Braunschweiger CDU kritisiert geplante Kaufhof-Schließung

Braunschweig.  Parteichef Carsten Müller mahnt zudem den Oberbürgermeister zu mehr Aktivität: Dieser erscheine untätig, einfallslos. Nötig seien innovative Konzepte.

Vor einigen Tagen hat der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Konzern bekannt gegeben, dass bundesweit 62 Warenhäuser geschlossen werden sollen – darunter die Filiale am Bohlweg.

Vor einigen Tagen hat der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Konzern bekannt gegeben, dass bundesweit 62 Warenhäuser geschlossen werden sollen – darunter die Filiale am Bohlweg.

Foto: Henning Noske

Angesichts der geplanten Schließung des Kaufhofs am Bohlweg meldete sich am Samstag die Braunschweiger CDU zu Wort. In einer Pressemitteilung kritisiert die Partei, dass die Filiale in Braunschweig geschlossen werden soll.

Zunächst verweist der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Carsten Müller darauf, dass die jetzt als Kaufhof betriebene Filiale noch in der Horten-Zeit (1974 bis Mitte der 90er) unter den zehn umsatzstärksten Filialen der damals noch 70 Filialen in Deutschland zu finden gewesen sei.

„Maximales Entgegenkommen gegenüber den Arbeitnehmern“

„Niemand kann noch bestreiten, dass es Galeria Karstadt Kaufhof nicht gelungen ist, das Warenhauskonzept tragfähig und erfolgreich durch die Herausforderungen von Online-Versandhandel und gewandelten Einkaufsgewohnheiten zu bringen.“

Die CDU fordert, dass – wenn schon keine Investitionsoffensive erfolge, die eigentlich nötig und wichtig wäre – die geplanten Schließungen mit maximalem Entgegenkommen gegenüber den Arbeitnehmern erfolgen sollen.

„Wir brauchen jetzt proaktive Gespräche“

Vor diesem Hintergrund zeige sich die CDU mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) unzufrieden, so Müller, da dieser hinsichtlich der bedeutenden Einschnitte in der Innenstadt erneut untätig und einfallslos erscheine. „Wir brauchen jetzt proaktive Gespräche mit allen in Frage kommenden Anschlussnutzern, idealerweise solche, welche die gesamte Innenstadt aufwerten“, heißt es in der Pressemitteilung.

„Wir wünschen uns dazu auch innovative Konzepte. Auf keinen Fall darf sich die Blockade und der Dauerleerstand wie im Max-Bahr-Komplex an der Otto-von-Guericke Straße wiederholen“, so Müller. „Der Max-Bahr-Komplex steht seit Jahren leer, weil die Stadt das Nutzungskonzept des neuen Eigentümers seit 2018 ablehnt.“

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Kommentar

Vorwürfe treffen ins Leere (Von Cornelia Steiner)

Der CDU-Chef Carsten Müller erhebt Vorwürfe, die nicht nachvollziehbar sind. Natürlich darf man den Oberbürgermeister kritisieren. Allerdings bleibt rätselhaft, was Müller konkret erwartet. Schon an dem Tag, als das geplante Kaufhof-Aus bekanntgegeben wurde, hatte Ulrich Markurth angekündigt, mit der Volksbank BraWo als Eigentümerin der Immobilie über künftige Entwicklungen zu sprechen – um diese Innenstadtlage aufzuwerten. Das klingt nicht nach Untätigkeit.

Auch die Bank hatte mitgeteilt, schon beim Kauf der Immobilie 2017 mit der Stadt Ideen für eine spätere Nutzung diskutiert zu haben. Nun werde man die Pläne forcieren und gemeinsam etwas Großes realisieren, heißt es. Das wirkt nicht gerade „einfallslos“. Dahinter könnten sich bereits die von Müller geforderten innovativen Konzepte verbergen.

Auch sein Vergleich mit dem Max-Bahr-Komplex trifft ins Leere: Ja, der Leerstand ist ärgerlich. Ein Grund dafür sind aber die Vorgaben des „Zentrenkonzepts Einzelhandel“ zum Schutz des City-Handels. Wenn die CDU daran etwas ändern will, hätte die Fraktion dies längst öffentlich thematisieren können.

Wer andere attackiert, sollte echte Argumente haben.

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