Frank-Safari-Reitbahn in Not: Tiere haben kaum noch Futter

Braunschweig.  Der Zirkus ist eigentlich Stammgast in Braunschweig. Doch seit über einem Jahr sitzt er im Winterquartier fest und hat keine Einnahmen mehr.

Gino Frank mit seinen russischen Kamelen.

Gino Frank mit seinen russischen Kamelen.

Foto: Norbert Jonscher

Der russische Kamel-Hengst Iwan (6) kaut lustlos auf einem trockenen Strohhalm herum. Neben ihm im Stall lagern noch genau neun Ballen Heu. „Zwei hole ich gleich noch von einem Landwirt ab, damit wir in den nächsten Tagen über die Runden kommen“, sagt Gino Frank (32), Junior-Chef von Frank-Safari-Reitbahn, die seit Monaten in ihrem Winterquartier in Barmke (Landkreis Helmstedt) festsitzt und darauf wartet, dass es endlich wieder losgeht, dass die Einnahmen wieder sprudeln.

Letzte Einnahmen im November 2019

Denn das sei seit November 2019 nicht der Fall. „Wir wollten über Ostern 2020 nach fünfmonatiger Winterpause eigentlich wieder losfahren. Dann kam Corona – und es hagelte Absagen . Dann haben wir uns gesagt: Okay, verschieben wir unsere Tournee um zwei Monate.“ Man habe zu der Zeit noch die Hoffnung gehabt, dass man in den Sommerferien loslegen könne.

Es kam anders. Die strengen Hygieneauflagen hätten den Betrieb der Reitbahn einfach nicht zugelassen, sagt Frank. Ein Hauptproblem sei das Fell der Tiere. Und nun der nächste harte Lockdown. Aktueller Stand: „Wir wissen nicht, ob es im Frühjahr oder Sommer wieder losgehen kann.“

„Wir wissen nicht mehr weiter“

Rund 100 Tiere – darunter Kamele, Pferde, Zebras, Alpakas, Ponys und Ziegen – habe man Tag für Tag zu versorgen. Das im Sommer 2019 eingenommene Geld sei inzwischen komplett aufgebraucht. Im Winter könne man nichts verdienen. Zum Glück habe man im Frühjahr 2020 Hilfe bekommen. „Das hat uns durch den Sommer gerettet.“ Zwei Rollen Heu, die von der ganz großen Sorte, verbrauchten die Tiere täglich.

Zum Glück habe man vor einigen Jahren das Grundstück erwerben können, so dass man hier mietfrei lebe. Nun benötigten die Tiere aber dringend Hilfe. „Wir wissen nicht mehr weiter. Wenn uns irgendjemand irgendwie helfen kann, wären wir sehr dankbar. Wir bitten Landwirte, Futtermittelhändler und die Bevölkerung um Heu und Kraftfutter für die Tiere. Es wird dringend benötigt“, appelliert Frank an die Öffentlichkeit.

Schausteller-Familie in der 8. Generation

Die Safari-Reitbahn ist vielen Menschen in der Region, vor allem Familien mit Kindern, ein Begriff. Die zwölfköpfige Schausteller-Familie ist in der 8. Generation unterwegs. Standorte in Braunschweig sind Lehndorf, Querum, Melverode und die Weststadt. Vor 30 Jahren erwarb Franks Vater die ersten russischen fünf Kamele in Kasachstan und rettete sie dort vor einer ungewissen Zukunft. Russische Kamele, weiß Gino Frank, seien eine ganz besondere Rasse, die sich mit ihrem dicken Winterfell bei Temperaturen um minus 30 Grad erst so richtig wohl fühlten. Deshalb halte man die russischen Kamele draußen, in einem Unterstand. „Im Stall ist es für die Tiere einfach zu warm.“

Wer helfen möchte, erreicht Gino Frank unter der Rufnummer 05356/9690074. Am Telefon könne besprochen werden, wie die Hilfe geleistet werden kann – unter Einhaltung aller Sicherheitsauflagen wegen der Corona-Krise. „Futter zum Beispiel können wir mit dem eigenen Fahrzeug abholen“, sagt der Junior-Chef abschließend.

Spenden: Commerzbank, IBAN DE41269410530662022300. Oder über PayPal: paypal.me/FrankReitbahn

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