Neuer Wanderweg am schönen Beberbach in Braunschweig

Braunschweig.  Der Angelsportverein Braunschweig und Landwirte laden ein zu Spaziergängen durch die Auen.

Den Flyer mit den Wanderrouten präsentieren Detlev Wulff (rechts) sowie Heidrun und Hans-Jürgen Sauter vom Angelsportverein. Der Plan liegt auch an der Infotafel an der früheren Waggumer Kläranlage am Ende der Straße Erlenbruch aus.

Den Flyer mit den Wanderrouten präsentieren Detlev Wulff (rechts) sowie Heidrun und Hans-Jürgen Sauter vom Angelsportverein. Der Plan liegt auch an der Infotafel an der früheren Waggumer Kläranlage am Ende der Straße Erlenbruch aus.

Foto: Karsten Mentasti

Ein ausgesprochenes Langzeitprojekt nähert sich im Norden der Stadt dem Ende. Dies ist Anlass für den Angelsportverein Braunschweig (ASV) und Landwirte, einen neuen Wanderweg im Beberbachtal bei Waggum auszuweisen.

Der neue Wanderweg besteht aus zwei großen Schleifen, die einzeln oder in einem Stück begangen werden können. Der Weg führt durch das Beberbachtal und erschließt so den renaturierten Gewässerverlauf. 20 Jahre wird daran bereits gearbeitet.

Das sei nur scheinbar eine sehr lange Zeit, denn flotter sei es nicht gegangen, sagt ASV-Vorsitzender Detlev Wulff: „Die EU übernimmt zwar 90 Prozent der Kosten für die Beberbach-Renaturierung. Die fehlenden zehn Prozent können wir aber nur mit Hilfe von Sponsoren finanzieren.“

Darum habe sich der Beberbach nur abschnittsweise renaturieren lassen. Denn Renaturierung sei teuer, so Wulff: „Es sind schwere Maschinen im Einsatz. Andere Dinge lassen sich aber nur in Handarbeit erledigen.“ Außerdem: „Natürlich dient eine Renaturierung auch dem Natur- und Landschaftsschutz. Aber gleichzeitig muss auch der Hochwasserschutz berücksichtigt werden. Es müssen also Planungsbüros eingeschaltet werden, damit es nicht zu Überschwemmungen an den falschen Stellen kommt.“

Der Beberbach, der einst einem Kanal ähnelte, hat nun an vielen Stellen sein Bild komplett verändert. Bei Bevenrode steht aber die Renaturierung noch aus. Wulff sagt: „Ich hoffe, dass auch dieses Gebiet in etwa zwei Jahren renaturiert ist.“

Die Angler des ASV, der anerkannter Naturschutzverein ist, profitieren nur mittelbar von der Renaturierung. Sie dient zwar auch dazu, die Artenvielfalt zu erhöhen. Aber, so Wulff: „Der Beberbach selbst wird nicht beangelt. Weil er aber in der Schunter mündet, ist er Laichgewässer zum Beispiel für den Hecht. Das macht ihn für uns Angler sehr schützenswert.“

Die Ausweisung des Wanderwegs haben Angler und Landwirte bereits im vergangenen Jahr vorbereitet, als sie am Ende des Erlenbruchs, dort befindet sich das ehemalige Klärwerk Waggum, eine Infotafel aufgestellt haben. Dort findet man nun Flyer, die den großen Wanderweg erläutern und Hinweise geben, welche Stellen entlang der Route besonders sehenswert sind. Denn ausgeschildert ist der Spazierweg nicht.

Dazu sagt der ASV-Vorsitzende: „Das hängt mit dem Risiko zusammen. Eine Ausweisung als öffentlicher Wanderweg hätte bedeutet, dass die Landwirte in der Haftung wären. Denn ihnen gehören die Feldwege, über die der Wanderweg führt. Dass die Landwirte in der Verantwortung sind, falls es zu einem Unfall auf den Feldwegen kommt, ist ihnen nicht zuzumuten.“

Die EU zahlt90 Prozent der Kosten für die Beberbach-Renaturierung.
Detlev Wulff,

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