Corona in Braunschweig: Alle Fakten auf einen Blick

Braunschweig.  Aktuell am Dienstag: Sieben-Tage-Inzidenz in Braunschweig liegt bei 27,9. Die TU begrüßt ihre Erstsemester erstmals virtuell.

Von Woche zu Woche kommen weitere Lockerungen: Die Restaurants freuen sich auf noch mehr Gäste (hier die Osteria all Ombretta mit Besitzerin Beatrice Sciavilla). Die Stadt Braunschweig wirbt mit der Aktion „Zeige Herz“ für die Einhaltung der Corona-Regeln (hier mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Feuerwehr-Chef Torge Malchau). In den Parks wird Sport gemacht. Auf dem Messegelände gab’s die „Kirmes to go“. In den Biergärten verfolgen etliche Fans die Fußballspiele, und in der Innenstadt sind die Passantenzahlen wieder auf Normalniveau.

Von Woche zu Woche kommen weitere Lockerungen: Die Restaurants freuen sich auf noch mehr Gäste (hier die Osteria all Ombretta mit Besitzerin Beatrice Sciavilla). Die Stadt Braunschweig wirbt mit der Aktion „Zeige Herz“ für die Einhaltung der Corona-Regeln (hier mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Feuerwehr-Chef Torge Malchau). In den Parks wird Sport gemacht. Auf dem Messegelände gab’s die „Kirmes to go“. In den Biergärten verfolgen etliche Fans die Fußballspiele, und in der Innenstadt sind die Passantenzahlen wieder auf Normalniveau.

Foto: Bernward Comes, Norbert Jonscher, Peter Sierigk, Florian Kleinschmidt (Bestpixels.de)/Stadt Braunschweig

In diesem Wintersemester starten weniger junge Menschen ins Studium als sonst. Die TU Braunschweig hat rund 3300 Erstsemester virtuell begrüßt.

Wer wird momentan getestet, wer gilt als Kontaktperson und wer muss in Quarantäne? Alle Antworten auf einen Blick.

Im Ausbildungszentrum des Marienstifts gibt es einen Corona-Fall. Mehrere Auszubildende und Lehrer sind seit Mitte Oktober in Quarantäne.

Der Braunschweiger Infektionsforscher Michael Meyer-Hermann ist enttäuscht über die neuesten Maßnahmen: Er warnt vor einer weiteren Corona-Ausbreitung in Deutschland.

Schon im Frühjahr hatten Lehramtsstudierende der TU Braunschweig Schülern während der Homeschooling-Zeit geholfen. Am Dienstag, 20. Oktober, startet das Projekt „Lern-Buddies“ erneut. Eltern und Schüler können sich melden.

Die große weihnachtliche Genossenschafts-Tafel im Steigenberger Parkhotel für Menschen mit geringem Einkommen muss in diesem Jahr wegen Corona ausfallen. Stattdessen spenden drei Genossenschaften 10.000 Euro für die Braunschweiger Tafel.

Das Verwaltungsgericht hat jetzt entschieden, dass es kein grundsätzliches Anrecht auf Homeschooling gibt. Geklagt hatten zwei Braunschweiger Schüler, deren Eltern einer Risiko-Gruppe angehören.

Gastronomen in Braunschweig dürfen ihre Freisitzflächen auf Antrag im Winter so herrichten, dass sie genutzt werden können. Außenbereiche dürfen überdacht werden.

Das Gesundheitsamt ist die Zentrale der Corona-Abwehr. Es herrscht Hochbetrieb. „Wir telefonieren uns die Ohren wund“, sagt der Bereichsleiter.

Die Lage am Braunschweiger Klinikum ist weiterhin entspannt. Ein neue Verordnung ermöglicht wieder mehr Elektivbehandlungen.

Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt soll stattfinden. Das Stadtmarketing führt jetzt weitere Gespräche mit den Schaustellern und allen weiteren Beteiligten. Es gilt, den Markt zu entzerren. Im Gespräch sind unter anderem ein Alkoholverbot und Eintritt.

Die CDU-Ratsfraktion schlägt einen zeitlich gestaffelten Schulbeginn vor, um Busse und Bahnen in den Stoßzeiten zu entlasten. Die BSVG befürwortet die Idee.

