Überall in Braunschweig wird gebaut – und kein Ende in Sicht

Braunschweig.  Zukunft in Braunschweig: Viele Bauprojekte laufen bereits – und etliche große Vorhaben stehen noch an, nicht nur im Wohnungsbau.

An der Hildesheimer Straße im Westlichen Ringgebiet entstehen die „Noltemeyer-Höfe“ mit rund 240 Wohnungen in sechs Mehrfamilienhäusern.

An der Hildesheimer Straße im Westlichen Ringgebiet entstehen die „Noltemeyer-Höfe“ mit rund 240 Wohnungen in sechs Mehrfamilienhäusern.

Foto: Peter Sierigk

An Bauprojekten mangelt es in Braunschweig zurzeit nicht. Vor allem im Wohnungsbau tut sich einiges. Bis 2020 soll Baurecht für 5000 Wohnungen geschaffen werden – das hatte der Rat 2015 beschlossen. Manchen geht es noch zu langsam voran, auch ist die Sorge groß, dass nach wie vor zu wenig bezahlbarer Wohnraum entsteht. Fakt ist, dass sich die Stadt an vielen Ecken stark verändert.

Anschaulichstes Beispiel ist das Nördliche Ringgebiet: Mindestens 1200 Wohnungen entstehen zwischen Mittelweg und Bienroder Weg. Die ersten Bewohner sind schon eingezogen. Unter anderem bauen dort die Nibelungen Wohnbau GmbH, die Wiederaufbau, die Braunschweiger Baugenossenschaft und die Watu GmbH. Nur ein paar Meter entfernt plant die Staake Investment & Consulting GmbH zwischen Mittelweg und Hamburger Straße 300 Wohnungen und 240 Studentenappartements. Daneben entstehen ein Edeka- und ein Aldi-Markt.

Auch im Westen der Stadt verändert sich einiges: Am Alsterplatz baut die Nibelungen Wohnbau 219 Wohnungen. An der Hildesheimer Straße entstehen in den „Noltemeyer-Höfen“ rund 240 Wohnungen (Caja 16 Projekt GmbH). Im Eichtal baut die Realique Unternehmensgruppe 50 Wohnungen und ein Hotel mit 150 Appartements. An der Schölke will die Fibav Immobilien GmbH aktiv werden, doch das Vorhaben verzögert sich, da die Stadt nach einem Gerichtsentscheid den Bebauungsplan überarbeiten und neu auslegen muss. Gleich daneben auf der Kälberwiese ist ein großes Bauvorhaben geplant, das zurzeit vorbereitet wird.

Im Süden Stöckheims hat die Erschließung eines Gebietes mit rund 130 Einfamilien- und Reihenhäusern sowie 170 Geschosswohnungen begonnen. Ebenfalls in Stöckheim soll auch an der Trakehnenstraße gebaut werden – rund 250 Wohneinheiten sieht Munte Immobilien dort vor.

Ein weiteres Baugebiet entsteht zurzeit auf dem Gelände der ehemaligen Heinrich-der-Löwe-Kaserne. Investor ist die Firma Kanada Bau. 400 Wohneinheiten sollen es am Ende sein. Hinzu kommt noch ein gewerblicher Bereich.

Das „Quartier St. Leonhard“ gegenüber der Stadthalle wächst täglich. Es wird von der Richard Borek Stiftung und der Borek Immobilien GmbH mit dem CJD und der Evangelischen Stiftung Neuerkerode realisiert. Ein inklusives Stadtviertel soll entstehen: mit Tagesklinik, Diakoniestation, stationärem und betreutem Wohnen, Werkstätten für Menschen mit Einschränkungen sowie Wohnungen, Internat und Kita. Große Pläne hat Borek auch im Holzmoor in Querum: Dort sollen zunächst rund 600 Wohnungen entstehen. Fast 1000 wären auf dem Gelände theoretisch denkbar, heißt es.

Ebenfalls in Querum ist an der Dibbesdorfer Straße ein Baugebiet vorgesehen. Die Erschließung soll im nächsten Jahr beginnen.

Immer mehr Gestalt nimmt das neue Quartier am Langen Kamp an. Die Volksbank BraWo baut dort rund 150 Eigentums- und Mietwohnungen, auch ein Nahversorger soll angesiedelt werden. Ein paar Meter weiter will die Kappe Projektentwicklung GmbH auf dem Gelände des ehemaligen Praktiker-Marktes rund 350 Wohneinheiten, ein Boarding-House, einen Biomarkt und Büros bauen.

Direkt gegenüber gibt es große Pläne für den maroden Bahnhof Gliesmarode: Er soll zu einem lokalen und regionalen Verkehrsknotenpunkt werden. Die Bahn plant eine Komplettsanierung mit neuen Bahnsteigen, Beleuchtung und barrierefreiem Zugang. Die Stadt will das gesamte Umfeld neu entwickeln, auch ein Jugendplatz ist vorgesehen.

Noch größere Pläne gibt es für den gesamten Bereich rund um den Hauptbahnhof. Zum einen wird zwischen April 2020 und September 2021 die Stadthalle saniert. Wenn alles bleibt wie geplant, soll dort auch ein Kongresshotel entstehen. Außerdem wird der BraWo-Park wachsen: Die Volksbank plant 2019 den Bau eines weiteren Büroturms.

Am Bahnhof ist darüber hinaus schon lange der Neubau des Fernbus-Bahnhofs in der Diskussion. Allerdings geht das nicht ohne die Bahn – und die Verhandlungen ziehen sich in die Länge. Die Frage ist, wie der gesamte Vorbereich des Bahnhofs künftig gestaltet werden soll.

Ein ganz besonderes Vorzeigeprojekt könnte die „Bahnstadt“ werden, die auf den Flächen des ehemaligen Rangierbahnhofes vorgesehen ist. Seitens der Wirtschaft gibt es schon konkrete Ideen für ein intelligentes Zukunftsquartier: ausschließlich autonomes Fahren, radikal-konsequente Digitalisierung, intelligente Wohnungen, Häuser, Büros und Arbeitsplätze. Agenturinhaber Martin K. Burghartz gibt dem Ganzen bereits den Namen „Brunswick Railquarters“.

Weitere Veränderungen sind übrigens auch am Flughafen zu erwarten: Die Volksbank plant den Bau weiterer Lilienthalhäuser, die das gesamte Ensemble prägen werden.

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