Mehrere hundert Teilnehmer bei Antifa-Demo in Braunschweig

Braunschweig.  Unterwegs zündeten einige Demonstranten Pyrotechnik. Für Samstagmorgen kündigten die antifaschistischen Gruppen Blockaden an.

Der Demozug startete am Johannes-Selenka-Platz an der Hochschule für Bildende Künste.

Der Demozug startete am Johannes-Selenka-Platz an der Hochschule für Bildende Künste.

Foto: Peter Sierigk

Mehrere hundert Teilnehmer sind vor dem AfD-Bundesparteitag in Braunschweig am Freitagabend zur „Antifaschistischen Vorabend-Demo“ zusammengekommen. Die Polizei sprach von rund 900 Menschen, die Organisatoren von 1500. Es waren überwiegend junge Leute aus der Antifa-Szene. Start der Kundgebung war am Johannes-Selenka-Platz im Westlichen Ringgebiet, von dort aus ging es ab 21 Uhr zum Altstadtmarkt und durch die Innenstadt zum Europaplatz.

Vorneweg lief ein schwarzer Block. „Alle zusammen gegen den Faschismus“, skandierten die Antifa-Aktivisten, und: „Nie, nie, nie wieder Deutschland.“ Auch dieses: „AfD – Faschistenpack, wir machen den Parteitag platt.“ Ein großes Transparent machte deutlich, dass es hier nicht nur um die AfD ging: „Gegen die Rassismus der Mitte“ war zu lesen, untendrunter waren SPD, Grüne, CDU und AfD aufgeführt – alle durchgestrichen. Einige Beobachter des Demozugs sprachen von einer gespenstischen Atmosphäre.

Zwischen Madamenweg und Friedrich-Wilhelm-Platz wurde mehrfach Pyrotechnik gezündet. Laut Polizei kam es aus der Versammlung heraus vereinzelt zu Straftaten, die dazu führten, dass die Einsatzkräfte den Demozug kurzzeitig stoppten.

Anmelder der Demo war Udo Sommerfeld, aber weder in seiner Eigenschaft als Politiker der Braunschweiger Linken noch als Mitglied des „Bündnis gegen Rechts“ wie er betont hatte, sondern als Privatperson.

Das bundesweite Netzwerk „Nationalismus ist keine Alternative“ hatte den Protest mobilisiert. Pressesprecher Juri Lichtenberg sagte, die AfD sei das organisatorische Zentrum des Rechtsrucks in Deutschland. Der Partei könne man nicht mit Argumenten begegnen. Stattdessen gelte es, ihr mit legitimen Mitteln des zivilen Ungehorsams Raum zu nehmen. Dazu gehörten keinesfalls brennende Autos und ähnliches, betonte er. Für Samstagmorgen kündigte er Blockaden auf den Zugangsstraßen zur VW-Halle an. „Wir werden versuchen, die Anreise zu behindern und den Beginn des Parteitags zumindest zu verzögern.“

Der Demozug endete kurz vor 23 Uhr an der VW-Halle.

Alle Infos zu den Kundgebungen am Samstag finden Sie hier.

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