Entwicklung der Infektionen in Braunschweig

Die 7-Tage-Inzidenz in Braunschweig liegt aktuell bei 27,9 (Stand Dienstag, 20. Oktober). Das heißt: Innerhalb der letzten sieben Tage gab es 27,9 Infizierte pro 100.000 Einwohner.

Die wichtigen Grenzwerte, auf die sich der Bund und die Länder geeinigt haben: Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner soll dort die Maskenpflicht ausgeweitet werden, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen. Die Gästezahl bei privaten Feiern soll auf 25 Teilnehmer im öffentlichen und 15 Teilnehmer im privaten Raum begrenzt werden. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen soll es eine Begrenzung bei privaten Feiern auf maximal 10 Teilnehmer im öffentlichen Raum sowie auf höchstens 10 Teilnehmer aus maximal zwei Hausständen im privaten Raum geben. Auch eine Sperrstunde in der Gastronomie ab 23 Uhr ist möglich sowie eine Begrenzung von Teilnehmern bei Veranstaltungen auf 100 Personen.

Bislang wurden insgesamt 615 Corona-Infektionen in Braunschweig nachgewiesen (Stand Dienstag, 20. Oktober), 13 mehr als am Montag. 100 Menschen sind zurzeit erkrankt, 497 sind genesen.

Kurzzeitig hatte es im Juni zwei Tage lang keine Corona-Erkrankten in Braunschweig gegeben. Der zwischenzeitlich letzte Erkrankte war am 16. Juni aus der Quarantäne entlassen worden.

Bislang sind in Braunschweig 18 Menschen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben. Alle Verstorbenen waren zwischen 55 und 96 Jahren alt. In der Statistik werden alle Menschen erfasst, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. Es wird nicht differenziert, ob ein Patient direkt an Covid-19 gestorben ist oder aufgrund einer anderen schweren Vorerkrankung.

In Braunschweigs Krankenhäusern werden zurzeit 7 Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 behandelt. Dabei kann es sich auch um einen Patienten aus der Region handeln. Zudem werden in dieser Zahl auch Corona-Verdachtsfälle erfasst. (Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Menschen wird von der Stadtverwaltung einmal wöchentlich erhoben. Die nächste Aktualisierung erfolgt voraussichtlich am 21. Oktober.)

Ab 90 Neu-Infektionen innerhalb von sieben Tagen ist in Braunschweig wieder mit Beschränkungen zu rechnen. Das Ziel: eine Überlastung von Kliniken und Gesundheitsamt verhindern. Die Stadtverwaltung hat dem Rat die „Corona-Ampel“ vorgestellt.

Mit einer großen Plakat- und Anzeigenkampagne unter dem Motto „Zeige Herz“ will die Stadt für das besondere Leben in Corona-Zeiten sensibilisieren. Es geht um die wichtigen Regeln im Miteinander.

Es gab viele Diskussionen über Corona-Tests: Wer sollte getestet werden? Wie sinnvoll ist das? Welche Kapazitäten gibt es? Wer ist zuständig? Im Interview erläutert Professor Dr. Jan Kramer vom LADR Laborverbund Details zu den Testverfahren.

Die aktuellen Regelungen

Seit 9. Oktober gilt die neue Corona-Verordnung in Niedersachsen. Erstmals werden jetzt auch Treffen im Privaten beschränkt: Drinnen dürfen sich nur bis zu 25 Menschen treffen, draußen auf privatem Gelände bis zu 50.

In allen Szenarien gelten zudem die Vorgaben zum Abstandhalten und Tragen des Mund-Nasen-Schutzes. Diese gelten nur bei Gruppen von maximal zehn Menschen nicht – bei Angehörigen oder Mitgliedern zweier Haushalte kann die Zahl sogar größer sein.

Für private Treffen in öffentlichen Räumen – etwa in der Gastronomie – gelten andere Regeln. Dort sind bis zu 100 Teilnehmer erlaubt. Diese Obergrenze könnte den Richtwerten für die Neuinfektionen entsprechend zunächst auf 50 und dann auf 25 Gäste gesenkt werden. Bei Zusammenkünften und Feiern, an denen mehr als 50 Personen teilnehmen, dürfen ab 18 Uhr reine Spirituosen und ab 22 Uhr gar kein Alkohol angeboten oder konsumiert werden.

