TU Braunschweig

Braunschweiger Forscher gegen Ebola und Lassavirus im Einsatz

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Blick auf das Stadtzentrum von Kigali, Hauptstadt Ruandas.

Blick auf das Stadtzentrum von Kigali, Hauptstadt Ruandas.

Foto: Wolfgang Sunder/ TU Braunschweig

Braunschweig.  Schutz vor lebensbedrohlichen Erregern: Wissenschaftler unterstützen in Ruanda den Bau eines Infektions-Schulungszentrums und einer Isolierstation.

Ebolavirus, Lassavirus, Marburgvirus – neben der COVID-19-Pandemie sind zahlreiche afrikanische Länder nach wie vor von weiteren hochansteckenden Erregern betroffen, die lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen können. Um wirksam und schnell auf Infektionen reagieren zu können, sollen lokale Gesundheitssysteme gestärkt werden.

Dieses Ziel wird jetzt mit dem Aufbau eines Kompetenzzentrums in Ruanda verfolgt – in einem gemeinsamen Projekt der Technischen Universität Braunschweig, des Robert-Koch-Instituts, der Charité Berlin, des Missionsärztlichen Instituts Würzburg und des Rwanda Biomedical Centre. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) fördert das Projekt mit rund 4,9 Millionen Euro.

TU Braunschweig: Einzelne Fälle müssen schnell isoliert werden

Trotz aller Errungenschaften des ruandischen Gesundheitssystems in den vergangenen Jahren gibt es in dem ostafrikanischen Land immer noch große Herausforderungen in der Infektionsprävention und -kontrolle: „So fehlen ausgewiesene Behandlungseinrichtungen für Patient*innen, die durch hochansteckende Erreger erkrankt sind, und ein spezielles Ausbildungsprogramm für medizinisches Personal in diesem Bereich“, heißt es in einer Pressemitteilung der TU Braunschweig.

Denn bei den genannten Erregern müssen selbst einzelne Fälle so früh wie möglich erkannt, isoliert und angemessen behandelt werden. „Schon wenige Infektionen können nicht ausreichend vorbereitete Gesundheitssysteme überfordern“, erläutert die TU. Darüber hinaus verringere eine schnelle Ausbruchsbekämpfung vor Ort weitgehend das Risiko, dass die Erreger in andere Regionen der Welt getragen werden.

Braunschweiger an Bau der Sonderisolierstation und Schulungszentrum beteiligt

Hier setze das Projekt „EFFO-CoE“ an, in dem das Institut für Konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbau (IKE) der TU Braunschweig für sämtliche Planungsaufgaben zuständig ist: Das geplante Kompetenzzentrum wird als Sonderisolierstation und als Schulungszentrum für Mitarbeitende im Gesundheitswesen dienen. Errichtet wird es in der Nähe eines großen Krankenhauses in der ruandischen Hauptstadt Kigali. Hier ist einerseits Fachpersonal vor Ort, andererseits kann auch bereits vorhandene Ausrüstung genutzt werden.

In der Sonderisolierstation sollen vor allem so genannte HCID-Fälle behandelt werden, also Menschen, die mit hochpathogenen, das heißt stark krankheitsverursachenden Erregern (high consequence infectious diseases, HCID) infiziert sind. Mit dem „Centre of Excellence“ wollen die Projektpartner hohe Standards bei der Isolierung, Versorgung und Behandlung der Patienten ermöglichen.

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Team der TU Braunschweig hat schon mehrere Isolierstationen fertiggestellt

Das Schulungszentrum werde Mitarbeitende im Gesundheitswesen in der Behandlung von HCID-Patienten sowohl in der Isolierstation als auch in anderen Gesundheitseinrichtungen schulen. So kann könne die Vernetzung der Gesundheitsinfrastrukturen und des Personals verbessert werden.

In enger Abstimmung mit den Projektpartnern aus Deutschland und Ruanda wird das Institut für Konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbau (IKE) die Entwurfs- und Bauplanung für das Kompetenzzentrum erstellen. Bereits 2019 unterstützte das Team unter der Leitung von Dr. Wolfgang Sunder das Projekt „EFFO-HCF“ zur baulichen Infektionsprävention und stellte mehrere Isolierstationen im Land fertig.

Ende 2024 soll das Kompetenzzentrum starten

„Wir freuen uns sehr, dass wir unsere langjährige Erfahrung im Bereich des Gesundheitsbaus und der baulichen Infektionsprävention in diesem hochrelevanten Projekt einbringen können. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die bestmögliche Versorgung der Patient*innen und die optimalen Arbeitsabläufe des Personals“, sagt Dr. Wolfgang Sunder. Im intensiven Austausch mit den ruandischen und deutschen Partnern soll bis Ende dieses Jahres die Planung abgeschlossen sein. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist Ende 2024 geplant.

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