Helfer für Corona-Schnelltests in Braunschweiger Heimen gesucht

Braunschweig.  Kampagne „Du für Braunschweig“: Es geht vor allem um Unterstützung an den Feiertagen, um Besuche zu ermöglichen.

Ambet-Geschäftsführer Hans Golmann (hier beispielhaft in einer Test-Situation) bittet um Unterstützung.

Ambet-Geschäftsführer Hans Golmann (hier beispielhaft in einer Test-Situation) bittet um Unterstützung.

Foto: Andreas Rudolph

In Alten- und Pflegeheimen gibt es immer mehr Corona-Infektionen. Um die Lage in den Griff zu bekommen, setzt die Landesregierung auf noch mehr Schnelltests. Laut der neuen Corona-Verordnung müssen Beschäftige zweimal pro Woche einen Schnelltest machen. Besucher brauchen ein negatives Testergebnis, wenn der Inzidenzwert über 50 liegt – was in Braunschweig nach wie vor der Fall ist (am Montag betrug er 89).

Grundsätzlich begrüßen die Heime dies. Allerdings stöhnen sie angesichts der personellen Belastung. Vielerorts arbeiten die Pflegekräfte ohnehin schon an der Belastungsgrenze – die Tests kommen nun noch obendrauf. Die neue Kampagne „Du für Braunschweig“ will hier gegensteuern. Das Ziel: Unterstützung bei den Schnelltests. Möglichst viele Bewohnerinnen und Bewohnern der Pflegeheime sollen die Chance haben, über die Feiertage ihre Angehörigen zu sehen.

Freiwilligenagentur koordiniert die Aktion

Organisiert wird die Kampagne von der Freiwilligenagentur Jugend-Soziales-Sport in Zusammenarbeit mit einigen Pflegeeinrichtungen. Unterstützung kommt von der Öffentlichen Versicherung Braunschweig, den hiesigen Agenturen eventives GmbH und wehyve GmbH sowie von der Stadt. „Eine Pandemie wie diese ist ohne zivilgesellschaftliches Engagement nicht zu bewältigen. Wir sind froh und dankbar über jeden und jede, die mit anpacken kann. Es kann nur gemeinsam gelingen“, sagt Sozialdezernentin Christine Arbogast.

„Erst kam die Corona-Pandemie, dann die damit verbundenen Hygienemaßnahmen – nun die Schnelltests. Unsere Kollegen und Kolleginnen in den Einrichtungen arbeiten ohnehin unter starker Belastung, nun ist all dies kaum noch zu bewältigen“, schildert Hans Golmann, Geschäftsführer des Vereins ambet, der in der Region mehrere Pflegeeinrichtungen betreibt. „Wenn wir im nächsten Winter gemeinsam Glühwein trinken wollen, dann müssen wir jetzt handeln statt klatschen.“

Es sei nicht zumutbar, dass die Mitarbeitenden gleichzeitig die pflegebedürftigen Menschen gut versorgen, zahllose Schnelltestes durchführen und gleichzeitig Stand-by für alle weiteren Notfälle zur Verfügung stehen können, heißt es in der Pressemitteilung zu der Kampagne. Der Gesundheitsschutz für Bewohner und Pflegende müsse auch an den Feiertagen und darüber hinaus ermöglicht werden. Und dafür werde nun dringend Unterstützung benötigt.

Es geht vor allem um organisatorische sowie administrative Unterstützung

Als freiwilliger Helfer kann sich demnach grundsätzlich jeder melden. „Erfahrungen aus dem Gesundheits- beziehungsweise Medizin-Bereich sind gerne gesehen, allerdings keine Voraussetzung“, erklärt Golmann. „Es geht nicht nur um die Durchführung der Schnelltests selbst, sondern vor allem auch um organisatorische sowie administrative Unterstützung im Zusammenhang mit den Tests.“

Über die Webseite www.du-fuer-braunschweig.de gelangen Interessierte zu grundsätzlichen Informationen zu der Aktion und können sich als Helfer registrieren. Freiwilligenagentur-Mitarbeiter Matthias Bertram bittet darum, dass dabei auch Kontaktdaten und verfügbare Zeiten hinterlegt werden. „Dann können wir bestmöglich planen und die Freiwilligen bestenfalls im Umfeld ihres Wohnortes einteilen.“

Tiemo Böhm, Bereichsmanager Senioren & Pflege beim Awo-Bezirksverband Braunschweig sowie Ideengeber und Mitinitiator der Aktion, ist glücklich über das Engagement aus der Kultur- und Kreativwirtschaft: „Ich bin total begeistert von dem Einsatz, den alle Beteiligten in das Vorhaben stecken, und gleichzeitig überrascht, wie schnell die Kampagne auf die Straße gebracht wurde.“

Künftig soll die Webseite www.du-fuer-braunschweig.de für unterschiedlichste Projekte und Vorhaben eingesetzt werden, bei denen in der Region ehrenamtliche Hilfe benötigt wird. Informationen dazu gibt es auf www.instagram.com/dufuerbraunschweig und www.facebook.de/dufuerbraunschweig.

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