Veranstaltungen wie Messen, Kongresse oder auch Weihnachtsmärkte, an denen das Publikum mindestens zeitweise steht, bedürfen unabhängig von der Zahl der Teilnehmer der vorherigen Zulassung. Es müssen Hygienekonzepte und Abstandsregelungen eingehalten werden. Darüber hinaus müssen die Infektionszahlen in den nächsten Wochen stabil bleiben.

Für Veranstaltungen mit sitzendem Publikum, egal ob drinnen oder draußen, gilt eine Obergrenze von 500 Besuchern. In Theatern, Opernhäusern oder Kinos, wo es kaum Interaktion der Besucher gibt, gilt nun nur noch ein Mindestabstand von einem Meter statt eineinhalb Metern.

Sportveranstaltungen sind auch mit mehr als 500 Zuschauern möglich, aber nur mit vorheriger Zulassung. Auch für Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen oder Synagogen gibt es keine generelle Obergrenze, sie hängt von den räumlichen Kapazitäten ab.

Eine Maske ist weiterhin dort zu tragen, wo Abstände von 1,5 Metern nicht eingehalten werden können. Pflicht ist sie insbesondere beim Einkaufen und in Bussen und Bahnen.

Die Schwimmbäder haben wieder geöffnet. Auch Saunen dürfen öffnen.

In den Fußball-Bundesligen wird zurzeit mit einigen Zuschauern experimentiert. Volle Stadien sind nach wie vor nicht möglich.

Clubs und Discos bleiben geschlossen. Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern sind untersagt.

Alles Wichtige rund um Kita, Schule und Uni

Es gibt einen weiteren Corona-Fall an einer Schule in Braunschweig: Jetzt ist die Otto-Bennemann-Schule (BBS) betroffen.

Braunschweiger Schulleiter, Eltern und Schüler schildern ihre Erfahrungen. Zehn Schulen im Stadtgebiet waren in den letzten Wochen betroffen. Am Wilhelm-Gymnasium ist momentan nur schwer „normaler“ Unterricht möglich: Mehr als die Hälfte des Kollegiums muss angesichts von Corona-Fällen vorsorglich zu Hause bleiben.

Wie können Erstsemester an der TU Braunschweig starten? Das Wintersemester bleibt überwiegend digital, doch es soll mehr Präsenz-Veranstaltungen geben als im Sommersemester. Der Aufwand dafür ist immens.

Sozialdezernentin Christine Arbogast erläutert in einem Brief an alle Lehrer, Schüler und Eltern das Vorgehen des Gesundheitsamtes bei einer Infektion.

Wie gut ist der Infektionsschutz an Braunschweigs Schulen? Die Stadtverwaltung erklärt, wie das Ansteckungsrisiko minimiert werden soll – und wie gut Schüler und Lehrer fürs Homeschooling ausgestattet sind.

Die Polizei nahm zum Schulbeginn Schülerräder unter die Lupe: Wie sicher sind die Kinder und Jugendlichen unterwegs? Die Radfahrprüfung war wegen Corona ausgefallen. Es gibt einen Nachholtermin.

An der Nibelungen-Realschule hatte sich Anfang September eine Schülerin mit dem Corona-Virus infiziert. Die Klasse war in Quarantäne. Wenige Tage später kam die gute Nachricht: Es gab keine weiteren Corona-Fälle an der Schule.

Die John-F.-Kennedy-Realschule vermisst Waschbecken – und sie ist nicht die einzige Schule. Die Notlösung sind Desinfektions-Spender.

Einschulung mit Schultüte und Mundschutz: Für 2000 Jungen und Mädchen in Braunschweig war der Samstag ein ganz besonderer Tag.

Wiedersehen auf engstem Raum: Am ersten Schultag war die Wiedersehensfreude bei allen groß – aber auch die Sorge vor einer Ansteckung.

Ein Problem: Vormittags werden Grundschüler wegen Corona strikt nach Jahrgängen getrennt. In der Schulkindbetreuung aber werden die Kohorten gemischt. Die vorübergehende Lösung: In der Schulkindbetreuung gilt Maskenpflicht.

Ende August startete das neue Schuljahr: Mit dem „Kohorten-Prinzip“ soll es so normal wie möglich losgehen. Erstmals kommen die Klassen wieder in ganzer Stärke zusammen. Was sagen Lehrer, Schülervertreter und Eltern?

