Jeder Braunschweiger hinterließ 2018 rund 440 Kilogramm Müll

Braunschweig.  In einer Serie beleuchten wir die Gefahren, Probleme und Chancen, die mit unserem Abfall einhergehen.

Eine Mitarbeiterin sortiert an einem Fließband in der Sortieranlage für Verpackungsabfälle des Entsorgungsunternehmens Alba in Berlin Verpackungsabfälle per Hand.

Eine Mitarbeiterin sortiert an einem Fließband in der Sortieranlage für Verpackungsabfälle des Entsorgungsunternehmens Alba in Berlin Verpackungsabfälle per Hand.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Müll begleitet den Menschen seit jeher. Jahrtausendelang hat er seine Kleidung und Reste von Nahrung in der Natur entsorgt. Was in der Zeit der Jäger und Sammler nicht weiter störte, wurde zum Problem, als der Mensch sesshaft wurde. Mangelhaft entsorgte Abfälle wurden Herde für Krankheitserreger. Doch auch in Zeiten ausgeklügelter Entsorgungssysteme ist Müll eine Bedrohung für unsere Umwelt und Gesundheit. Riesige Müllmassen, zum Großteil Kunststoffe, verseuchen die Meere. Mikroplastik steckt im ewigen Eis ebenso wie im Wasser der Oker und den Körpern unserer Kinder.

Laut einer Studie im Auftrag der Umweltschutzorganisation WWF nehmen Menschen pro Woche im globalen Durchschnitt bis zu fünf Gramm Mikroplastik auf – das entspricht in etwa dem Gewicht einer Kreditkarte. „Wir können nicht verhindern, dass wir Plastik aufnehmen“, sagt Heike Vesper, Leiterin der Abteilung Meeresschutz des WWF Deutschland. „Mikroplastik belastet die Luft, die wir atmen, unsere Nahrung und das Wasser, das wir trinken.“ Die Langzeitfolgen seien nicht absehbar. Derzeit werde erst erforscht, wie sich die Aufnahme von Plastik auf die menschliche Gesundheit auswirke.

In einer Serie werden wir in der kommenden Zeit die Gefahren, Herausforderungen und Chancen, die mit Abfällen wie diesen einhergehen, beleuchten. So sprechen wir mit Experten darüber, wann Müll zum Problem geworden ist und wie er ein System des modernen Imperialismus in Gang hält. Wir gehen dem Mikroplastik-Vorkommen in der Oker nach, versuchen dem Kunststoff abzuschwören und fragen Bürger, wie sie versuchen, Müll zu reduzieren. Auf dem Mittwochs-Markt auf dem Kohlmarkt beispielsweise trafen wir auf Menschen aus der Region, die bei ihrem Einkauf versuchen, Verpackungsmüll zu vermeiden, wie sie in der Umfrage lesen.

Wir fragen ob die Papiertüte besser als die Plastiktüte ist, die Seife besser als das Duschgel und die Glasflasche besser als die PET-Flasche. Wir werden aber auch über die positiven Seiten sprechen: Müll als Arbeitsauftrag. Wir sind mit den Müllwerkern von Alba Braunschweig in der Weststadt unterwegs und sprechen mit der einzigen Müllwerkerin Braunschweigs darüber, was ihren Traumjob ausmacht, über den sie sagt: „Es ist schön, Heldin der Kinder zu sein.“

Und natürlich freuen wir uns auch über Ihre Fragen. Was bewegt Sie im Zusammenhang mit dem Müll? Denn schließlich ist es auch Ihr Thema. Im vergangenen Jahr produzierte jeder Braunschweiger – vom Baby bis zum Rentner – nach Angaben des Entsorgungsunternehmens Alba Braunschweig rund 437 Kilogramm Müll. Das entspricht dem Gewicht von drei ausgewachsenen Berg-Gorilla-Männchen. 2017 waren es noch knapp 449 Kilogramm pro Kopf und damit knapp elf Kilogramm mehr als im vergangenen Jahr – ein Wert, der laut Statistischem Bundesamt unter dem bundesweiten Schnitt von 462 Kilogramm pro Kopf im Jahr 2017 liegt.

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