Abrissbagger schafft Platz für Wohnhäuser an der Wilhelmstraße

Braunschweig.  Eine Baugenehmigung für das „Lessing-Eck“ steht aber weiterhin aus. Es fehlt noch immer ein Bebauungsplan.

Ein Abrissbagger hat die früheren City-Garagen an der Wilhelmstraße abgerissen. Wie geht es dort weiter?

Ein Abrissbagger hat die früheren City-Garagen an der Wilhelmstraße abgerissen. Wie geht es dort weiter?

Foto: Norbert Jonscher

Am westlichen Ende der Wilhelmstraße, neben Landesschulbehörde und Verwaltungsgericht, sind die Abrissbagger angerückt und machen das Gebäude der früheren City-Garagen platt. Zuletzt waren dort eine Gärtnerei und eine Autoscheiben-Reparatur ansässig. Nun klafft hier eine Lücke, die es zu füllen gilt.

„Lessing-Eck“ wird nicht gebaut

Pläne sahen vor Jahren vor, dass hier das „Lessing-Eck“ entstehen soll, mit 21 Eigentumswohnungen, 35 bis 150 Quadratmeter groß. Inzwischen hat das Areal den Eigentümer gewechselt. Neue Eigentümerin ist seit vergangenem Jahr die Vepro GmbH, ein Braunschweiger Unternehmen.

Geschäftsführer Werner Pfeiffer erklärte gegenüber unserer Zeitung, die Stadt sei über das Bauvorhaben informiert. Eine Baugenehmigung stehe aber noch aus. Gleichwohl habe man sich entschieden, den notwendigen Abriss vorzuziehen, um Zeit zu gewinnen. Der Bebauungsplan Wilhelmstraße-Nord müsse erst noch beschlossen werden.

Drei Wohnhäuser sind geplant

Geplant seien drei Wohnhäuser, eines werde zur Wilhelmstraße hin die vorhandene Bebauung architektonisch aufgreifen und fortsetzen. Durch eine Zufahrt gelange man auf das rückwärtige Grundstück, auf dem weitere zwei Wohnhäuser geplant seien.

Die Stadt erklärte dazu auf Anfrage, in der Tat gebe es noch keine Baugenehmigung. Es fehle der Bebauungsplan, somit bestehe für Teile des Baugrundstückes kein Baurecht. Gleichwohl könne ein Eigentümer, auch ohne Baugenehmigung, ein Gebäude abreißen.

Nächster Verfahrensschritt sei nun die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes. „Wann diese genau stattfindet, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Gegenwärtig wird geklärt, wer die Erschließung des Baugebietes übernimmt“, so Rainer Keunecke, Sprecher der Stadt. Geplant sei, dass die Baulücke straßenbegleitend geschlossen wird, rückwärtig neue Wohnbauten errichtet werden und eine Wegeverbindung entlang des Wendenmühlengrabens realisiert wird.

Bereits 2017 gab es einen Investor für die Baulücke. Klar war damals: Es soll dort etwas ganz Großes entstehen: eine innerstädtische Nachverdichtung, die ins Bild passen soll. Deshalb wollte die Stadt die Bebauung durch einen Bebauungsplan regeln, der 2018 beschlossen werden sollte. Dadurch ergebe sich die Möglichkeit, zwischen Wilhelmstraße, Neuer Knochenhauerstraße und Wendenmühlengraben eine verdichtete, gleichzeitig aber städtebaulich attraktivere Bebauung einzuleiten, hieß es damals. Der Investor sprang ab.

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