Eine triefende Nase, ein leichter Schnupfen reichten im Juni und Juli aus, damit ein Kind von der Kita abgeholt und 14 Tage zu Hause betreut werden musste. Das hat sich nun geändert: Braunschweigs Kitas dürfen verschnupfte Kinder betreuen. Das Landesgesundheitsamt hat die Vorgaben geändert – zur Erleichterung von Eltern, Arbeitgebern und Ärzten.

Das „Home Schooling“ stellte alle Schüler vor eine große Herausforderung. Um mögliche Hindernisse abzubauen und Nachteile zu vermeiden, bietet die „Kommunale Schulsozialarbeit“ für die Schüler aller Haupt- und Realschulen sowie der IGS Querum und der Sally-Perel-Gesamtschule ein „Home Schooling“ in Zusammenarbeit mit 15 Braunschweiger Jugendzentren an. Die Jugendzentren stellen Räumlichkeiten, Zeiten und technische Voraussetzungen wie WLAN und Rechner zur Verfügung. Bei Interesse können sich Schüler, Lehrer und Eltern Kontakt melden: Informationen gibt es bei Andreas Zimpel unter der Telefonnummer (0531) 470-8643 oder per E-Mail: , Stichwort: Kommunale Schulsozialarbeit.

Der Stadtschülerrat hatte noch im alten Schuljahr ein Video gedreht mit Tipps, wie sich Schüler am besten vor einer Infektion schützen können. Fünf Regeln werden insgesamt aufgestellt. Inzwischen gibt es auch ein Video für Grundschulen.

Schule im Corona-Modus: Schüler des zehnten Jahrgangs der Sally-Perel-Gesamtschule in Volkmarode hatten an ihrem ersten Schultag nach der Corona-Zwangspause im Frühjahr aufgeschrieben, was sie bewegte. Entstanden sind sehr persönliche „Innere Monologe“.

Die Folgen von Corona in Braunschweig

Die Arbeitsagentur hat erstmals genaue Daten zur Kurzarbeit: Ende März waren schon mehr als 13.000 Braunschweiger in Kurzarbeit. Damit war jeder zehnte Arbeitsplatz der Stadt war von Kurzarbeit bereits betroffen. Im April waren es schon doppelt so viele.

Die Kurzarbeit im Braunschweiger VW-Werk hat sich bewährt, betonen Werksleiter Werner Gose und Werks-Betriebsratschef Uwe Fritsch im Interview. Nach den Produktionseinbrüchen wegen der Corona-Krise zieht die Auftragslage wieder an.

Die Zahl der Arbeitslosen geht in Braunschweig trotz Corona zurück: Es gibt mehr offene Stellen. Viele Jugendliche fanden einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.

Im Corona-Härtefallfonds ist noch Geld für Kultureinrichtungen und Kulturschaffende. Die Kulturdezernentin weist darauf hin, dass auch bildende Künstler Anspruch auf die städtische Förderung haben, die Einnahmeausfälle aus coronabedingt abgesagten Ausstellungen haben. Für die Wirtschaft ist der Härtefallfonds zurzeit nur eingeschränkt nutzbar. Der Grund: Es gibt neue Förderbedingungen bei Land und Bund. Bislang wurden 1,25 Millionen Euro an die Wirtschaft ausgezahlt. Alle Infos dazu gibt es hier: www.braunschweig.de/corona-hilfsfonds

Für die Hotelbranche bedeutet die Corona-Pandemie einen herben Einbruch: Der Arbeitsausschuss Tourismus Braunschweig (ATB) berichtet von Umsatzeinbußen von bis zu 80 Prozent und über das Warten auf bessere Zeiten.

Die „Rheinische Republik“ ist geschlossen: Gäste blieben aus – das Spezialitäten-Restaurant in der Neuen Straße zieht vorerst die Notbremse, corona-bedingt, wie es heißt.

Braunschweiger Gründer trotzen Corona: Aktuell ergeben sich besondere Schwierigkeiten, aber auch Chancen. Wir stellen drei Menschen vor, die kurz vor oder während der Pandemie unternehmerisch an den Start gegangen sind.

Gästen halten Clubs und Diskotheken die Treue: Die Betreiber klammern sich in der Corona-Not an Strohhalme in Form von neuen Konzepten. Ein Besuch bei „Klaue“, „Eule“ und im „Dax“.

In der Wintersaison kann es in Braunschweigs Sporthallen eng werden. Viele Sportvereine sorgen sich in der Corona-Zeit um Mitgliederschwund und ausbleibende Neuanmeldungen, einige Sparten profitieren aber auch.

