Bissiger Marderhund: Ist er krank?

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Dieser Marderhund wurde bei Gifhorn gesichtet.

Dieser Marderhund wurde bei Gifhorn gesichtet.

Foto: Archiv

Das Tier hat im Norden der Stadt schon mehrere Spaziergänger angefallen.

Er lag mitten auf dem Feldweg und sah auf den ersten Blick aus wie eine schlafende Katze. „Als ich auf ihn zuging, sprang er plötzlich auf und biss mir schmerzhaft ins Bein“, berichtet Ursula Reiff. Die 61-Jährige war mit ihrem Hund Rufus (14) in einem Wäldchen bei Kralenriede unterwegs, als es passierte. Die Frau versucht, das Tier abzuschütteln, was ihr auch gelingt, und flüchtet. Doch der Marderhund läuft ihr hinterher. „Ich habe dann einen Stock genommen, um den Hund abzuwehren. Es hat mir durch den dicken Handschuh in die Hand gebissen.“ Durch gezielte Tritte gelingt es der 61-Jährigen schließlich, sich zu befreien. Inzwischen hat sich die 61-Jährige vorsichtshalber gegen Tollwut impfen lassen.

Kein Einzelfall. Wie die Stadt am Montag mitteilte, ist zwischen den Schunterwiesen bei Rühme und nördlich von Kralenriede bis zur A 2 ein aggressiver Marderhund unterwegs. „Er hat Hunde angegriffen und auch mehrere Menschen gebissen“, so die Stadtverwaltung.

Anhaltspunkte, dass das Tier an Tollwut erkrankt ist, lägen nicht vor, vielmehr sei eine Staupe-Erkrankung wahrscheinlich. Sie kann nicht auf den Menschen übertragen werden. Die zuständigen Jagdpächter suchen intensiv nach dem Tier, konnten es aber bisher nicht sichten. Menschen, die den Marderhund sehen, sollten sich ihm nicht nähern, sondern möglichst umgehend die Polizei, die Jagdbehörde der Stadt Braunschweig (Tel. 470-5740) oder den Jagdpächter vor Ort informieren. Hunde- und Katzenhalter in den Bereichen Rühme, Bienrode, Kralenriede und Querum sollten ihre Tiere möglichst nicht frei laufenlassen und deren Impfschutz überprüfen. Die Staupe ist eine Viruserkrankung mit weltweiter Verbreitung und einem breiten Wirtsspektrum. Der Erreger ist bei Wildtieren wie Füchsen, Mardern und Frettchen weit verbreitet. Die Erkrankung geht mit äußerst vielfältigen Erscheinungen einher, was die auffällige Aggressivität des Tieres erklären könnte. Der bis zu 65 Zentimeter große Marderhund, der aussieht wie eine Mischung aus Hund und Waschbär, stammt ursprünglich aus Asien. Im 19. Jahrhundert wurde er zur Pelzgewinnung in Russland eingeführt. Von hier aus haben sich die Tiere westwärts verbreitet.

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