Braunschweiger Friedensaktivisten fordern US-Truppenabzug

Braunschweig.  Auch der Verzicht von Kampfdrohnen ist Thema bei einer Kundgebung zum Antikriegstag. Demonstranten zogen durch die Braunschweiger Innenstadt.

Die Friedensaktivisten zogen am Samstag vom Kohlmarkt durch die Innenstadt.

Die Friedensaktivisten zogen am Samstag vom Kohlmarkt durch die Innenstadt.

Foto: Peter Sierigk

Donald Trump fuhr auf dem Fahrrad vorne weg, genauer: eine Braunschweiger Friedensaktivistin, die sich eine Pappmaske mit dem Konterfei des US-Präsidenten aufgesetzt hatte. Unter den Teilnehmern auch: eine Aktivistin mit dem Papp-Antlitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel. So erhielt am Samstag die Antikriegstag-Kundgebung auf dem Kohlmarkt ein wenig „Prominenz“. Denn viele waren es nicht, die sich bei leichtem Nieselregen zusammen fanden.

Auch Polizisten waren dabei. Sie achteten darauf, dass der von der Stadt verordnete Corona-Modus eingehalten wird. Nur mit Gesichtsmasken durften die Friedensaktivisten ihren Zug vom Kohlmarkt durch die Innenstadt antreten, in Dreierreihen, mit zwei Meter Abstand.

Das Motto lautete „Keine Kriege, keine Waffen“

Inhaltlich stand die Kundgebung zum Antikriegstag unter dem Motto „Keine Kriege, keine Waffen: Die Welt will leben, lieben, lachen!“ Hans-Georg Hartwig vom Braunschweiger Bündnis für den Frieden erinnerte daran, dass Nazi-Deutschland am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen den 2. Weltkrieg eröffnet hat. 60 Millionen Tote habe dieser Krieg am Ende gefordert. „Damit sich das nicht wiederholt, begehen wir von der Friedensbewegung seit den 1950er Jahren den 1. September als Antikriegstag.“

Die Kriege und Konflikte im 21. Jahrhundert – Hartwig nannte als Beispiele Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Ukraine, Jemen, Israel/Palästina und Türkei – hätten bereits weit über 1 Million Tote und Millionen Verletzte gefordert. Deutschland ermögliche und unterstütze die weltweiten Kriege durch Stützpunkte für die Nato und die USA. „Deshalb begrüßen wir den Abzug von einem Drittel der in Deutschland stationierten US-Soldaten und fordern einen vollständigen Abzug einschließlich der in Büchel lagernden US-Atomwaffen.“

Ablehnung von Kampfdrohnen

Aus Stuttgart steuerten US-Soldaten Kampfdrohnen und lösten von dort aus völkerrechtswidrige Tötungen aus, erklärte Hartwig. Drohneneinsätze senkten die Schwelle militärischer Gewaltausübung. Der Bundestag entscheide in Kürze über die Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr. „Wir fordern alle Verantwortlichen auf, die Beschaffung solcher Kampfdrohnen abzulehnen.“

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Elke-Almut Dieter vom Braunschweiger Friedenszentrum sagte, man habe bei den weltweiten Militärausgaben inzwischen die 200-Milliarden-Dollar-Grenze erreicht. Militärs und Rüstungsfirmen verfügten über so viel Geld wie seit Zeiten den Kalten Krieges nicht mehr. Dieter: „Wir befinden uns in einer gefährlichen Rüstungsspirale – und Deutschland ist vorn mit dabei.“

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