Schritt für Schritt hob sich im Mai und Juni der Bleimantel der Corona-Krise: Nach dem Lockdown entstand Aufbruchstimmung. Wir haben viele mutmachende Beispiele von zuversichtlichen Unternehmen und Leuten zusammengetragen, die mit viel Ausdauer und guten Ideen trotz Covid-19 durchstarteten: „Wir sind wieder da!“

Architekturstudenten der TU Braunschweig veranstalteten vor einigen Wochen eine Protestaktion. Sie fordern Zugang zu Zeichensälen und Präsenzlehre in kleinen Gruppen.

Mit der „Night of Light“ hat Braunschweigs Veranstaltungsbranche ein kräftiges Zeichen gesetzt. Viele Gebäude leuchten rot, unter anderem die Stadthalle und das Staatstheater. Jetzt geht es um Solidarität und um mehr Unterstützung durch die Politik.

Die Immobilienpreise in Braunschweig steigen immer weiter. Der Gutachterausschuss sagt zum ersten Halbjahr 2020: Die Corona-Pandemie bremst die Kauflust nicht. Acht Häuser, die mehr als eine Million Euro kosteten, wechselten den Besitzer.

Alle Städte müssen finanzielle Einbußen hinnehmen. Der Bund hat nun Hilfen in Milliardenhöhe zugesagt. Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth begrüßt das Konjunkturpaket des Bundes. „Besonders wichtig ist dabei zum einen die Zusage, die Hälfte der Ausfälle bei der Gewerbesteuer zu übernehmen. Zum anderen hilft uns die Erhöhung der Kostenübernahme bei den Unterkunftskosten für Arbeitslosengeld-II-Empfängern auf bis zu 75 Prozent.“ Für Braunschweig könne sich eine dauerhafte Entlastung von bis zu zwölf Millionen Euro ergeben.

Kultur trotzt Corona

Das Staatstheater hat mit dem Theaterfest die neue, besondere Saison eröffnet. Generalintendantin Dagmar Schlingmann sagte: Die Theaterfreunde sollten sich nicht vom Corona-Virus abhalten lassen. „Wir tun alles, dass Sie ihn, wenn Sie bei uns sind, vergessen werden.“

Normalerweise kommen einige Tausend zu „Klassik im Park“. Dieses Mal fand das Konzert wegen Corona nur im Miniformat statt: Hundert Gäste ließen sich verwöhnen.

Gastronomen dürfen auch Parkplätze nutzen: Im Uni-Viertel hat das Herman’s 22 zusätzliche Sitzplätze unter freiem Himmel erhalten.

„Klassik im Park“ gab’s dieses Jahr im Mini-Format: Am 12. September spielte das Staatsorchester vor 100 Gästen. Die Karten werden verlost. Außerdem wird das Konzert per Livestream übertragen.

Seit 13. August hat das Astor-Filmtheater wieder geöffnet. Im Programm sind viele Klassiker. Zuvor hatten die Chefs des Braunschweiger Astor-Kinos betont: „Die Branche steht am Abgrund!“ Betreiber Hans-Joachim Flebbe ist wütend: Mit 1,50-Meter-Mindestabständen sei kein wirtschaftlicher Betrieb möglich.

Mitte Juli startete der „Wolters Kulturgarten“: Bis Ende September gab es ein wechselndes Liveprogramm auf dem Gelände des Hofbrauhauses – mit Künstlern und Gastronomie aus der Region.

Die Komödie am Altstadtmarkt spielte open air im Stadtpark auf der Freiluft-Bühne des Restaurants „Heinrich“. Auch das Theater Fadenschein trat dort auf.

Der Lichtparcours wurde am 13. Juni eröffnet – mit Corona-Sicherheitskonzept. Nicht nur der versenkte VW Golf ist ein Hingucker mit Botschaft. Entlang der Braunschweiger Okerumflut sind bis in den Oktober hinein 15 spannende Arbeiten zu entdecken. Das Programmheft ist an vielen öffentlichen Stellen wie der Touristinfo (Kleine Burg 14) erhältlich. So verlief die Eröffnung.

