Bürgerstiftung Braunschweig beschert der Stadt Aha-Momente

Braunschweig.  Die Braunschweiger Bürgerstiftung hat Wissenswertes über die Stadt zusammengetragen.

Die Braunschweiger sind ein bunter Haufen – ihre persönlichen Herkunfts-Geschichten sind mit 160 Nationen verbunden.

Die Braunschweiger sind ein bunter Haufen – ihre persönlichen Herkunfts-Geschichten sind mit 160 Nationen verbunden.

Foto: Rawpixel / Getty Images/iStockphoto

Vielfalt hat in Braunschweig eine lange Tradition. Schon Heinrich der Löwe zog flandrische und friesische Kolonisten in die Stadt, die das Leben bereicherten – und mit ihrem Wissen erleichterten. Die Friesen beispielsweise halfen, den Stadtkern zu entwässern. Die Friesenstraße zwischen Schlossarkaden und Museumspark erinnert heute noch daran, in einer Zeit, in der Menschen aus rund 160 Nationen in Braunschweig leben. „Dass es so viele Nationalitäten sind, war für mich ein Aha-Moment“, sagt Susanne Hauswaldt, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Braunschweig. Und für viele solcher Momente will die Bürgerstiftung auch bei den anderen Braunschweigern sorgen. Im Report „Braunschweig ImPuls“ hat sie erstmals Wissenswertes rund um die Stadt zusammengetragen.

Auf 23 Seiten sind statistische Daten anschaulich aufbereitet. Wussten sie, dass das westliche Ringgebiet mit 35.420 Menschen der einwohnerstärkste Stadtbezirk ist? Dass die Zahl der Sonnentage im Jahr seit 1951 um 16 Tage gestiegen ist? Dass im Staatstheater Uraufführungen von Goethe und Lessing stattfanden? Und dass neben dem Fußballspiel 1874 auch Basketball in Deutschland erstmals in Braunschweig gespielt wurde, nämlich im Jahr 1896? „Wir wollen zeigen, was Braunschweig ausmacht, was hier los ist und war, was sich verändert hat“, sagt Hauswaldt. Und nicht zuletzt solle darüber ein Dialog mit den Bürgern entstehen, und die Menschen sollen zum Handeln ermuntert werden. Auf vielen der Themenseiten stehen „Tu Du’s“. „Das sind Tipps dazu, was man selbst machen kann.“ Einfach mal beim Haus der Kulturen vorbeischauen oder als freiwillig Engagierter bei der Bürgerstiftung am interkulturellen Training teilnehmen, steht beispielsweise auf der Doppelseite zur Vielfalt. Unter Freizeit wird Bürgersport im Park empfohlen, unter Bevölkerung, beim Bürgersingen oder an den Stadtführungen „12x Braunschweig“ teilzunehmen.

Handlungsempfehlungen leitet die Bürgerstiftung nach der Recherche für den Report aber auch für sich selbst ab. Die größte Gruppe der Braunschweiger mit Migrationshintergrund sind die Polen. „Da lohnt es doch darüber nachzudenken, das Bilderbuchkino in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek auch in polnischer Sprache anzubieten.“

Bei der Auswahl der statistischen Informationen hat sich die Bürgerstiftung an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (UN) orientiert. Beim Thema Vielfalt beispielsweise lassen sich die UN-Ziele Geschlechtergleichheit, weniger Ungleichheiten sowie Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen veranschaulichen. Die Idee zu einer Publikation wie „Braunschweig ImPuls“ kommt aus Kanada, erzählt Hauswaldt. Der dortige Dachverband habe die Idee mit den deutschen Bürgerstiftungen geteilt. Umgesetzt hat es als erste im vergangenen Jahr die Bürgerstiftung Hamburg. „Der Name ‘ImPuls’ kommt aber aus Braunschweig.“ Er solle für weitere Publikationen dieser Art von Bürgerstiftungen in Deutschland auch beibehalten werden. In zwei Jahren soll es den zweiten „Braunschweig ImPuls“ geben.

Jetzt ist aber erstmal der erste dran. 20.000 Exemplare wurden mit finanzieller Unterstützung der Braunschweigischen Landessparkasse gedruckt. Und die wären schon längst zu haben gewesen, wäre die Coronakrise nicht. Eine entsprechende Release-Veranstaltung war für den 23. März geplant. Nun ist das Heft vorerst nur bei der Bürgerstiftung Braunschweig, Löwenwall 16, zu haben. Vorbei am Haus der Braunschweigischen Stiftungen werden Besucher einige Exemplare unter dem Vordach der Bürgerstiftung finden. Hauswaldt: „Sobald es dann wieder möglich ist, werden wir den Report auch öffentlich auslegen, in Cafés, Arztpraxen, Büchereien und anderen öffentlichen Stellen.“

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