Baden im Corona-Modus: Viele Eintrittskarten bleiben noch liegen

Braunschweig.  Im Juli kamen laut Stadtbad GmbH bis zu 20.000 Besucher in die Freibäder. Und das hat auch mit den Kapazitätsobergrenzen zu tun.

Die eher geringen Besucherzahlen machen es möglich, dass die Sprungtürme in den Freibädern länger geöffnet sind als sonst.

Die eher geringen Besucherzahlen machen es möglich, dass die Sprungtürme in den Freibädern länger geöffnet sind als sonst.

Foto: Norbert Jonscher / NJ

Pack die Badehose ein… Die Sonne lachte schon morgens vom Himmel, und vor dem Eingang zum Bürgerbadepark in der Nimesstraße bildete sich eine Schlange, die immer länger wurde. Die Besucher warteten darauf, dass es 11.30 Uhr wird. Denn dann öffnete sich für sie ihr Zeitfenster.

Die einen gehen, die anderen kommen – der „neue“ Badealltag im Corona-Modus in Braunschweigs Bädern. Nicht mehr als 750 Personen dürfen maximal ins Bad hinein. Das besagt der Pandemieplan der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Und an diesen hält sich die Stadtbad Braunschweig GmbH. Auch für das Raffteich-Bad gilt: 750 – und dann ist Schluss. Während in Waggum nur 100 Badegäste zugelassen sind.

Nun, ausgereizt wurden diese Zahlen gestern noch nicht. Die Braunschweiger halten sich, was das Baden betrifft, derzeit noch merklich zurück. „Wir vermuten, dass den einen oder anderen die Sorge um Corona umtreibt“, sagt Marketing-Leiter Fabian Neubert. Auch gestern Nachmittag waren noch dutzende Tickets verfügbar, und das bei dem Wetter. Die Zeit zwischen 10 und 11 Uhr sei am meisten gefragt, heißt es. „Später gibt es dann doch deutlich Lücken.“

Wann kann gebadet werden?

Zwischen 6 und 19.30 Uhr kann derzeit in allen Braunschweiger Freibädern gebadet werden. Alle halbe Stunde öffnet sich für die Badegäste ein neues Zeitfenster, dann wird eingelassen, bis die maximale Kapazität erreicht ist. Dieser Modus funktioniere sehr gut, berichtet Fabian Neubert.

Anfangs habe man noch mit einer Obergrenze von 350 Badegästen operiert – wobei man davon ausgehe, dass ungefähr ein Drittel der Besucher sich im Wasser aufhält, während zwei Drittel sich auf der Liegewiese sonnen. „Es zeigte sich bald, dass alles recht entspannt läuft. Die Badegäste zeigen sich sehr einsichtig.“

Wie viele Badegäste kamen?

Die Corona-Krise reißt Tag für Tag immer tiefere Löcher in die Kassen. Bis Ende Juni, rechnet Fabian Neubert vor, habe man rund 15.500 Besucher in den Freibädern gehabt. Vergleichbar mit dem Vorjahr sei die Zahl aber nicht, da die Freibäder in diesem Jahr erst rund vier Wochen später aufgemacht hätten. Zum Vergleich: In der Freibadsaison 2019 waren bis Ende Juni rund 58.500 Besucher gezählt worden. Für Juli 2020 gehe man derzeit von bis zu 20.000 weiteren Besuchern aus.

Wie kriegt man Karten?

Bis auf ein kleines Ticketkontingent vor Ort, das ausschließlich für diejenigen gedacht ist, die keinen Internetzugang haben, verkauft die Stadtbad GmbH Eintrittskarten derzeit ausschließlich online unter shop.stadtbad-bs.de, um größere Menschenansammlungen an den Kassen zu minimieren.

Zu den Vorkehrungen und Schutzmaßnahmen des Betreibers kommt auch weiterhin die Eigenverantwortung der Gäste hinzu, mit den üblichen Maßnahmen (Hust-/Niesetikette, Mund-/Nasen-Schutz) ihrerseits für Sicherheit zu sorgen. „Unsere Wahrnehmung ist bisher, dass dies gut funktioniert und es nur sehr wenige Verstöße gibt.“

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