Das Braunschweiger Musiker-Duo Tiana Kruškic und Billy Ray Schlag hat einen Song über die Sehnsucht geschrieben, dass Corona bald vorbei ist: „When the Sh*t is gone“. Das Lied haben mittlerweile Radiostationen weltweit in ihr Programm aufgenommen, etwa Radio NewYork. In dem Song geht es um all das, was man nach der kontaktbeschränkten Zeit unbedingt wieder machen möchte.

Am 22. Juni wurden bundesweit viele Kulturstätten rot angestrahlt. Die Aktion „Night of Light“ soll auf die schwere Krise der Branche aufmerksam machen. Auch etliche Braunschweiger Veranstalter beteiligen sich.

So sind die Stadtverwaltung und andere wichtige Einrichtungen erreichbar

Das Bürgerbüro wurde vorübergehend in die Reichsstraße 3 verlegt. Zu den Leistungen zählen zum Beispiel die Anmeldung von Haupt- und Nebenwohnsitz, die Beantragung von Reisepässen und Personalausweisen sowie die Entgegennahme von Anträgen auf Grundsicherung und Wohngeld. Voraussetzung ist eine Terminvereinbarung.

Die Stadtverwaltung hat weitere Abteilungen für den Besucherverkehr geöffnet, unter anderem in den Fachbereichen Soziales und Gesundheit sowie Kinder, Jugend und Familie. Nach wie vor sind Anmeldungen nötig.

Die Beratungsstelle Planen-Bauen-Umwelt, der Fachbereich Stadtplanung und Geoinformation sowie der Fachbereich Tiefbau und Verkehr sind geöffnet. Beratungen sowie die Wahrnehmung anderer Dienstleistungen sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich, um eine Besuchersteuerung zu erreichen. Um die Zahl der Kontakte möglichst gering zu halten, soll weiterhin vorrangig die elektronische oder telefonische Kommunikation genutzt werden.

Die KFZ-Zulassungsstelle und die Führerscheinstelle in der Porschestraße sind geöffnet. Auch die Kassenautomaten können genutzt werden. Wichtig: Es muss vorher ein Termin vereinbart werden. Lediglich Abmeldungen können weiterhin nur auf schriftlichem Weg erfolgen.

Die Abteilung Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten, die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz sowie die Abteilung Umweltschutz und Umweltplanung, alle in der Richard-Wagner-Straße 1, haben geöffnet. Persönliche Vorsprachen sind aber nur nach vorheriger Terminvereinbarung per Telefon oder Mail möglich. Die Ansprechpartner sind auf den Seiten der jeweiligen Abteilungen unter www.braunschweig.de zu finden. Es besteht Maskenpflicht. Die Trichinenabgabe für die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz ist nur montags von 8 bis 10 Uhr mittels der vor dem Haupteingang aufgestellten Kühlbox möglich.

Die Abteilung Allgemeine Bürgerangelegenheiten in der Friedrich-Straße-Seele 7 sowie die Bezirksgeschäftsstellen in Wenden, Stöckheim und Broitzem haben geöffnet. Überall gilt: Alles läuft nur eingeschränkt und mit Auflagen.

Die Stadtbibliothek hat geöffnet. Es gelten verschiedene Einschränkungen. Auch die Ortsbüchereien sind geöffnet.

Lage in den Krankenhäusern und Altenheimen

Heimbewohner und Krankenhauspatienten dürften wieder von mehr als einer Person gleichzeitig Besuch erhalten, wenn es die örtlichen Hygienemaßnahmen zulassen. Die Braunschweiger Stadtverwaltung betont: Die Hygienekonzepte dürfen Selbstbestimmungsrechte von Bewohnern nicht aushebeln. Besuche müssen auch in den Zimmern der Bewohner möglich sein.

Krankenhäuser dürfen wieder planbare Operationen vornehmen, müssen aber Kapazitäten für Corona-Patienten vorhalten.

Die wochenlange Absage aller planbaren Operationen und die gestiegenen Preise für dringend benötigte Schutzausrüstung führten in den Krankenhäusern zu finanziellen Verlusten. Angesichts der Corona-Beschränkungen meldeten die Krankenhäuser außerdem einen auffälligen Rückgang der Notfall-Patienten. Offensichtlich schieben Patienten mit schweren Erkrankungen einen Arztbesuch wochenlang vor sich her. Menschen etwa mit einer fortgeschrittenen Herzschwäche oder einer Magenblutung warten zu lange, bevor sie ins Krankenhaus gehen. Die Krankenhäuser appellieren daher an alle Patienten, Notfälle nicht zu verschleppen: Niemand müsse befürchten, sich im Krankenhaus mit Corona anzustecken.

