180 Kreuze als Mahnmale gegen die Kriege der Welt

Braunschweig.  Der Verein Bilmati plant in Braunschweig eine Reihe von Aktionen unter dem Titel „100 Jahre Kriegskind“.

Stellten die Aktion „100 Jahre Kriegskind“ vor: (von links) Janko, Layla und Hiam Stülten vom Verein Bilmati mit Stefan Malorny von der Kulturverwaltung.

Stellten die Aktion „100 Jahre Kriegskind“ vor: (von links) Janko, Layla und Hiam Stülten vom Verein Bilmati mit Stefan Malorny von der Kulturverwaltung.

Foto: Peter Sierigk

Der Verein Bilmati macht mit einer Aktion rund um den Braunschweiger Ring auf sich aufmerksam. Am Freitagmittag stellte er in Bahnhofsnähe das erste von 180 Kreuzen auf, die als Mahnmal für Länder stehen sollen, in denen in den vergangenen 100 Jahren Krieg herrschte. Im Zuge der Aktion „100 Jahre Kriegskind“ soll auch ein Film entstehen mit Zeitzeugen-Interviews.

Wie der Verein in einer Mitteilung schreibt, gehörten mit jedem bewaffneten Konflikt

dieser Erde insbesondere Kinder direkt oder durch Flucht und Vertreibung,

Not, Hunger und Armut sowie andere Kampffolgen zu den Leidtragenden.

Manche Kriege, wie der Zweite Weltkrieg oder der Vietnamkrieg, seien auch Jahrzehnte später

noch im Gedächtnis, seien in Filmen und Medien bis heute ein Thema.

Auch über ein paar wenige heutige Konflikte wie den Bürgerkrieg in Syrien oder die

Auseinandersetzungen im Irak und Afghanistan werde häufiger berichtet.

„Viele Kriege sind hingegen vergessen, obwohl sie bis heute Spuren hinterlassen und

beispielsweise spielende Kinder bis heute durch deren Hinterlassenschaften wie Minen

und Bomben verletzt werden oder sterben. Andere Kriege geraten in Vergessenheit,

ohne je beendet werden zu sein, beispielsweise in der Ukraine und im Kaukasus. Einige aktuelle bewaffnete Konflikte wie in Mexico, Philippinen, Myanmar oder die Kriegsgebiete in Afrika geraten höchstens am Rande in die Medien, wenn

teilweise nach Jahrzehnten ein Waffenstillstand geschlossen wird, schockierende

Einzelereignisse oder die Opferzahlen den Grenzwert des Medieninteresses

übersteigen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Zum Abschluss der Aktion würden alle Kreuze noch einmal an einem Ort in der

Braunschweiger Innenstadt zusammengetragen. Danach solle die Kunstaktion in andere niedersächsische und norddeutsche Städte weiterwandern.

Hiam Stülten von Bilmati erklärt, der Verein setze sich für die Förderung von Bildung und Erziehung, Gleichstellung und

demokratischer Teilhabe ein, für Kunst und Kultur, bürgerschaftliches Engagement,

das Gedenken an und Hilfe für politisch, rassisch oder religiös Verfolgte, Geflüchtete

und Kriegsopfer sowie für Jugend- und Altenhilfe.

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