300 zusätzliche Leih-Scooter in Braunschweig

Braunschweig.  Der Anbieter Lime beginnt mit dem Aufstellen der grün-weißen Elektro-Roller. Eine Ausweitung des Angebots ist geplant.

Die ersten Lime-Scooter wurden Donnerstagnachmittag am Bankplatz aufgestellt.

Die ersten Lime-Scooter wurden Donnerstagnachmittag am Bankplatz aufgestellt.

Foto: STACHURA / JS

Nach Tier nun Lime. Braunschweig bekommt einen zweiten Anbieter von Elektro-Rollern. Vorerst, so Lime-Geschäftsführer Jasher Seyfi, wird das Unternehmen 300 Leih-Scooter aufstellen. „Doch wenn sich unsere Erwartungen erfüllen, möchten wir die Zahl auf 500 erhöhen.“

Lime, gegründet in den USA, ist nach eigenen Angaben der Anbieter mit der größten E-Scooter-Flotte Deutschlands. Die Corona-Krise hatte das Unternehmen schwer getroffen. „Wir haben unsere Expansionsabsichten einstellen müssen. Zwei Monate ruhte sogar der Betrieb. Braunschweig ist die erste Stadt des Jahres 2020, in der wir einen neuen Standort eröffnen“, berichtet Seyfi.

Wie Mitbewerber Tier wird auch Lime nur 100 seiner Leih-Roller in der Innenstadt anbieten. Die übrigen werden innerhalb des Rings verteilt. Das sei Bestandteil der Selbstverpflichtung, so die Stadt Braunschweig. Die Beschränkung gelte für jeden Anbieter. Zurzeit gebe jedoch keine weiteren Interessenten.

Die Selbstverpflichtung, so Seyfi, sei für Lime kein Grund gewesen, von einen Standort in Braunschweig abzusehen. „Dies verlangen alle Städte. Die Vereinbarungen unterscheiden sich nur in Details. Das ist längst Teil des Geschäfts.“

Kritik am „wilden Abstellen“

Zumal sich Lime auch „als Partner der Stadt Braunschweig versteht, um E-Scooter als Teil der Mobilität noch attraktiver zu machen“, so Seyfi. Perspektivisch würde Lime auch gern Scooter in den Außenbezirken Braunschweigs anbieten. Ein weiteres Thema könnte nach dem Beispiel Berlin die Ausweisung fester Leihstationen auf Parkplätzen sein. Ausschließlich feste Abstell- und Leihstationen anzubieten, werde sich nicht durchsetzen, meint Seyfi: „Leih-Scooter sind Bestandteil einer spontanen Mobilität.“ Wobei ihm einer der größten Kritikpunkte am Geschäftsmodell natürlich nicht entgangen ist. Das „wilde Abstellen“ der Scooter. Mitunter sogar quer zum Fußweg.

Der Lime-Geschäftsführer meint dazu: „Das Phänomen tritt besonders stark bei der Einführung von Leih-Scootern auf. Unsere Beobachtung ist jedoch: Die Kunden reagieren auf die Kritik und achten darauf, das abgestellte Scooter niemanden behindern. Natürlich nicht alle Kunden, das darf man nicht erwarten. Aber der weit überwiegende Teil.“

Fußhebel für die Hinterrad-Bremse

Das Lime-Angebot unterscheidet sich vom Mitbewerber Tier stellenweise „Wie auch in Hannover zahlen unsere Kunden 20 Cent je Minute“, so Seyfi. Einen Cent mehr also als bei Tier. Der weit größere Unterschied liegt jedoch im Bremssystem. Tier orientiert sich eher an Fahrrädern: zwei Handhebel am Lenker für die Bremsen an Vorder- und Hinterrad. „Wir orientieren uns dagegen am Roller: Die hintere Bremse wird klassisch per Fußhebel bedient. So wie man es aus Kindertagen kennt. Außerdem ein Handhebel am Lenker für die Trommelbremse am Vorderrad.“

Wie gut das klappt, so kündigte Seyfi so, werden die Kunden in der nächsten Woche kostenlos testen können. Es falle nur die Freischaltgebühr von 1 Euro an. Der Minutenpreis entfalle während dieser Zeit. Er kündigte zudem an, dass Lime demnächst eine Logistik-Station in Braunschweig eröffnen werde. Zurzeit müsse noch aus Peine angereist werden. „Wir stehen aber bereits mit Vermietern in Verhandlungen.“

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