Braunschweiger Schüler lernen: „Rumänen sind sehr herzlich“

Braunschweig.  Die Nibelungen-Realschule nimmt an einem Erasmus-Austausch mit Rumänien teil.

Ein freudiges Wiedersehen feierten Schüler und Schulvertreter der Nibelungen-Realschule im Rahmen des Erasmus-Programms mit Lehrern des Gehörlosen-Internats aus Sibiu. Hinter der Fahne (von links) Sozialpädagogin Simone Weiss, Schulleiterin Alexandra Hermann sowie Projektleiterin Oana Besta aus Rumänien.

Ein freudiges Wiedersehen feierten Schüler und Schulvertreter der Nibelungen-Realschule im Rahmen des Erasmus-Programms mit Lehrern des Gehörlosen-Internats aus Sibiu. Hinter der Fahne (von links) Sozialpädagogin Simone Weiss, Schulleiterin Alexandra Hermann sowie Projektleiterin Oana Besta aus Rumänien.

Foto: Karsten Mentasti

Eine Delegation rumänischer Lehrerinnen und Lehrer hat kurz vor den Herbstferien die Nibelungen-Realschule im Siegfriedviertel besucht. Es war der erste Gegenbesuch, nachdem elf Realschülerinnen mit der Sozialpädagogin Simone Weiss und dem Lehrer Alexander Otto Anfang Juni nach Hermannstadt (rumänisch: Sibiu) gereist waren und dort viel Zeit in einer Internatsschule für Kinder mit Hörschädigungen verbracht hatten.

Ermöglicht wurden diese Besuche durch die Teilnahme beider Schulen am europäischen Erasmus-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport durch Kulturaustausch. Geplant sind bis Sommer 2020 noch jeweils ein weiterer Besuch in beiden Städten.

Höhepunkt der Kooperation wird Anfang Juni 2020 die Reise rumänischer Schüler nach Braunschweig sein, bei der sich Jugendliche aus dem Internat und aus der Realschule auch gemeinsam an dem inklusiven Klatschmohn-Theaterfestival in Hannover beteiligen. Die theaterpädagogische Arbeit steht dadurch im Mittelpunkt der insgesamt vier Begegnungen, weil über diesen Ansatz sowohl sprachliche als auch kulturelle Hürden spielerisch überwunden werden.

So liefen beim Erstbesuch der Braunschweiger Schüler-Lehrer-Delegation im Juni die Jugendlichen aus beiden Ländern an einem Tag, ausgestattet mit Masken, gemeinsam durch Sibiu und drückten pantomimisch ihre Gefühle aus. Mit einem ähnlichen Projekt wollen sich Schüler beider Länder im kommenden Jahr am Theaterfestival beteiligen. Sozialpädagogin Weiss hat eine theaterpädagogische Ausbildung und selbst drei Jahre als Leiterin eines Internats in Hermannstadt verbracht, sie spricht rumänisch. Vorbereitet haben sich Lehrer Otto und die Schüler auch durch Videokurse, in denen sie Gesten der Gebärdensprache erlernt haben.

„Wir waren überrascht, wie herzlich man uns überall in Rumänien empfangen hat“, berichtete Realschülerin Zoe (16) von ihrer Reise vor vier Monaten in das osteuropäische Land. Das galt sowohl für die Schüler und Lehrer in der Erasmus-Partnerschule in Sibiu als auch für zufällige Kontakte mit Passanten in der Stadt und ebenso für Menschen in dem von den deutschen Schülern besuchten Dorf Holzmengen, wo viele Mitglieder der Bevölkerungsgruppe Roma in im Vergleich zur Stadt armen Verhältnissen leben.

„Als wir hier erzählt haben, dass wir nach Rumänien fahren, habe wir doch von einigen Vorurteilen gehört“, erzählte die 15-jährige Julia Miriam. „Aber wir haben ein ganz anderes Rumänien erlebt, zwar mit sozialen Unterschieden, aber auch wunderschönen Städten und vor allem der großen Herzlichkeit, zu der wir Deutschen bei fremden Personen kaum in der Lage sind.“

Für die rumänischen Gäste an ihrer Schule hatten Zoe, Julia Miriam und Mitschülerin Julia (15) einen Kuchen in den Farben der rumänischen Flagge gebacken und eine Stadtrallye vorbereitet. Die Lehrer hospitierten im Unterricht und bereiteten zusammen mit ihren Gastgebern den Braunschweig-Besuch der rumänischen Schüler und das Theaterprojekt in 2020 vor.

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