Wie wird es grün am Schloss?

Braunschweig.  Ein Vorschlag der Grünen macht mehr Bäume und Grünstreifen möglich. Doch wohin mit den Fahrrad-Parkplätzen?

So könnte die Begrünung an der Georg-Eckert-Straße aussehen: Die neuen Bäume sind hellgrün in der Grafik aufgeführt. Nötig wäre jedoch ein Fahrradparkhaus.

So könnte die Begrünung an der Georg-Eckert-Straße aussehen: Die neuen Bäume sind hellgrün in der Grafik aufgeführt. Nötig wäre jedoch ein Fahrradparkhaus.

Foto: Rainer Mühlnickel

Eindeutiger Auftrag der Politik an die Stadtverwaltung. Nach dem Bezirksrat und den Ausschüssen beschloss nun auch der Rat einstimmig: Am Schloss soll nachgebessert werden. Mehr Bäume, Sträucher oder Grünstreifen. Doch wie? Die Verwaltung solle ein Konzept vorlegen. Ein Vorschlag der Grünen ist bereits in der Debatte.

Nachbessern am Schloss ist keine Kleinigkeit. Denn was einst versäumt wurde, lässt sich heute nur noch schwerlich ins rechte Lot bringen. Unter den Pflasterflächen befinden sich Tiefgaragen. Mit Bedacht muss die Begrünung erfolgen.

Zudem gibt es weitere Vorgaben. Der Städtebau-Professor Walter Ackers, der bereits im Jahr 2003 ein stärkere Begrünung der Außenflächen am Schloss angeregt hatte, gibt zu bedenken: Neues Grün darf nicht für Barrieren sorgen. Die Platzflächen müssen weiter gut begehbar bleiben.

Außerdem: Nicht alle Pflasterflächen stehen für eine Begrünung zur Verfügung. Denn der Platz wird auch als Fahrrad-Parkplatz genutzt. Wer dort mehr Grün plant, muss erläutern, wo Radfahrer zukünftig ihre Räder abstellen sollen? Die Abstellanlage ersatzlos zu streichen, wird für Kritik an der neuen Planung sorgen.

Rainer Mühlnickel (Grüne), promovierter Landschaftsplaner und als Vorsitzender des Grünflächenausschusses bestens mit der politischen Debatte vertraut, hat per Fotomontage die Möglichkeiten ergründet, die die Pflasterflächen bieten.

Sein Vorschlag: „Die vorhandenen Fahrrad-Abstellanlagen sind nicht mehr vorgesehen.“ Stattdessen: „Vor Galeria Kaufhof ist ein neues innovatives Fahrradparkhaus „Innenstadt“ mit Glasfassade vorgesehen.“ Dort sollen die Fahrräder abgestellt werden.

Zwei Vorteile habe das: Das neue Fahrradparkhaus könne das geplante Parkhaus am Hauptbahnhof sehr gut ergänzen. „Außerdem wird so Platz für die neuen Bäume und die neuen grünen Flächen an der Georg-Eckert-Straße geschaffen.“

Mühlnickel vertritt die Auffassung: Nicht die reine Zahl der zusätzlichen Bäume sei entscheidend, „sondern sie müssen sich in die Umgebung einfügen“.

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