Braunschweiger Kitas nehmen Regelbetrieb im August wieder auf

Braunschweig.  Bei geringen Infektionszahlen sind gemischte Gruppen, vollumfängliche Betreuungszeiten und die Aufnahme neuer Kinder möglich.

Auch die Eingewöhnung neuer Kinder soll gut ermöglicht werden.

Auch die Eingewöhnung neuer Kinder soll gut ermöglicht werden.

Foto: Uli Deck / dpa (Symbolfoto)

Ab August kehrt der Regelbetrieb in die Kitas und die Schulkindbetreuung im Stadtgebiet zurück. Bereits in der letzten Woche vor der Ferienzeit haben mehr als 110 Kindertagesstätten den Regelbetrieb vorgezogen umgesetzt. In Abhängigkeit des Infektionsgeschehens, so die Stadt, hat das Kultusministerium drei Szenarien erarbeitet:

„Szenario A“ basiere auf landesweit geringen Infektionszahlen, die einen umfassenden Regelbetrieb zulassen. Gemischte Gruppen und vollumfängliche Betreuungszeiten sollen angeboten werden. Auch die Aufnahme neuer Kinder könne erfolgen.

„Szenario B“ geht von deutlich erhöhten Infektionszahlen aus, bei denen Gruppen getrennt und gegebenenfalls gestaffelt werden. Ziel sei es, ein Betreuungsangebot für alle Kinder, wenn vielleicht auch in zeitlich begrenztem Rahmen, anzubieten. Die Bezugspersonen sollten, soweit möglich, festen Gruppen zugeordnet werden.

„Szenario C“ umfasst die Notbetreuung im Fall eines Lockdown mit Quarantäne. Dazu gehört auch die Schließung aller oder einzelner Kitas beziehungsweise Gruppen.

Großteil der Aktivitäten wird an die frische Luft verlagert

„Damit der Regelbetrieb zur Pandemiezeiten gelingt, müssen alle an einem Strang ziehen,“ erklärt Martin Albinus, Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familie. Es gelte weiterhin, erhöhte Hygienestandards umzusetzen. Dazu zählten insbesondere Abstands- und Hygienevorgaben im Kita-Alltag. Wenn möglich, werde ein Großteil der Aktivitäten an die frische Luft verlagert.

Besondere Sensibilität erfordere in dieser Zeit auch die Eingewöhnung neuer Kinder, die zumeist nach den Ferien startet. In dieser außergewöhnlichen Zeit seien alle Leitungs- und Fachkräfte besonders bemüht, neue Kinder und Familien bestmöglich zu begrüßen und individuell einzugewöhnen. Dennoch müssten bewährte Abläufe angepasst werden.

„Der Aufenthalt von Eltern ist auf ein Mindestmaß zu begrenzen und erfordert eine gute Dokumentation, Einhaltung von Abstandsregelungen und Hygienevorgaben einschließlich Mund-Nase-Schutz“, teilt die Stadt mit. „Damit die Abstandsgebote begleitender Eltern eingehalten werden können, erfolgt teilweise eine gestaffelte Aufnahme und auch dabei bietet es sich an, möglichst viel Zeit im Freien zu verbringen.“

Betretungsverbot nach Rückkehr aus Risikogebiet

Besonders im Blick stehen laut Albinus derzeit auch Kinder, die mit ihren Familien von Urlaubsreisen zurückkehren. Für sie gelte: Wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder hierzulande zu Corona-Erkrankten Kontakt hatte, darf die Einrichtungen für 14 Tage nicht betreten.

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Die Liste der Risikoländer wird vom RKI fortlaufend aktualisiert und umfasst aktuell auch einige Balkanstaaten, die Türkei sowie Luxemburg und die USA. Hier bleibe gegebenenfalls auch die bundesweite Diskussion zur Einführung einer entsprechenden Testpflicht abzuwarten.

Darüber hinaus gelte es weiterhin, die alltägliche Bring- und Abholsituation zu koordinieren. Dies setze eine gute Vorabstimmung zwischen Kita und Eltern voraus.

Notfalls kann vom Fachkraft-Kind-Schlüssel abgewichen werden

Damit für den Regelbetrieb ausreichend Personal zur Verfügung steht, biete das Land den Kitas und Trägern bis zum Herbst weitere Möglichkeiten zur Kompensation von Personalausfällen an. „Eine aktuelle Abfrage bei den Trägern hat ergeben, dass an den meisten Standorten im Stadtgebiet ausreichend Personal zur Verfügung steht“, so die Stadtverwaltung. „An einigen Standorten ist die Situation aufgrund von Beschäftigten der Risikogruppe jedoch weiterhin sehr angespannt.“

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Notfalls könne daher weiterhin vom Fachkraft-Kind-Schlüssel abgewichen werden. Auf jeden Fall sei jedoch der Einsatz einer pädagogischen Fachkraft je Gruppe erforderlich. Als Zweitkraft könne auch eine andere geeignete Person eingesetzt werden. Im Zuge des Kinderschutzes ist jedoch vor dem ersten Einsatz in jedem Fall die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses obligatorisch. Beim Erreichen von Kapazitätsgrenzen könne es an einzelnen Standorten dennoch zu Einschränkungen der Betreuungszeiten kommen. Erste Ansprechpartner für die Eltern sind dabei immer die Einrichtungsleitung und der Träger.

Mit dem Regelbetrieb kehrt nun auch die reguläre Entgeltpflicht zurück.

Kontakt: (0531) 4708493 (Kita) und (0531) 4708512 (Schulkind).

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