Fridays-for-Future-Aktivisten sammeln in Braunschweig Müll

Braunschweig.  Die Schüler und Studenten machen mit ihrer Aktion auf Verschmutzung und Schäden für die Umwelt aufmerksam.

Schüler und Studenten trafen sich zum Müllsammeln vorm Staatstheater und am Ölper See.

Schüler und Studenten trafen sich zum Müllsammeln vorm Staatstheater und am Ölper See.

Foto: Florian Kleinschmidt / BestPixels.de

Zwei hellgrün gekleidete Gruppen der „Fridays for Future“-Ortsgruppe zogen am Freitag mit Müllbeuteln um den Ölper See und durch den Theaterpark. Sie sammelten Abfall – eine Aktion gegen permanente Umweltverschmutzung. Dabei schauten sie ganz genau hin, um eingewachsene Kronkorken, Zigarettenstummel und Verpackungen nicht zu übersehen. Passanten blickten neugierig, doch die Sammler ließen sich nicht ablenken: Aufmerksamkeit zu erregen, ist für sie freitags Routine.

Ursprünglich sollte es eine „Plogging“-Aktion werden, also eine Mischung aus Jogging und Müllsammeln . „Plogging“ ist zusammengesetzt aus dem schwedischen Verb für aufheben („plocka upp“) und aus dem Englischen „jogging“. Doch schließlich gaben alle ihr eigenes Tempo vor.

Am Ende waren die Säcke der 20 Teilnehmer gut gefüllt. „Müll trägt mit zum Klimawandel bei“, sagte Amélie Kniese. Die 13-jährige Schülerin ist zurzeit das jüngste Mitglied des Organisationsteams. Sie machte deutlich: Es geht den jungen Leuten von „Fridays for Future“ um mehr als um das Müllproblem: Sie wollen ein Bewusstsein für den Klimawandel schaffen und außerdem die Politik zum Handeln auffordern – da, wo man allein nicht ansetzen könne. Auch Studenten der TU solidarisieren sich mit den Schülern. Julia Stilke (25) ist seit der ersten Stunde dabei. Sie sitzt im Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit und koordiniert die Kommunikation mit der Gruppe „Scientists for Future“, also mit den Wissenschaftlern. „Viele der Schüler hier sind sehr gut informiert“, sagte sie. „Wir ziehen alle gemeinsam an einem Strang.“ Es sei ihnen auch wichtig, Kinder und Jugendliche von anderen Schulformen zu erreichen, da die meisten bisherigen Mitglieder Gymnasien und Gesamtschulen besuchen. Nun sollen verstärkt Schüler der Haupt- und Realschulen angesprochen werden.

Zum Ende der Müllsammel-Aktion kam ein junger Spielplatzbesucher angelaufen und übergab stolz eine leere Packung, die er gefunden hatte. Für die Mitglieder der Klimabewegung ein freudiger Moment, sie riefen dem Jungen fröhlich hinterher: „Beim nächsten Mal bekommst du ein paar Handschuhe!“

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