E-Scooter in Braunschweig: Noch hakt es bei den Regeln

Braunschweig.  Es wird verbotswidrig auf Gehwegen und in der Fußgängerzone gefahren. Die Polizei zog auch schon Promille-Sünder aus dem Verkehr.

Mitten in der Fußgängerzone, am Langen Hof, wurden die drei E-Scooter abgestellt.

Mitten in der Fußgängerzone, am Langen Hof, wurden die drei E-Scooter abgestellt.

Foto: Norbert Jonscher

Sie kurven unbeschwert kreuz und quer durch die Fußgängerzone, auf Gehwegen und suchen sich vielfach auf unkonventionelle Weise ihre Wege. Die neuen E-Scooter-Piloten geraten zunehmend ins Visier von Polizei und Zentralem Ordnungsdienst. Seit mehr als zwei Wochen, seit eine Firma mit 200 Elektro-Leihrollern an den Start gegangen ist, ist ihre Zahl sprunghaft gestiegen. Die lindgrün lackierten Scooter erobern das Stadtbild. Und ihre Zahl nimmt zu: Auch der Anbieter Lime stellt jetzt 300 E-Scooter auf.

Alkohol am Lenker

Was manchem Fahrer bei all dem neuen Fahrvergnügen nicht ganz klar zu sein scheint: Es gelten auch für E-Scooter-Fahrer strenge Regeln im Straßenverkehr. Das haben am Wochenende drei E-Scooter-Fahrer (28 und 29 Jahre alt) erlebt, die angetrunken unterwegs waren. Einer versuchte noch, mit dem Roller zu fliehen, konnte aber von der Polizei eingeholt werden. In allen drei Fällen gab’s eine Strafanzeige wegen Trunkenheit im Verkehr. „Für die E-Roller gelten die gleichen Promillegrenzen wie bei jedem anderen Kraftfahrzeug“, sagt Polizeisprecher Dirk Oppermann. Es drohe der Verlust des Führerscheins.

Was sagt die Polizei?

Auch ansonsten hakt es laut Polizei hier und da noch ein bisschen beim Fahrverhalten. Leider hätten noch nicht alle Nutzer die Regeln gänzlich verinnerlicht. Häufigstes Fehlverhalten: das verbotswidrige Befahren von Fußwegen und das Fahren in der Fußgängerzone.

Was mancher möglicherweise noch nicht weiß: Wer auf dem Gehweg erwischt wird, zahlt 15 bis 30 Euro, wer nebeneinander fährt zahlt das Gleiche. Und bei Rot über eine Ampel werden zwischen 60 und 180 Euro fällig.

Auch im Rathaus gingen Beschwerden ein, wenn auch nur wenige, wie Sprecher Adrian Foitzik erklärt. Direkt nach dem Start des Verleihsystems seien einzelne E-Scooter insbesondere an Haltestellen der Verkehrs-GmbH verkehrsbehindernd abgestellt worden.

Wo dürfen die Scooter fahren?

E-Scooter sind auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen erlaubt. Nur wenn diese fehlen, darf auf die Fahrbahn ausgewichen werden.

– Auf dem Gehweg, in der Fußgängerzone und in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung dürfen die kleinen E-Roller nicht fahren – außer das Befahren wird durch das Zusatzzeichen „E-Scooter frei“ erlaubt.

– Wichtig: Das Zusatzschild „Radfahrer frei“ (Zeichen 1022-10) gilt nicht für die Fahrer von Elektrotretrollern.

Braucht man einen Führerschein?

Der Fahrer benötigt keinen Führerschein. Das Mindestalter für das Fahren mit einem Elektro-Tretroller liegt bei 14 Jahren. Eine Helmpflicht besteht nicht.

Wie sich die Elektroroller fahren lassen, haben wir kürzlich getestet.

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