Appell von Louisa Dellert: Seid nicht leise, sondern laut!

Braunschweig.  Die Bloggerin aus Braunschweig gibt Tipps zum Start ins Berufsleben. Wir zeigen in der Bildergalerie die mehr als 3000 Schulabgänger der Stadt.

Influencerin und Bloggerin Louisa Dellert (29) lebt in Braunschweig.

Influencerin und Bloggerin Louisa Dellert (29) lebt in Braunschweig.

Foto: privat

Louisa Dellert hat Einfluss: Sie ist Bloggerin und Influencerin. Mehr als 350.000 Menschen folgen ihr bei Instagram – so viele wie Eintracht Braunschweig, VfL Wolfsburg und Axel Bosse zusammen. Nach dem Abi am Gymnasium im Schloss in Wolfenbüttel hat die 29-Jährige an der Otto-Bennemann-Berufsschule in Braunschweig eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation gemacht. Dann wurde sie mit ihrem Fitnessblog berühmt.

Mittlerweile hat sie sich auf die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Selbstliebe spezialisiert, engagiert sich für die Rettung von Delfinen und Walen, sammelt Müll in Los Angeles etc. und versucht, in Sachen Nachhaltigkeit ein Vorbild zu sein.

Im vergangenen Jahr hat Louisa Dellert den Laden „Naturalou“ im Östlichen Ringgebiet eröffnet, in dem es ausschließlich nachhaltig produzierte Produkte gibt. Ihr Motto: Jeder kann etwas für unsere Erde tun! Wir haben Louisa Dellert um drei Tipps für Schulabgänger gebeten:

1. Wenn ihr noch nicht sicher seid, was ihr beruflich nach der Schule machen wollt, kann ich nur sagen: Hört in euch rein, informiert euch gut, schnuppert rein! Eine solche Entscheidungen sollte man nicht überstürzen. Das rate ich immer, wenn ich zu Vorträgen in Schulen eingeladen werde. Da werde ich oft gefragt: Wie wird man Influencerin? Als ich vor fünf Jahren mit meinem Blog angefangen habe, war das, weil mir das Schreiben und Fotografieren Spaß gemacht hat – ich hatte nicht das Ziel, einmal davon zu leben. Influencer-Marketing gab es da noch gar nicht. Erst später sind Unternehmen auf mich zugekommen. Das war so nicht geplant und ein natürlicher Prozess.

2. Ich hatte früher oft Angst, Fragen zu stellen und meine Meinung zu sagen. Weil ich mich nicht gut mit Politik auskannte, war mir das peinlich. Inzwischen weiß ich: Es gibt keine dummen Fragen! Seitdem ich Fragen stelle, kann ich manches besser nachvollziehen. Also: Ihr habt eine eigene Stimme. Hinterfragt die Dinge, den Alltag und die Politik. Traut euch, Fragen zu stellen und bildet euch eine eigene Meinung. Seid nicht leise, sondern laut!

3. Wenn ihr bald anfangt, in einem Unternehmen oder einem Betrieb zu arbeiten, schaut euch dort genau um und versucht, auch im Arbeitsalltag nachhaltig zu agieren. Nutzt zum Beispiel wiederverwendbare Kaffeebecher und Wasserflaschen. Nehmt bewusst keine Einweg-Produkte mit ins Büro. Und vielleicht könnt ihr sogar euren Chef davon überzeugen, im Betrieb auf mehr Nachhaltigkeit zu achten und gemeinsam Ideen entwickeln, wie weniger Papier verschwendet, wie Strom gespart werden kann und so weiter. Denn: There is no planet B!

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