Ricarda-Huch-Schüler bei Bundeswettbewerb Informatik vorn

Braunschweig.  21 Schüler der Ricarda-Huch-Schule haben beim Bundeswettbewerb Informatik den Schulpreis in Gold gewonnen. Sieben nehmen an der nächsten Runde teil.

Sándor Fekete (stehend), Informatikprofessor an der TU Braunschweig, ist zu Gast in einer Informatik-AG der Ricarda-Huch-Schule. An den Tischen sitzen Schüler, die nun im Leistungskurs Informatik sind und erfolgreich am aktuellen Bundeswettbewerb Informatik teilgenommen haben. Auf den Tischen stehen Turings-Tumbles, ein Logikspiel mit Murmeln, mit dem sich logische Grundlagen der Informatik erarbeiten lassen.

Sándor Fekete (stehend), Informatikprofessor an der TU Braunschweig, ist zu Gast in einer Informatik-AG der Ricarda-Huch-Schule. An den Tischen sitzen Schüler, die nun im Leistungskurs Informatik sind und erfolgreich am aktuellen Bundeswettbewerb Informatik teilgenommen haben. Auf den Tischen stehen Turings-Tumbles, ein Logikspiel mit Murmeln, mit dem sich logische Grundlagen der Informatik erarbeiten lassen.

Foto: Ricarda-Huch-Schule

Wie man auf schnellstem und günstigstem Weg per Auto quer durch Deutschland reisen kann, mag zu Zeiten des Coronavirus, in denen die Bewegungsfreiheit des Bürgers zunehmend eingeschränkt wird, nicht die allerhöchste Priorität haben. 21 Schüler der Ricarda-Huch-Schule hat die Beantwortung dieser Frage jedoch ziemlich weit gebracht. Sie war eine der Programmier-Aufgaben, der sie sich im Bundeswettbewerb Informatik gestellt haben. Und damit haben sie im laufenden Wettbewerb dem Braunschweiger Gymnasium als einziger Schule in Niedersachsen den Schulpreis in Gold eingebracht. Die Ricarda-Huch-Schule darf sich nun Bundeswettbewerbsschule Informatik nennen.

Ins Leben gerufen wurde der Wettbewerb vor 40 Jahren von der Gesellschaft für Informatik. Die bundesweiten Informatikwettbewerbe, zu denen auch der Informatik-Biber und der Jugendwettbewerb Informatik zählen, werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Träger sind neben der Gesellschaft für Informatik, der Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie und das Max-Planck-Institut für Informatik. Die Bundesweiten Informatikwettbewerbe stehen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten, aktuell Frank-Walter Steinmeier.

Rund 1500 Schüler haben sich bundesweit an dem Wettbewerb beteiligt, der nun in die zweite Runde geht. Rund 780 Schüler kamen weiter, an der Ricarda-Huch-Schule qualifizierten sich 21 Jugendliche. Sieben von ihnen versuchen nun, ins Finale zu kommen und werden Lösungen für die zweite Runde einreichen.

Benjamin Sauerstein koordiniert als Informatiklehrer die Teilnahme der Ricarda-Huch-Schule an dem Wettbewerb. Bereits vor zwei Jahren hatten seine Schüler an der Gaußschule, wo er zuvor tätig war, den Preis geholt. Zur zweiten Runde sagt er: „Diese Aufgaben sind auf Uni-Niveau, aus dem zweiten oder dritten Semester.“ War in der ersten Runde noch Gruppenarbeit erwünscht, müssen die Schüler die Aufgaben nun allein lösen. Die bundesweit 30 Besten werden dann im Herbst zur dritten Runde eingeladen, einem Kolloquium, in dem jeder ein Gespräch mit je einem Informatiker aus Schule und Hochschule führt und im Team zwei Informatik-Probleme analysiert und bearbeitet. Und aus diesen Teilnehmern wird das deutsche Team rekrutiert, das an der Informatikolympiade teilnimmt, die dieses Jahr in Singapur, Lettland und Ungarn stattfinden soll.

Doch schon die erste Runde des Wettbewerbs bringt viel mehr ein als die 300 Euro Preisgeld. Für Sauerstein wertet der Wettbewerb die Arbeit im Fach Informatik an den Schulen auf. „Es ist toll zu sehen, wie sich die Schüler entwickeln.“ Es entstehe ein Austausch mit Schülern aus ganz Deutschland, ein Netzwerk. Und Austausch gibt es auch noch auf einer anderen Ebene: Die Schüler der Ricarda-Huch-Schule wurden zu Workshops bei Google in München und dem Heise-Verlag in Hannover, die unter anderem die Zeitschrift c’t herausgibt, eingeladen. „Da können die Schüler nicht nur fachlich einiges lernen, sondern auch in den Arbeitsalltag reinschnuppern.“ Allerdings ließen die für März geplanten Veranstaltungen noch auf sich warten. Wegen der derzeitigen Krisenlage wurden sie verschoben.

Die Nachfrage nach dem Fach Informatik sei an der Ricarda-Huch-Schule groß, sagt Sauerstein. Sowohl nach den Arbeitsgemeinschaften in den Klassen 5 bis 10 und der Oberstufe, als auch nach Informatik als Schulfach. Für das kommende Schuljahr hätten sich wieder fast alle Elftklässler für das Fach Informatik entschieden. „Die Schüler wissen genau, wie wichtig dieses Fach ist. Darin sind sie vielen Erwachsenen voraus“, sagt Sauerstein. „Ich höre oft, dass die Schüler etwas anderes studieren wollen, Maschinenbau oder Physik beispielsweise, ihnen Programmieren aber trotzdem wichtig ist.“

Sauerstein begrüßt daher sehr, dass Informatik in Niedersachsen ab dem Schuljahr 2023/24 zunächst in Klasse 10, ein Jahr später auch in Klasse 9 zum Pflichtfach wird. „Das ist genau der richtige Schritt.“

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