Hilfe und Unterstützung in der Corona-Krise

Das Projekt #wirzusammen ist beendet: Rund 100.000 Euro sind laut den Initiatoren zusammengekommen. Der Erlös kommt jetzt 115 Unternehmen und Künstlern zugute.

Braunschweigs Gabenzaun ist umgezogen: Weiterhin können Spenden für Wohnungslose und andere Bedürftige abgegeben werden: jetzt ein paar Meter weiter am „Lebensmittelpunkt“ vor dem Theologischen Zentrum in der Schützenstraße.

Die Solidarität angesichts der Corona-Krise war und ist immens. Unzählige Braunschweiger bieten ihre Hilfe an – und etliche sind genau darauf angewiesen, ältere und kranke Nachbarn, Obdachlose, arme Familien mit Kindern, Pflegeheime, Gastronomen und Händler, Künstler, Studenten und viele mehr. Eine Übersicht über alle wichtigen Ansprechpartner und Projekte finden Sie hier. Inzwischen hat sich etliches normalisiert. Die Aufstellung zeigt dennoch etliche Ansprechpartner, Projekte und Spendenaktionen.

Ärzte und Corona-Tests

Anstelle eines Abstriches kann beim Verdacht auf eine Corona-Infektion auch gegurgelt werden. Auch in Braunschweig wird diese Methode eingesetzt.

Abstrichcontainer für Corona-Tests: In einem ehrenamtlichen Gemeinschaftsprojekt unterstützen der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter-Unfall-Hilfe, das Deutsche Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst die Corona-Tests in Braunschweig. Die vier Hilfsorganisationen betreiben einen Abstrichcontainer auf dem Gelände des Gesundheitsamtes. Das Gesundheitsamt ordnet die Tests an und koordiniert die derzeit etwa zehn Abstrichtermine pro Tag.

Um das Corona-Virus weiter einzudämmen, ist die kassenärztliche Bereitschaftsdienstpraxis zurzeit geschlossen. Bis auf weiteres werden die Ärzte, die bisher in den Bereitschaftsdienstpraxen den Dienst versehen haben, mobil eingesetzt. Erreichbar ist der Bereitschaftsdienst über die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116117.

In unserer Region startete ein bundesweit einmaliger Test: Ärztenotdienst per Videosprechstunde. Leichte Beschwerden wollen die Ärzte in unserer Region nun am Computer abklären. Gerade jetzt in Zeiten von Corona und geschlossenen Bereitschaftsdienstpraxen soll das neue Angebot die derzeit zu Hausbesuchen tourenden mobilen Bereitschaftsdienst-Ärzte an Wochenenden und Feiertagen entlasten.

Seit 5. August ist der Corona-Drive-In der Kassenärztlichen Vereinigung wieder am Start. Auch Reiserückkehrer, die nicht in Risikogebieten waren, können sich kostenlos auf eine Infektion mit dem Covid-19-Virus testen zu lassen – innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise und unabhängig davon, ob sie Symptome einer Erkrankung aufweisen. Dr. Thorsten Kleinschmidt, Bezirkssprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Braunschweig, kritisiert das.

Dem Braunschweiger Gesundheitsamt lagen Anfang Juli schon 241 Anträge auf Entschädigung vor. Es geht um Verdienstausfälle wegen Quarantäne oder Kita- und Schulschließungen. Noch unklar: Ist im Home-Office Kinderbetreuung zumutbar?

Wirtschaft in Braunschweig

Die Stadt entlastet Unternehmen, die von der Corona-Pandemie betroffen sind. Auf Antrag kann die Gewerbesteuer gestundet werden. Vorauszahlungen sollen angepasst und Vollstreckungsmaßnahmen aufgeschoben werden.

Braunschweiger Gastronomen und Einzelhändler können auf der städtischen Internetseite auf ihre Abhol- und Lieferangebote hinweisen. Unter www.braunschweig.de/bestellen-liefern werden entsprechende Angebote gesammelt. Außerdem gibt es auf Instagram die Accounts supportyourlocal_bs und die „Lieferliste38“ eingerichtet.

