmittag gekommen: Und insbesondere die kleinen Gäste machen große Augen, als das Licht plötzlich ausgeht. Stille. Dann rauschen Kamele durch die Manege. Clown Francesco macht sich derweil schon einmal auf den Weg durchs Publikum und bringt drei Kinder mit auf die Bühne - und stattet das Trio gleich mal mit Toilettenbürste, einem Besen und einer Saugglocke aus, die sich als Instrumente eignen sollen: trommeln, singen, Gitarre spielen. Passende Musik ertönt aus den Boxen – und vor allem die Kinder finden es ziemlich lustig, als der Clown dazu den Dirigenten gibt.

Es wackelt, aber der junge Mann bleibt stehen - und wagt sogar den Rückwärtssalto

Clown Francesco spielt während der rund zweistündigen Show übrigens eine tragende Rolle. Doch nicht nur mit seiner roten Nase steht der Artist regelmäßig in der Manege. Nico Köllner beweist Humor und gleichermaßen Geschick auf dem „Rola Bola“, also einem Balancegerät: Zuerst kommt das zylinderförmige Rohr auf das Podest, dann folgen Bretter - und immer mehr Bretter, die Köllner gereicht werden.

Schon im Mittelalter war das eine Kunst. Es wackelt, aber der junge Mann bleibt stehen - und wagt sogar einen Rückwärtssalto von einem Brett zum anderen. Da stockt so manch einem Besucher der Atem.

Die Vorstellung ist eine Mischung aus Akrobatik, aus Tiershow mit Hunden, Eseln, Ziegen und Pony - und natürlich auch immer wieder Unterhaltung, in die insbesondere die kleinen Gäste miteinbezogen werden. Sie dürfen kurz vor der Pause alle auf die Bühne kommen und zum „Fliegerlied“ tanzen. „Es ist unsere zweite Station“, berichtet während der kurzen Unterbrechung Zirkusdirektorin Liane Altoff-Köllner.

Der Familienzirkus ist in der achten Generation unterwegs. Die Pandemie war eine schwere Zeit

In Blankenburg trat die Familie bereits in diesem Jahr auf, nachdem sie das Winterquartier verlassen hatte. Die Pandemie sei eine schwere Zeit für den Zirkus gewesen, der nunmehr in der achten Generation unterwegs ist. Doch nun freue man sich, wieder auftreten zu können, betont Altoff-Köllner, ehe sie selbst wenige Minuten später in der Manege steht und die Messer links und rechts neben ihr im Brett landen.

Leroy Köllner indes muss sich erst warmlaufen: Er startet mit drei Bällen, die durch die Luft fliegen. Dann jongliert er mit vier und fünf Bällen. Mit Ringen – und Feuerkeulen. Schließlich will er es wissen: Mit zwei Keulen jongliert er, was natürlich erst einmal ziemlich einfach aussieht. Doch die Steigerung hat es in sich: Während die Keulen bis zum Zeltdach geworfen werden, macht Leroy einen Rückwärtssalto.

Ziel ist natürlich, die Keulen im Anschluss wieder aufzufangen. Das Publikum unterstützt mit Applaus. Doch der erste Versuch scheitert. Den jungen Artisten packt der Ehrgeiz, und er fängt zumindest eine Keule beim zweiten Anlauf. Im letzten Versuch soll es nun klappen. Doch auch der missglückt. Die Besucher in Braunschweig klatschen aufmunternd.

Nicht alles gelingt an diesem Nachmittag (auf Anhieb) – aber das muss es aus sich der Künstler gar nicht. „Es ist schließlich live“, sagt Nico Köllner am Ende der Show, dem ein Aufruf noch ganz wichtig scheint: „Zirkus sollte den Stellenwert bekommen, der ihm zusteht. Er sollte als kulturelles Vergnügen betrachtet werden.“

Bis zum Sonntag, 27. März, gastiert der Zirkus Karl Altoff Köllner auf dem Schützenplatz.

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder