Zehntausende beim Modeautofrühling in Braunschweigs Innenstadt

Braunschweig.  Das verkaufsoffene Wochenende lockt Zehntausende von Besuchern in die Innenstadt von Braunschweig. Sonntag blieb kein Plätzchen frei.

Altes Blech in Bestform – umlagert waren die Oldtimer auf dem Burgplatz. Die Fahrzeuge kamen aus der gesamten Region.

Altes Blech in Bestform – umlagert waren die Oldtimer auf dem Burgplatz. Die Fahrzeuge kamen aus der gesamten Region.

Foto: Jörn Stachura

Die Innenstadt zwei Tage im Ausnahmezustand. Das verkaufsoffene Wochenende zog wieder Zehntausende von Besuchern an. Auto und Mode waren die Zugpferde. Das T-Shirt-Wetter am Sonntag krönte das Ganze.

Erlaubt war, was sonst verboten ist. Kräftiges Anhupen der Veranstaltung am Samstag, der Burgplatz Parkplatz für eine Armada von Oldtimern, alte Büssing-Lastwagen aus einer Zeit, als niemand an Partikelfilter dachte, zogen auf dem Weg zum Schloss-Vorplatz durch die Stadt. Ein Anachronismus als Zugpferd?

Nein, meint Gerold Leppa, Wirtschaftsdezernent und Leiter des Stadtmarketings, das Braunschweigs verkaufsoffene Sonntage organisiert: „Weg vom Auto ist kein Trend. Das beweist auch der sehr hohe Besucherzuspruch.“ Tatsächlich waren die Parkhäuser der Innenstadt am Sonntag-Nachmittag bestens gefüllt. Erste Zahlen bestätigen Leppa: Ein starker Sonntag, der bis 15 Uhr um 13 Prozent über den Frequenzen vom Vorjahr lag, sorgte für einen Gesamtzuwachs von fünf Prozent im Vergleich mit der Vorjahresveranstaltung.

Wobei Leppa auch sagt: „Es sind fraglos viele unter den Besuchern, die nur in die Stadt kamen, weil sie ein Eis essen oder mit ihren Kindern das Kinderprogramm besuchen wollten.“

Der Besucherzuspruch sei dieses Jahr gleichwohl außergewöhnlich hoch gewesen, so Leppa: „Das besucherstärkste verkaufsoffene Wochenende bilden eigentlich die Trendsport-Tage im Spätsommer. Sonntag war die Besucherzahl allerdings ähnlich hoch wie im Spätsommer 2018.“ Eine Steigerung sei kaum noch möglich. Einige frühere Ausstellungsflächen in der Fußgängerzone stehen mittlerweile wieder allein den Fußgängern zur Verfügung.

Die Ausstellungsflächen für Fahrzeuge befinden sich mehr und mehr am Rande der Innenstadt. Am Schloss oder am Rathaus. Leppa sagt dazu: „Wir haben im Grunde die Flächen-Kapazitäten der Innenstadt ausgereizt.“

Tatsächlich tauschten die Autohäuser der Stadt ihre Show-Rooms gegen Flächen der Innenstadt. Aktuelle Modelle wurden gezeigt. Das gute Wetter sorgte dafür, dass Cabrios auch einmal ohne Verdeck zu sehen waren.

Neues fand man hingegen bei denen, die sich ganz den ältesten Fahrzeugen verschrieben haben: dem Verein der Büssing-Freunde. Sie zeigten erstmals das Video vom Braunschweiger Fahrzeugtreffen zum 175. Geburtstag des genialen Mobilitätspioniers Heinrich Büssing. Die DVD ist ab Montag in der Tourist-Info erhältlich.

Und damit niemand denke, die Fahrzeugbau-Geschichte der Region sei allein mit Volkswagen verknüpft, wurde gleich an ein weiteres Jubiläum erinnert: Im April vor 115 Jahren wurde die erste Buslinie der Welt eröffnet. Zwischen Braunschweig und Wendeburg. Mit Büssing-Bussen. Doch das ist eine andere Geschichte.

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