Die IHK Braunschweig hat eine Beratungshotline für ihre Mitgliedsunternehmen geschaltet: Unter der Telefonnummer (0531) 4715-222 beraten die IHK-Mitarbeiter zu Fragen rund um Liquiditätshilfen, Gespräche mit Lieferanten und Vermietern, Staatliche Hilfen/Unterstützungsangebote von Bund und Land.

Auf der Internetseite der Stadt gibt es eine Übersicht zu allen Hilfspaketen und Ansprechpartnern für Unternehmen: www.braunschweig.de/wirtschaft-corona. Arbeitgeberverband, IHK, Handwerkskammer, Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und weitere Verbände und Einrichtungen wollen damit den Unternehmen vor Ort bei der Bewältigung der Corona-Krise bestmöglich zur Seite zu stehen.

Was die Braunschweiger Wissenschaft in der Corona-Pandemie beiträgt

Eine Investorengruppe unterstützt mit dem Land Niedersachsen die Braunschweiger Start-ups Yumab und und Corat Therapeutics. Das gemeinsame Ziel ist ein Medikament gegen Corona. Mit Hilfe der neuen Gesellschafter sind nun sechs bis acht Monate Luft. Das reicht, um die klinische Studien zu beginnen. Noch Ende des Jahres sollen die ersten Tests an Menschen stattfinden.

Braunschweiger Investoren ermöglichen Corona-Forschung: Ein Privatier und zwei Unternehmer-Familien beteiligen sich an einer hochspezialisierten Biotech-Firma, wollen aber partout nicht genannt werden.

Wissenschaftler der TU Braunschweig haben sich mit der Frage befasst, wie effizientere Corona-Tests möglich sind. Simulationen zeigen ihnen zufolge: Ein Zehntel der Bevölkerung Deutschlands könnte innerhalb von rund zehn Tagen getestet werden – mit Proben-Pooling.

Wissenschaftlern des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung, des Braunschweiger Unternehmen Yumab und der Technischen Universität Braunschweig ist ein großer Schritt auf dem Weg zu einem Medikament gegen Covid-19 gelungen. Sie haben einen Antikörper nachgewiesen, der das Coronavirus erfolgreich am Eindringen in Zellen hindert.

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) warnten Mitte April davor, die Beschränkungen zu lockern. Sie regten sogar an, zu überlegen, ob die Einschränkungen im sozialen Leben kurzfristig noch verstärkt werden sollten, um die Ausbreitung weiter zu verlangsamen.


Die wichtigsten Telefonnummern

Krankheitssymptome: Wer grippeähnliche Symptome hat (Fieber, trockener Husten, Abgeschlagenheit, Halskratzen, Atemproblemen, Kopf- und Gliederschmerzen) sollte seinen Hausarzt anrufen. Bitte NICHT in die Notaufnahmen der Kliniken gehen. Hörgeschädigte können eine Mail an buergertelefon@braunschweig.de schicken.

Außerhalb der Hausarzt-Sprechzeiten: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117 (Montag, Dienstag und Donnerstag ab 19 Uhr, Mittwoch und Freitag ab 15 Uhr sowie Sonnabend, Sonntag und Feiertag ab 8 Uhr und jeweils bis 7 Uhr des darauffolgenden Tages). Beim ärztlichen Bereitschaftsdienst gibt es zurzeit lange Wartezeiten. Bitte nur in dringenden Fällen anrufen!

Corona-Hotline der Stadt: Für allgemeine Fragen ist das Gesundheitsamt unter (0531) 470-7000 erreichbar.

Hilfe bei häuslicher Gewalt: In einer großangelegten Kampagne macht das Braunschweiger Gleichstellungsreferat auf das bundesweite Hilfe-Telefon aufmerksam: (0800) 0116016

Bei psychischen und familiären Problemen stehen die bekannten Braunschweiger Beratungsstellen auch jetzt grundsätzlich telefonisch zur Verfügung, etwa der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes unter (0531) 470-7272 und der Psychosoziale Krisendienst unter (0531) 470-7777.

Seit Kurzem gibt es den Physiotherapeuten-Notdienst. Der Eintrag auf der Seite www.physiotherapeuten-notdienst.de ist für alle Praxen kostenlos, egal ob Verbandsmitglied oder nicht. Patienten oder Kliniken können durch eine Suchfunktion schnell und einfach weiterhin geöffnete Praxen in der Nähe des Wohnortes des Patienten finden.


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