Braunschweig zeigt Flagge gegen rechte Corona-Leugner

Braunschweig.  Mehrere hundert Menschen folgten am Samstag einem Aufruf von „Bündnis gegen Rechts“ und demonstrierten gegen rechte Verschwörungstheoretiker.

Hunderte demonstrierten am Samstag gegen die Partei „Die Rechte“ am Burgplatz

Hunderte demonstrierten am Samstag gegen die Partei „Die Rechte“ am Burgplatz

Foto: Norbert Jonscher

Unter dem Motto „Gegen Seuchendiktatur – Grundgesetz durchsetzen“ haben am Samstag Mitglieder der Partei „Die Rechte“ auf dem Burgplatz demonstriert. Erschienen waren aber nur eine Handvoll Parteimitglieder. Auf der anderen Seite folgten mehrere hundert Menschen einem Aufruf des „Bündnis gegen Rechts“ zu einer Gegendemonstration.

Nach Abschluss einer mehr als einstündigen Kundgebung zogen die „Rechten“, begleitet von einer Polizei-Hundertschaft, demonstrativ hinüber zum Altstadtmarkt, wo bereits am 1. Mai eine Kundgebung hatte stattfinden sollen.

Erste Demo war abgesagt worden

Sie war jedoch von der Stadt im Hinblick auf die Corona-Gefahr abgesagt worden. Auch um die Samstag-Demo hatte es ein juristisches Tauziehen gegeben. Die Stadt sagte die Veranstaltung ebenfalls ab, das Oberverwaltungsgericht Lüneburg gab am Freitag grünes Licht.

Eingekeilt von zwei Gegendemo-Fraktionen, die sich an der Burgplatztreppe und an der Münzstraße postiert hatten, kamen die Redebeiträge der Rechten am Samstag kaum zu Gehör. Zu laut war das Trillerpfeifengewitter, zu schlecht die eigene Lautsprecheranlage, die auf einem alten VW-Jetta aufgebaut war.

Unzufriedenheit mit der politischen Situation

Im Mittelpunkt der Reden: die Unzufriedenheit mit der politischen Gesamtsituation, insbesondere mit den Corona-Reglementierungen der Bundes- und der Länderregierungen.

Landesvorsitzender Lennart Schwarzbach meinte: Das Corona-Virus sei „höchst zweifelhaft, was die Ansteckungsgefahr angeht“. Es gebe „Leute, die glauben, sie sterben, wenn sie jemand die Hand geben“. Die Panikmache habe die Kanzlerin zu verantworten.

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Christian Worch sagte, die von der Regierung verfügte Maskenpflicht wirke wie ein „Maulkorb“ für die Bürger, die so nicht sagen könnten, „was für einen Unsinn die da oben verzapfen“. Es komme der Zeitpunkt, kündigte er an, wo die nächste Grippewelle von der Kanzlerin zur Pandemie erklärt werde.

Für die Gegendemonstranten sprach Sebastian Werthmüller, Bezirksgeschäftsführer von Verdi. Er bezeichnete die Rechte als „Sammelbecken für alles, was sich rechts neben der AfD bewegt“ und lobte die Stadt, die zum zweiten Mal versucht habe, Demos der Rechten zu verbieten.

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