Das neue Gesicht der Braunschweiger Schloss-Arkaden

Braunschweig.  Katrin Brangs leitet seit September das Einkaufs-Center, das „brummt“ wie am ersten Tag. Woran das liegt, erklärt sie uns im Gespräch.

Katrin Brangs – das neue Gesicht der Schloss-Arkaden.

Katrin Brangs – das neue Gesicht der Schloss-Arkaden.

Foto: Norbert Jonscher

Katrin Brangs lacht. Nein, Leerstände gebe es aktuell wirklich nicht in den Schloss-Arkaden. „Wir haben sogar Anfragen von Mietern, die wir leider nicht bedienen können. Das ist eine tolle Situation“, schwärmt die 51-Jährige, die seit dem 1. September das „neue Gesicht“ der Schloss-Arkaden ist.

Die Berlinerin leitete zuletzt das „Chorweiler City-Center“ in Köln und ist nun Nachfolgerin von Anne Marschner (32), die erst Anfang 2018 das Center-Management von Jan Tangerding übernommen hatte. Marschner habe das ECE-Centermanagement aus privaten Gründen verlassen, heißt es.

Wer ist Katrin Brangs?

Nun also Katrin Brangs, gebürtige Berlinerin, die zuvor rund 20 Jahre als Geschäftsleiterin für Peek & Cloppenburg gearbeitet hat – anfangs in Düsseldorf, später in Köln, Stuttgart und Berlin. Seit zwei Jahren ist die Diplom-Kauffrau nun bei der ECE Projektmanagement GmbH in Hamburg beschäftigt.

Die 51-Jährige kennt sich aus. Sie hat bereits einige Einzelhansstandorte kennengelernt, kann also vergleichen. Von Braunschweig sei sie angetan, sagt sie. Die Einzelhandelskennziffern sprächen für sich.

Andererseits sei sie aber auch erstaunt über gewisse „Kontraste“, die sie in der Stadt vorfinde. Auf der einen Seite: die Schloss-Arkaden und genau gegenüber, auf der anderen Seite des Bohlwegs, Leerstand in allerbester Innenstadt-Lage. Es sei für sie ein Rätsel, warum das frühere McDonalds immer noch leer stehe. „Es kann doch nicht so schwer sein, für das Objekt einen Mieter zu finden.“

Brangs weiß: Solche Dauer-Leerstände sind schleichendes Gift für einen Einzelhandelsstandort. Nach und nach ziehen sie ein Quartier herunter, neudeutsch Trading down genannt.

... und die Zukunft?

Experten gehen davon aus, dass die große Zeit der Shoppping-Center bald vorbei sein könnte, zumindest an einigen Standorten. Die Absätze verlagerten sich zu sehr ins boomende Online-Geschäft, warnen sie. Die Center-Mieter könnten größere Ladenflächen nicht mehr finanzieren, selbst die größeren Ankermieter nicht. Der Trend gehe hin zu „Quartierlösungen“: Zu Centern, in denen das Shopping nicht unbedingt mehr die Hauptrolle spielt. Man mischt stärker durch. Mit Büros, mit Fitnessstudios und Unterhaltung.

Und die Schloss-Arkaden? Katrin Brangs kennt diese Studien auch. Doch ihre Schloss-Arkaden hätten hier nichts zu befürchten. Das Center sei auch für die Zukunft gut aufgestellt. Längst nicht alle Einkaufscenter funktionierten so gut wie die Schloss-Arkaden. Das habe mit der Lage, aber auch dem besonderen, individuellen Flair durch das Schloss zu tun. Den üblichen „Relaunch“ nach 10 bis 15 Jahren, der in der Branche üblich sei, um rein optisch nicht ins Hintertreffen zu geraten, habe dieses Center nicht nötig. Zu einzigartig sei die Kombination mit dem Schloss und dem besonderen Flair. „Wir werden nur hier und da an ein paar Stellschrauben drehen müssen, um das Center dem Zeitgeist anzupassen.“

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