Wohin mit der neuen Innenstadt-Toilette?

Braunschweig.  Politik, Stadt und Innenstadt-Kaufleute suchen einen Standort ­– und haben bislang noch keine Lösung gefunden

So, meinen die Anwohner des Friedrich-Wilhelm-Viertels, könnte zum Beispiel eine Kombinationslösungen von Toilettenanlage und Tagescafé aussehen. Es handelt sich um eine Konzeptstudie von Sanifair für Innenstadtbereiche.

So, meinen die Anwohner des Friedrich-Wilhelm-Viertels, könnte zum Beispiel eine Kombinationslösungen von Toilettenanlage und Tagescafé aussehen. Es handelt sich um eine Konzeptstudie von Sanifair für Innenstadtbereiche.

Foto: Sanifair

Die Zahl der Toiletten-Anlagen in der Innenstadt soll erhöht werden. Gesucht wird ein Standort für die Partymeile rund um den Friedrich-Wilhelm-Platz. Doch das ist offenbar komplizierter als gedacht..

750 000 Euro sehen zur Verfügung, um Toilettenanlagen im Inselwall, Westpark und Kultviertel aufzubauen. Gegen den ausdrücklichen Willen der CDU. Fraktionsvorsitzender Torsten Köster verweist darauf, dass die Stadtverwaltung sparen muss. Besonders wenig leuchtet ihm ein, dass eine Ergänzung am Friedrich-Wilhelm-Platz erfolgen soll: „Es gibt bereits eine Anlage auf dem Kohlmarkt. Das ist eine zumutbare Entfernung.“

Doch das reicht den Anwohnern des Kultviertels nicht. Daran ändert auch nichts der Umstand, dass die dortige Gastronomie selbstverständlich über Toiletten verfügt.

Eine erste Standort-Suche ging ordentlich schief. Mehrere Orte wären zwar denkbar. Nach einer Ortsbegehung halten die Bauexperten im Rathaus freilich eine Fläche am Parkhaus Wallstraße für ideal. Im Kultviertel sieht man das anders: Die Anwohner wollen einen Standort, der zentraler liegt. Die Innenstadt-Kaufleute sind ebenfalls dieser Meinung und auch die Politik wurde auf den Plan gerufen.

Denn Piraten und Partei hatten dieses Vorhaben aus der Taufe gehoben und es geschafft, dass es dafür sogar eine politische Mehrheit gab. Ein vergleichsweise seltener Erfolg. Herzenssache. Entsprechend die Reaktion. „Die Ratsmehrheit hat einer öffentlichen WC-Anlage auf dem Platz zugestimmt. Wenn sie nun an anderer Stelle im Kultviertel stehen soll, dann bitte in Absprache mit dem AAI und dem Quartiersforum“, kommentiert der Fraktionsvorsitzende Maximilian Hahn (Die PARTEI).

Die Stadtverwaltung schwächte ab. Von „voraussichtlicher Standort“ ist die Rede. Der Verein der Innenstadt-Kaufleute hat Oberbürgermeister, die Fraktionsvorsitzenden, die Bezirksbürgermeisterin Innenstadt, den Handelsverband Harz-Heide, die Industrie- und Handelskammer, den Arbeitsausschuss Tourismus und den DEHOGA Kreisverband eingeschaltet, um der Angelegenheit Nachdruck zu verleihen. Verwiesen wird auch darauf: Braunschweig hat mittlerweile fast 700.000 Gästeübernachtungen jährlich.

Der Verein des Friedrich-Wihelm-Viertels kann sich unterdessen alles vorstellen ­– nur keine WC-Anlage am Parkhaus Wallstraße. Besser geeignet sei das Umfeld der historischen Stadtmauer (Gieseler, Prinzenweg) oder der Parkplatz Südstraße. Den Friedrich-Wilhelm-Platz gelte es aufzuwerten. Mit einer reiner Toilettenanlage sei das nicht möglich. Wohl aber mit einer Kombinationslösung aus einer kleineren Toilettenanlage und Tagescafé. Es gebe Interessenten. Es lohne sich, meinen die Anwohner, das einmal zwei Jahre zu testen.

Entscheiden muss man zurzeit nichts. Torsten Köster, Vorsitzender des Bauausschusses, sagt: „Erste Planungsergebnisse werden erst vor den Sommerferien erwartet.“

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