Maddie-Verdächtiger: Missbrauch in Braunschweig

Braunschweig.  Wegen des Missbrauchs eines Kindes war der Maddie-Verdächtige zunächst freigesprochen worden. Dann schaltete sich die Staatsanwaltschaft Hannover ein.

Oberstaatsanwalt Thomas Klinge (l).

Oberstaatsanwalt Thomas Klinge (l).

Foto: dpa

Der im Fall des vermissten englischen Mädchens Maddie verdächtigte 43-Jährige hat in seiner Zeit in Braunschweig auch ein 5-jähriges Mädchen sexuell missbraucht. In dieser Sache war er bereits 2017 vom Landgericht Braunschweig verurteilt worden.

Amtsgericht Braunschweig spricht Maddie-Verdächtigen zunächst frei

Oberstaatsanwalt Thomas Klinge von der Staatsanwaltschaft Hannover bestätigte unserer Zeitung am Sonntag, dass seine Justizbehörde als überregional zuständige Zentralstelle zur Bekämpfung gewaltdarstellender, pornographischer oder jugendgefährdender Schriften damals ein großes Interesse an einer Verurteilung des 43-Jährigen gehabt habe.

Zunächst habe das Amtsgericht Braunschweig ihn 2016 von der Anklage des Besitzes von Kinderpornographie freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft Hannover als Zentralstelle habe dagegen Rechtsmittel eingelegt, und es sei in zweiter Instanz vor dem Landgericht Braunschweig zur Verhandlung gekommen. In der Zwischenzeit, so Oberstaatsanwalt Klinge, habe sich durch weitere Ermittlungen dann neues, belastendes Beweismaterial ergeben.

Maddie-Verdächtiger dokumentierte Missbrauch

Demnach war bei dem 43-jährigen Verdächtigten ein Datenchip gefunden worden, auf dem er selbst beim Missbrauch eines Mädchens in Braunschweig zu sehen war. Dies trug neben der Anklage wegen des Besitzes von Kinderpornographie und eines weiteren Strafbefehls in Tateinheit zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten bei, die das Landgericht Braunschweig 2017 aussprach.

Schutz des Opfer hat oberste Priorität

Klinge bestätigte gegenüber unserer Zeitung ausdrücklich nicht Berichte eines englischen und eines deutschen Boulevardblattes über die Identität der in Braunschweig missbrauchten 5-Jährigen. Dies sei für die Zentralstelle eminent wichtig, denn über allem müsse beim sexuellen Missbrauch der Schutz der Opfer, zumal im Kindesalter, und auch des Umfeldes und der Familie liegen. Diese Regeln hat sich auch unsere Zeitung auferlegt.

Zuletzt war in Hannover eine Kleingartenanlage durchsucht worden, in der der Verdächtigte eine Parzelle besaß.

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