Unfallstatistik 2019: Mehr Tote und Verletzte in Braunschweig

Braunschweig.  Radfahrer sind überproportional von schweren Unfallfolgen betroffen. Die Polizei hat auch mehr Fahrer unter Einfluss von Alkohol und Drogen erwischt.

Im August kollidierten auf dem Altewiekring nahe der Jasperallee zwei Autos – dies war einer von insgesamt 8076 Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr im Stadtgebiet (ohne Autobahnen).

Im August kollidierten auf dem Altewiekring nahe der Jasperallee zwei Autos – dies war einer von insgesamt 8076 Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr im Stadtgebiet (ohne Autobahnen).

Foto: Philipp Ziebart / BestPixels.de (Archiv)

Die Unfallstatistik der Polizeiinspektion bietet eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Die Zahl der Verkehrsunfälle im Stadtgebiet (ohne Autobahnen) ist mit 8076 im vergangenen Jahr stabil geblieben. Die schlechte: Die Zahl der Verletzten und Toten ist gestiegen. Elf Menschen zwischen 27 und 84 Jahren kamen ums Leben: fünf Radfahrer und jeweils zwei Fußgänger, Autofahrer und Kradfahrer.

„In nur zwei Fällen waren die Verstorbenen nicht als Unfallverursacher anzusehen“, so die Polizei. Vielen ist noch der dramatische Unfall auf der Salzdahlumer Straße in Erinnerung: Ein 37-Jähriger war unter Drogeneinfluss vor der Polizei geflüchtet und mit 140 bis 160 Stundenkilometern in zwei Autos gekracht. Ein 33-jähriger Autofahrer war sofort tot, ein anderer wurde schwer verletzt.

Die Hauptunfallursachen haben sich laut der Statistik nicht verändert: In fast 40 Prozent der Fälle handelt es sich um Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren. Dann folgen unter anderem mangelnder Abstand (20 Prozent), Fehler beim Abbiegen (11 Prozent) sowie die Missachtung der Vorfahrt (10 Prozent). Zu hohe Geschwindigkeit ist in der Stadt nur in rund 3 Prozent der Unfälle ausschlaggebend.

Wie die Statistik zeigt, wurden bei Verkehrskontrollen mehr Fahrer festgestellt, die unter Einfluss von Alkohol (296, im Vorjahr 222 ) oder Drogen (227, im Vorjahr 130) standen. Allerdings gab es weniger entsprechende Unfälle: 91 mit Alkohol und 5 mit Drogen.

Einen Anstieg verzeichnet die Polizei hingegen bei Unfällen, bei denen Kinder verletzt wurden: 82 Unfälle im Vergleich zu 71 im Vorjahr. Die Präventionsarbeit soll hier unvermindert fortgesetzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt für Prävention sind der Polizei zufolge Senioren. Wenn sie an einem Unfall beteiligt waren, dann waren sie in 68 Prozent der Fälle die Hauptverursacher. Die Resonanz auf Informationsangebote mit der Verkehrswacht, dem Seniorenbüro und den Automobilclubs ist laut der Polizei sehr groß. Ältere Menschen sollen dadurch mehr Sicherheit im Straßenverkehr erlangen.

Ein anderes großes Thema ist unverändert der Radverkehr. Im vergangenen Jahr gab es 604 Unfälle, in die Radfahrer involviert waren. Davon wurden 294 Unfälle von Radfahrern selbst verursacht, also knapp die Hälfte. Die anderen Unfälle wurden vor allem durch Autofahrer verursacht, aber unter anderem auch durch Fußgänger.

Bei 404 Unfällen wurden Radfahrer verletzt, und es gab 5 Todesfälle. Damit sind Radfahrer überproportional von schweren Folgen betroffen. Die häufigste Ursache bei Unfällen mit Verletzten, die von Radfahrern selbst verursacht wurden, war der Statistik zufolge das Fahren entgegengesetzt der vorgeschriebenen Richtung.

Unfälle mit Pedelecs machen bislang nur einen kleinen Teil aus, nehmen aber zu: 38 von insgesamt 604 Fahrrad-Unfällen. Die Polizei betont, dass insbesondere die neu eingerichtete Fahrradstaffel die Radfahrer in täglichen Kontrollen und Gesprächen auf Gefahren hinweist.

Hinweis: Der Artikel wurde aktualisiert. In der früheren Version war im Absatz zu den Radfahrern versehentlich eine unvollständige Erläuterung. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (2)